Pferde machten diese Stadt berühmt

 
 

 
 
 

Pferde und Warendorf – zwei Begriffe, die untrennbar miteinander verbunden sind. Trotzdem wollen wir nicht reiten sondern uns diese Stadt bei einer Rundwanderung näher zu Gemüte führen. Diese Wanderung unterteilt sich dabei in zwei Angebote. Entweder sehen wir uns ab etwa der Hälfte der Wanderung viele Pferde an oder wir besichtigen den Osten der Stadt.

Ems bei Warendorf
Die Ems eignet sich nur als Ziel für Radfahrer und Kanuten, sondern auch für Wanderer. Foto: Kreis Warendorf.

Egal, wie wir uns entscheiden: Wir wandern erst an der Ems entlang, dann an einem alten Emsarm vorbei gen Norden. Wir nutzen den Hauptwanderweg X 19, später dann die Raute, die extra für diese Rundwanderung angebracht wurde. Länge der „Pferdewanderung“: 12 Kilometer. Länge der „Ostwanderung“: 17 Kilometer.

Start der Wanderung

Ein von Pappeln gesäumter Weg erwartet uns beim Start unserer Wanderung entlang der Ems in Warendorf.
Ein von Pappeln gesäumter Weg erwartet uns beim Start unserer Wanderung entlang der Ems in Warendorf. Fotos: Stefan Herringslack

Steuern wir mit dem Auto die malerische Kreisstadt an, parken wir auf dem Lohwall, und zwar auf dem kostenlosen Teil des Platzes. Wir sehen die hölzerne Brücke, die über die Ems zur Innenstadt führt. Darüber gehen wir nicht, sondern wandern zwischen den Pappeln direkt neben der Ems gen Westen zur Straßenbrücke und sehen schon die für uns wichtige Markierung, das X.

Kleiner Exkurs: Die Ems entspringt in der Senne und mündet nach 371 Kilometern in die Nordsee. Ganz spitzfindige Zeitgenossen behaupten, die Ems erreiche erst nördlich von Borkum die Nordsee, somit sei Borkum quasi eine Emsinsel, keine Nordseeinsel. Egal. Wir sind hier in Warendorf und sehen eine recht traurige Ems. Wurde sie doch in den 30er-Jahren in einen Kanal gezwängt, nicht mehr mäandrierend wie einst. Solche Eingriffe in die Natur bleiben nicht ohne Folgen. Somit gibt es ein Ems-Auen-Schutzkonzept. Westlich von Einen versetzt man den kleinsten Strom Deutschlands annähernd wieder in seinen alten Zustand.

Von Hof zu Hof

Pferde
Auf Pferde treffen wir bei unserer Wanderung in Warendorf selbstverständlich häufiger...

Nach rund eineinhalb Kilometern vom Startpunkt stehen wir vor einer neuen Emsbrücke. Sie ersetzte eine 2005 eine morsch gewordene Brücke. Nicht gerade eine Schönheit, aber zweckmäßig. Sie muss 30 Tonnen tragen können, zusammengesetzt aus schweren Traktoren mit gefüllten Güllefässern. Wir folgen hinter der Brücke vor dem Emsarm dem deutlich markierten X-Weg nach rechts am alten Flusslauf entlang. So nett das alles aussieht, er entpuppt sich allerdings als biologisch abgestorben. Einen intensiven Wasseraustausch mit der Ems gibt es nicht, Dünger von den Feldern gelangt ins Wasser und eine frühere Müllkippe war auch nicht gerade von Vorteil.

Wir gehen mit dem X 19 weiter durch die Dünen in den Knäppen bei Hof Lippermann. Dort wurde bis 1920 eine Gartenwirtschaft unterhalten. Sie war Ziel sonntäglicher Ausflüge mit geselligem Leben. Bis 1926 hatte der Warendorfer Tennis-Club dort seine Plätze. Wandern wir weiter, kommen wir zum nächsten Hof, Hof Dahlmann. Zuvor aber überqueren wir den Ortsteinbach. An der Hofeinfahrt Dahlmann sehen wir das erste Wegekreuz; kein altes, sondern erst in den vergangenen Jahren gesetzt.

Wir ziehen vorbei an nicht mehr genutzten Fischteichen und einem runden Tümpel bis zum Ende des Waldstreifens in der lauschigen Gegend. Hier verlassen wir den X-Weg nach rechts, folgen nun der Raute und biegen noch einmal rechts ab auf die Straße vom Warendorfer Ortsteil Velsen nach Einen ab, bis wir zur vielbefahrenen Straße nach Milte kommen, die wir überqueren.

An einem liebevoll gepflegten Bildstock von 1886 vorbei – „das war das Hochzeitsjahr meiner Urgroßeltern“, sagt der jetzige Hofbesitzer gerne – führt unsere Wanderung mit der Raute ein langes Stück geradeaus und nimmt kurz vor einer Richtungsänderung von links den Hauptwanderweg X 17 auf.

Eine Entscheidung ist fällig

Das Nordrhein-Westfälische Landgestüt Warendor
Das Nordrhein-Westfälische Landgestüt Warendorf ist das Zentrum der Pferdezucht und des Reitsports in Nordrhein-Westfalen. Foto: Stadt Warendorf

Jetzt müssen wir uns entscheiden: Gehen wir weiter gen Osten, wo wir nach einigen Kilometern wieder auf die Ems stoßen? Oder suchen wir die Nähe zu den Pferden? Entscheiden wir uns für die Reiterei, folgen wir nach rechts dem X 17. Er führt über einen Reitweg und unserem altbekannten Ortsteinbach zur Rückseite des Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) und der Reiterlichen Vereinigung (FN).

1913 gegründet, wurde das DOKR 1950 nach Warendorf verlegt. Seine Aufgabe? Die Auswahl und anschließende Ausbildung der Reiter und Pferde für die Olympischen Spiele. Dabei leistet das DOKR Meisterliches. Schon bei der ersten deutschen Beteiligung 1952 in Helsinki regnete es Silber und Bronze. Bei den folgenden Spielen kamen zahlreiche Goldmedaillen bei den Spring-, Military- und Dressurwettbewerben hinzu. Ein Name darf ja überhaupt nicht in diesem Zusammenhang fehlen – Hans Günter Winkler, der erfolgreichste Springreiter der Welt und natürlich Ehrenbürger der Stadt Warendorf.

Landgestüt in Warendorf

Haus des Landstallmeisters auf dem Landgestüt in Warendorf
Das Haus des Landstallmeisters auf dem Landgestüt in Warendorf. Foto: Stefan Herringslack

Die Deutsche Reitschule kam 1959 hinzu und kümmert sich um Reitlehrerausbildungen. Der Dritte im Bunde ist die Reiterliche Vereinigung, seit 1971 in Warendorf. Beide richten die Bundeschampionate und die Bundesstutenschauen aus und locken damit rund 36.000 Zuschauer an.

Der X 17 leitet uns durch ein Kieferwäldchen, über ein Pättken und zwischen Einfamilienhäusern zur Dr.-Rau-Allee. Es bleibt sportlich. Denn hier finden wir links die Sportschule der Bundeswehr. Die Sportanlagen von 1978 dürften die modernsten im Lande sein.

Wenn wir dem Landgestüt noch einen Besuch abstatten wollen, und das wollen wir natürlich, gehen wir die Dr.-Rau-Allee weiter stadteinwärts. Bis 17 Uhr ist dort werktags geöffnet. Die Beschreibung dieser 1826 gegründeten Einrichtung würde zu weit führen. Eines indes ist sicher: Hier müsste man Pferd sein. Dann wird man gehegt und gepflegt und medizinisch bestens versorgt. Für die Zucht von Warmblutpferden stehen in Warendorf 82 Hengste bereit. 21 Kaltblüter und zwei Vollblüter ergänzen den Bestand. Auf den 26 über das Land verstreuten Stationen gibt es pro Jahr rund 2000 Deckungen. Vom Landgestüt finden wir problemlos zurück zum Lohwall oder in die Altstadt, wo zahlreiche Gaststätten auf uns warten.

Auf dem Rückweg

Brücke über die Ems in Warendorf
Am Lohwall erwartet uns schon die Brücke über die Ems. Foto: Stefan Herringslack

So, das war die Route mit dem X 17 zur Innenstadt zurück.

Entscheiden wir uns allerdings am Rautenweg nicht für diese Variante, führt unser Weg mit der Raute über ein paar Kilometer mit einigen Verschwenkungen bis zur Ems. Wir überqueren die vielbefahrene Bundesstraße 475 und werfen in einer Linkskurve an der Winkler-Reithalle einen Blick auf den stattlichen Hof Everwand.

Ein paar Meter nehmen wir noch in Kauf und erreichen unsere Ems und damit auch wieder unseren X 19. Der Rautenweg endet hier. Auf der anderen Uferseite lädt die Gaststätte „Zur Herrlichkeit“ ein, und wir testen, ob sie ihren Namen zurecht tragen darf.Zurück in 

Am Ziel in Warendorfs Altstadt

Warendorfer Altstadt
Die Warendorfer Altstadt ist allemal einen Besuch wert. Foto: Stadt Warendorf

Der X 19 führt am rechten Emsufer unter einer Straßenbrücke her. Kurz vor dem Emssee sehen wir noch eine Tafel mit Hinweisen zum alten Wasserturm. Bald haben wir den Emssee erreicht. Eine große Stele zeigt uns den Verlauf des 8. Meridian östlicher Länge, der durch den Emspark läuft. Wir wandern weiter durch den Emspark und gelangen auf dem kürzesten Weg zum Lohwall, dem Ziel unserer Wanderung. Auch jetzt sollten wir uns aber erst einmal kurz die Warendorfer Altstadt ansehen, wo Kaffee, Kuchen oder kühle Getränke in den zahlreichen Gaststätten auf uns warten.

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Startpunkt

Parkplatz Lohwall
Lohwall
48231 Warendorf
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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