Skulptur Projekte Münster 2017

 

 
 

Im Sommer 2017 finden in Münster zum fünften Mal die Skulptur Projekte statt. Von Klaus Bußmann und Kasper König 1977 initiiert, sind die Skulptur Projekte zu einer der weltweit wichtigsten Ausstellungen von Kunst im öffentlichen Raum geworden. Ihr großzügiger Turnus von zehn Jahren macht die Ausstellung nicht nur zu einem besonderen Ereignis, sondern auch zu einer Langzeitstudie im Spannungsfeld von Kunst und Öffentlichkeit.

Seit jeher basiert die Ausstellungentwicklung auf den Vorschlägen der eingeladenen Künstler_innen für temporäre Projekte im Stadtraum. Während die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Skulptur und den Möglichkeiten von Kunst im öffentlichen Raum stets Ausgangspunkt der künstlerischen Untersuchungen ist, wirft jede Dekade eigene Fragestellungen auf. Mechanismen, Formwerdungen und Wirkungen von Digitalisierung und Globalisierung beschäftigen die kommenden Skulptur Projekte. 
Die fünfte Ausgabe entsteht in enger Zusammenarbeit von Kasper König als künstlerischem Leiter mit den Kuratorinnen Britta Peters, freie Ausstellungsmacherin aus Hamburg, und Marianne Wagner, Kuratorin für Gegenwartskunst am LWL-Museum für Kunst und Kultur. Insgesamt entstehen etwa 30 neue künstlerische Positionen zwischen Bildhauerei und performativer Kunst, die sich in die baulichen, historischen und gesellschaftlichen Kontexte der Stadt einschreiben.

Das Projekt der Künstlerinnengruppe Peles Empire knüpft an die skulpturale Tradition der Ausstellung an: Barbara Wolff und Katharina Stöver errichten eine begehbare Skulptur gegenüber dem Aegidiimarkt, die sich auf die Geschichte Münsters bezieht. Nicole Eisenman entwickelt einen Brunnen, dessen Bronze- und Gipsfiguren konservative Vorstellungen von Kunst im öffentlichen Raum durchkreuzen. Ayşe Erkmen bezieht sich mit ihrem Projekt auf die Stadtentwicklung, wenn sie die beiden Uferseiten des Münsteraner Stadthafens durch einen knapp unter der Wasseroberfläche liegenden Steg miteinander verbindet. 

Stärker als in den vorangegangenen Ausstellungen werden 2017 performative Formate einbezogen. Das Interesse am Körper resultiert unter anderem aus dessen Verschwinden im digitalen Raum. Künstler_innen wie Alexandra Pirici, Xavier le Roy gemeinsam mit Scarlett Yu oder die Gruppe Gintersdorfer/Klaßen entwickeln jeweils unterschiedliche Formate, die von einer Beteiligung zahlreicher Münsteraner Bürger_innen über das Weitergeben von Handlungsanweisungen an ausgewählte Tänzer_innen bis hin zur kontinuierlichen Zusammenarbeit mit einem großen Netzwerk unverwechselbarer Performance-Stars reichen. 

Ein weiterer konzeptioneller Strang der Ausstellung gilt dem Verhältnis von Skulptur und Zeit. Seit 1977 sind 35 Skulpturen in der Stadt verblieben. Der Diskurs um Dauerhaftigkeit und Veränderung spiegelt sich auch in aktuellen Arbeiten wider: Lara Favaretto setzt in Münster ihre Serie Momentary Monuments (seit 2009) fort, zu der nach der Ausstellung die Zerstörung der gezeigten, monolithischen Steinskulptur gehört; Justin Matherly widmet sich als Bildhauer einer kritischen Durchdringung von Nietzsches Aphorismus von der ewigen Wiederkunft des Gleichen.

Mit dem Lichthof im Altbau, dem Foyer des Neubaus und einem Teil der oberen Ausstellungsräume dienen drei ausgewählte Situationen im LWL-Museum für Kunst und Kultur als Projektstandorte: Gregor Schneider verwandelt den Wechselausstellungsbereich in eine Privatwohnung, die nur über den Notausgang zu betreten ist; Nora Schultz dimmt im Foyer das Licht und durchbricht mithilfe von ungelenken Drohnenaufnahmen die in der Architektur angelegten Wahrnehmungsperspektiven. 
Insgesamt erweitert die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte ihren Radius: Standorte in vier bis fünf Kilometer Abstand zum Zentrum machen die Stadt abseits ihres touristischen Bilderbuch-Kerns erfahrbar. Während der viermonatigen Ausstellungsdauer können die Skulptur Projekte bei freiem Eintritt im Stadtraum besichtigt werden. Besucher_innen sollten zwei Tage einplanen, um alle Werke zu sehen.

Veranstalter der Skulptur Projekte 2017 ist das LWL-Museum für Kunst und Kultur, Träger sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt Münster. Hauptförderer der Ausstellung sind die Kulturstiftung des Bundes und die Sparkassen-Finanzgruppe.

Weitere Informationen:
https://www.skulptur-projekte.de/


Veranstaltungsort:
Stadtgebiet Münster
48143 Münster

 
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Veranstaltungsort: Stadtgebiet Münster, 48143 Münster
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