LiteraturLine: Lesung März 2019

 

 
 

»Und alles ohne Liebe« - Burkhard Spinnen über »Theodor Fontanes zeitlose Heldinnen«​

Frage: Ist Theodor Fontane ein verstaubter Schulbuchklassiker? Antwort: Mitnichten!

Mit  »Und alles ohne Liebe« (gerade im Verlag Schöffling & Co. erschienen) unternimmt Burkhard Spinnen eine gleichermaßen respektvolle wie radikale Lesereise durch Fontanes Werk. Spinnen liest die acht »Berliner Romane« ohne jedes Interesse an historischem Kostüm oder Lokalkolorit, so als spielten sie nicht im Wilhelminischen Deutschland des 19. Jahrhunderts, sondern in einem zeitlosen Hier und Jetzt. Dabei treten Konstellationen hervor, die immer noch aktuell sind oder es jetzt gerade wieder werden. Ganz unverstellt fällt der Blick auf das zeitlose Streben der Figuren nach Selbstbestimmung und Glück.

»Und alles ohne Liebe« arrangiert die Figuren der Fontane'schen Gesellschaftsromane zu einer literarischen Familienaufstellung. Die reicht von den unbeweglichen Schwestern Poggenpuhl über die ewig kindliche Effi und die sich bescheidende Lene hin zu Mathilde Möhring, die sich auf eigene Füße stellt. Burkhard Spinnen zeigt so den inneren Zusammenhalt des Werkes und die Aktualität des vermeintlichen Schulbuchklassikers. Seine Leseexpedition ist geeignet, Fontane-Liebhabern neue Aspekte zu vermitteln. Darüber hinaus gibt sie Anregungen, wie man den Dichter und sein Werk auch jüngeren Lesern nahebringen kann.

»Inmitten all der Neuerscheinungen zu Fontane ist Spinnens Band ein interessanter Beitrag, um sich den Frauenfiguren einmal von einer anderen Seite aus anzunähern. Vor allem aber, um den Staub, den viele auf den alten Klassikern vermuten, mit Nachdruck wegzupusten.« (Anne-Dore Krohn, kulturradio)

Burkhard Spinnen, geboren 1956 in Mönchengladbach, Studium der Germanistik, Publizistik und Soziologie in Münster, 1989 Promotion. Wissenschaftlicher Assistent am Germanistischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, seit 1996 freier Schriftsteller in Münster. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Von 1998 bis 2000 lehrte er am Literaturinstitut der Universität Leipzig. Viele Jahre war er Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt. Burkhard Spinnen ist Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland. Von 1997 bis 2000 hatte er eine Gastprofessur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig inne. Von 2000 bis 2006 saß er in der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. 2008 bis 2010 war er dort Juryvorsitzender. Spinnen leitet Workshops zum literarischen Schreiben, u. a. an der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Neben seinen literarischen und essayistischen Texten schreibt Burkhard Spinnen Rezensionen und Glossen für Zeitungen und für den Rundfunk.

Preise und Auszeichnungen: u. a. 1991 aspekte-Literaturpreis, 1996 Kranichsteiner Literaturpreis, 1999 Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, 2004 Niederrheinischer Literaturpreis der Stadt Krefeld, 2008 Rheinischer Literaturpreis Siegburg.

Ausführliche Informationen über Burkhard Spinnen unter anderem bei Wikipedia: 
de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_Spinnen


Burkhard Spinnen liest aus »Und alles ohne Liebe« das letzte Kapitel.

(Foto: Hermann Köhler)

Weitere Informationen:
http://www.stadt-muenster.de/kulturamt/literaturline.html


Veranstaltungsort:
LiteraturLine
48143 Münster

Veranstalter:
Stadt Münster - Kulturamt

 
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Kategorien: Lesungen
Veranstaltungsort: LiteraturLine, 48143 Münster
Veranstalter: Stadt Münster - Kulturamt
Termin
Mi, 20.03.2019 Ganztägig
Do, 21.03.2019 Ganztägig
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Mo, 25.03.2019 Ganztägig
Di, 26.03.2019 Ganztägig
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