Ausstellung: Rubens meisterhafte Formen

 

 
 

Peter Paul Rubens. Grafische Werke

Peter Paul Rubens gilt als einer der begnadetsten Barockmaler. Üppige, nackte Frauen bevölkern selbstbewusst seine Werke. Die „Rubensfigur“ bezieht sich heute nicht nur auf die Bildwelt des flämischen Malers, sondern bezeichnet auch den „neuen“, kurvigen Typ Frau à la Kim Kardashian. Rubens Bild- und Formensprache ist so aktuell wie nie und kommt in seinen Grafiken besonders gut zur Geltung. Sie entstanden meist nach Vorlage seiner beeindruckenden Gemälde. Daneben kam Rubens aber auch seinem Interesse für die barocke Architektur in seinen Grafiken nach, die er auf einer Italienreise so gründlich studierte und grafisch festhielt. Wieder zu Hause in Flamen, sorgten die weite Verbreitung seiner grafischen Architekturzeichnungen maßgeblich für die Einführung eines barocken Architekturkanons nördlich der Alpen. Die Ausstellung präsentiert einen Querschnitt aus Rubens meisterhaften grafischen Schaffen und zeigt eindrucksvoll die begabte Hand des Künstlers.

Der mit 86 x 120 cm größte bis dahin angefertigte Kupferstich der „Amazonenschlacht“ liefert ein wahres Feuerwerk an überschäumenden Formen und Emotionen. Die mit Angst verzerrten Gesichter dargestellten Amazonen werden von ihren Gegnern erbarmungslos dahin gestreckt. Rubens geniale Komposition lässt das Geschehen auf einem Brückenbogen gipfeln, wo die aufbäumenden Pferde und die menschlichen Körper zu einer Einheit zu verschmelzen scheinen. Diesem Prinzip folgen auch Rubens faszinierende Jagdszenen, in der sich die mit mächtigen Umrissen dargestellten Tiere umeinanderwinden. Rubens strebte bei der Umsetzung seiner berühmten Gemälde in Grafiken eine möglichst malerische Wiedergabe, meist mit den Mitteln und der Sprache des Kupferstichs an. Harte Linien sucht man vergebens.

Neben Rubens künstlerischem Vermächtnis, ist der Ruhm des Künstlers auch einem scharfen Geschäftssinn zu verdanken. Schon früh in seiner Laufbahn beschäftigte er sich mit der Reproduktion seiner Gemälde. So unterhielt er neben einem florierenden Malerei-Unternehmen auch ein Stecheratelier, in welchem unter genauer Kontrolle des Meisters Grafiken nach Vorlage seiner beeindruckenden Gemälde von den besten Kupferstechern angefertigt wurden. Als beliebte Sammlungsstücke des Bürgertums im 17. Jahrhundert, förderte Rubens auf diese Weise mit dem Verkauf der Grafiken auch gleichzeitig die Bekanntheit seiner Gemälde.

Daneben vereint die Ausstellung auf Burg Vischering auch eine Reihe bedeutender Porträts, die sich wie ein Who is Who des europäischen Adels des 17. Jahrhunderts liest. Rubens, der über Beziehungen zu Monarchen, Bischöfen, Diplomaten, Kirchenfürsten und anderen einflussreichen Persönlichkeiten in ganz Europa verfügte, hatte erkannt, dass die druckgrafische Reproduktion eines Herrscherporträts dem Künstler nicht nur die Gunst des Dargestellten sicherte, sondern auch, dass der Dargestellte die Verbreitung seines Bildes als propagandistisches Mittel durchaus zu schätzen wusste.

So widmete Peter Paul Rubens einflussreichen Freunden und Gönner viele seiner Druckgrafiken. Schaut man genau hin und entziffert die lateinischen Worte, rühmt Rubens seine Fürsprecher gerne in Superlativen, wie „optimo“, „excellentissimo“ oder „clementissimo“ – bei der außerordentlichen Verbreitung seiner Grafiken muss dies den Freunden und Gönnern stark geschmeichelt haben.

(Foto: Peter Paul Rubens, Selbstbildnis gestochen von Paul Pontius, nach 1630 © Eckhard Schmelter Fotografie)

Weitere Informationen:
https://www.burg-vischering.de/termine-veranstaltungen/ausstellungen/peter-paul-rubens.html


Veranstaltungsort:
Burg Vischering
Berenbrock 1
59348 Lüdinghausen

 
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