Aus dem Dunkel ins Licht - Neue Sonderschau im LWL-Museum für Naturkunde

 

 
 

Weil sein Magazin umzieht, präsentiert das LWL-Museum für Naturkunde in Münster vom 16. Februar bis zum 13. Mai in einer kleinen Sonderschau Objekte aus all seinen Sammlungen.

In den Sammlungen im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) befinden sich naturkundliche Kulturschätze, deren Großteil meistens verborgen bleibt. Die neue Sonderschau gibt Einblicke in die Regale und Schränke der Magazine mit Präparaten, Fossilien und Insektenkästen. Den Betrachter erwarten Paletten voller Ammoniten, Regale mit dutzenden von Vogelpräparaten, ein Oberschenkelknochen eines Mammuts oder der Schädel eines Wollnashorns. 

In jeder Ecke und in jedem Regal gibt es etwas Neues zu entdecken. "Wir zeigen beispielsweise ein Querschnitt aus den geowissenschaftlichen Sammlungen. Wir wollen den Besuchern verdeutlichen, wie verschieden und komplex unsere Sammlungen sind und was es heißt damit umzuziehen", sagt Dr. Lothar Schöllmann, Leiter der geologisch-paläontologischen Sammlungen des Museums. 

Im Eingangsbereich wird den Museumsbesuchern als besonderer Höhepunkt der rund vier Meter lange und 300 Millionen Jahre alte verzweigte Ast eines Schuppenbaums (Lepidodendron) präsentiert. Mit bis zu 80 Prozent produzierten die Schuppenbäume den größten Anteil der pflanzlichen Biomasse, die zur Bildung der Steinkohle im Ruhrgebiet führte. 

Ebenfalls zu sehen ist ein versteinerter Krokodilschädel, Tyrannoneustes, aus Westfalen. Das seltene Fossil wurde 2014 in einem Steinbruch im Kreis Minden-Lübbecke gefunden, Experten des LWL bargen den Fund und präparierten ihn im Museum. 

In der Sonderschau stehen sich der sogenannte "letzte Wolf" aus dem Jahr 1835 und der erste Totfund von einem zurückgekehrten Wolf aus dem Jahr 2017 gegenüber. Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs: "Der Wolf wurde während der frühen Neuzeit in Mitteuropa großflächig ausgerottet, jetzt kehrt er zurück. Wir dokumentieren mit unseren Sammlungen die besonderen Veränderungen in der heimischen Artenvielfalt. Dazu gehören die beiden Wölfe." 

Auch in der Sonderschau zu sehen ist das Präparat des Tigers Rasputin aus dem Allwetterzoo. Er wurde im vergangenen Jahr in der zoologischen Präparationswerkstatt des Museums fertiggestellt. Nun ist er erstmals für einen längeren Zeitraum für die Öffentlichkeit zu betrachten. Es gibt noch viele weitere Tiermodelle zu sehen etwa vom Tier des Jahres, der Wildkatze sowie vom Star, dem Vogel des Jahres.

Aus der botanischen Sammlung des Museums werden Teile der mit 500.000 Herbariumsbelegen größten Pflanzensammlung Nordrhein-Westfalens gezeigt, darunter verschiedenste Pilze, Moose und Flechten. Die Exponate sind bis zu 250 Jahre alt und stammen aus Westfalen und der ganzem Welt.

"Von den mehr als 2,3 Millionen Objekten in unseren Sammlungen kann natürlich in der Sonderschau nur ein kleiner Teil gezeigt werden", sagt Kriegs. Anhand dieser sonst unzugänglichen Ausstellungstücke werde den Besuchern das Grundprinzip einer naturkundlichen Sammlung näher gebracht und die Kernaufgabe eines Museums "Sammeln - Erforschen - Bewahren" verdeutlicht. 

(Bild: Plakat zur neuen Sonderschau / Motiv: LWL/Puschmann)

Weitere Informationen:
http://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de/de/naturkundemuseum/ausstellungen/sonderschau/


Veranstaltungsort:
LWL-Museum für Naturkunde mit Planetarium
Sentruper Straße 285
48161 Münster

 
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