Die weiße Frau von Tecklenburg

 
 

 
 
 

Diese Geschichte aus unserer Reihe „Sagenhaftes Münsterland“ stammt von unserem User Christof Spannhoff aus Lienen, der damit 50 Euro gewann. Die Geschichte berichtet von Mord, Eitelkeit und einem Geist, der noch heute sein Unwesen treiben soll.

Wie in vielen anderen Schlössern und Burgen soll auch auf der Tecklenburg eine „Weiße Frau“ ihr Unwesen getrieben haben. In ein weißes Gewand gehüllt und mit einem Schlüsselbund klirrend erschien sie um Mitternacht zur Geisterstunde, erklomm die steinernen Stufen ihrer feuchten Gruft, durchschritt alle Räume der Burg und versetzte alle Bewohner in Angst und Schrecken, wandelte dann über den Burgplatz, durchquerte das Burgtor und suchte auch das Burgstädtchen Tecklenburg und seine Bürger heim. Wen aber das Schicksal ereilte, der „Weißen Frau“ zu begegnen, der musste sterben.

Sterben mussten auch die sieben schönen Töchter durch die eigene Hand der „Weißen Frau“, die zu Lebzeiten eine Gräfin von Tecklenburg gewesen sein soll, weshalb sie keine Ruhe finden konnte.

Die schöne junge Gräfin war eine von Stolz und Eitelkeit geprägte Frau, die keine andere Schönheit neben sich duldete. Eines Tages kam eine alte Frau auf die Burg, die sich als Wahrsagerin zu erkennen gab. Die eitle Gräfin ließ sich von dieser weissagen und die alte Frau las aus geheimnisvollen Zeichen, die sie auf den Boden der Tecklenburg warf, dass die Gräfin sieben Töchter das Leben schenken sollte, die von besonderer Schönheit sein sollten, welche die Gräfin alle an Anmut übertreffen sollten. Da erschrak die eitle und stolze Gräfin, konnte sie doch kein weibliches Wesen neben sich dulden, das sie an Liebreiz überflügeln könnte – nicht einmal, wenn es sich um ihre eigene Tochter handelte.

Als nun das erste Kind geboren war und der ganze Tecklenburger Hof an die Wiege der mit rosigen Wangen gesegneten Grafentochter traten und deren Schönheit rühmten, entbrannte in der hoffärtigen Mutter die schmerzhafte Eifersucht. Mit einem weißen Leinenkissen erstickte sie ihr eigenes Kind und beschuldigte die Amme des Mordes an ihrem Kinde.

Vier weitere Töchter fanden so ein frühes und grausames Ende. Die beiden letzten Töchter aber ließ die Gräfin am Leben. Als aber auch diese sie an Schönheit übertrafen, schreckte die Gräfin auch vor zwei weiteren Morden nicht zurück. Die Schuld am Tod der beiden Töchter lenkte die schöne Gräfin auf eine alte Frau. Sie wurde angeklagt und gestand unter der grausamen Folter die Tat. Auf dem Burghof der Tecklenburg wurde sie als Hexe verbrannt.

Die Gräfin behielt bis ins hohe Greisenalter eine blühende und anmutige Gestalt. Ihre Seele jedoch war schwarz und hässlich. Sie fand nach dem Tod der Gräfin keinen Frieden und war seitdem dazu verdammt jede Nacht zur Geisterstunde wiederzukehren und ruhelos umherzugehen.


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