Von Bahnhof zu Bahnhof

 
 

 
 
 

Mit diesem Wander-Tipp starten wir in Greven im Kreis Steinfurt am Bahnhof und kommen nach etwa 17 Kilometer in Emsdetten am Bahnhof an. Und zurück geht es, na? Richtig, mit der Bahn. Wir nutzen die bestens markierten Wanderwege X 24, X 6 und ein bisschen X 13.

Naturschutzgebiet Gronenburg
Zu Beginn führt uns unser Weg durch das Naturschutzgebiet Gronenburg.
Bahnhof in Greven
Unsere Route startet am Bahnhof in Greven.

In Greven nahe der Emsbrücke in Richtung Nordwalde liegt der Bahnhof. Dort starten wir auf dem Hauptwanderweg X 24 des Westfälischen Heimatbundes. Er führt uns durch das Naturschutzgebiet Gronenburg. Wir folgen dem X 24 weiter, gehen ein kleines Stück der Landstraße 555 entlang und wandern weiter gen Norden. Ab dieser Landstraße brauchen wir etwa drei Kilometer, um die Ausläufer des Grevener Ortsteiles Reckenfeld zu sehen.

Reckenfeld ist aus dem im Ersten Weltkrieg gebauten „Nahkampfmitteldepot Hembergen“ entstanden. Das Munitionsdepot bestand aus über 200 Munitionsschuppen, mehreren Verwaltungsgebäuden und einigen sonstigen Einrichtungen. Reckenfeld hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch weitere Wohngebiete enorm vergrößert, doch die Struktur eines gegliederten Munitionsdepots ist immer noch zu erkennen.

Verschwundener Max-Clemens-Kanal

Zu erkennen sind im weiteren Verlauf des X 24 auch die Reste des Max-Clemens-Kanals. Das ist ein Schifffahrtskanal, der Münster und die Niederlande verbinden sollte. Sollte. Hat er aber nicht. Es war im Mai 1724, als unter Fürstbischof Clemens August von Wittelsbach der erste Spatenstich getan wurde. Bis 1730 entstand ein 30 Kilometer langes Teilstück vom Neubrückentor in Münster bis zum Clemenshafen bei Rheine-Mesum. Weitere sechs Kilometer wurden dann zwischen Wettringen und Neuenkirchen von 1766 bis 1771 gebuddelt.

Insgesamt wurde der Kanal von 1731 bis 1840 genutzt, richtig rentabel allerdings war er nie. Das Standardschiff für dieses Kanälchen war ein hölzerner Frachtkahn (Treckschute), drei Meter breit und 16,5 Meter lang. Zehn Tonnen konnte er bunkern und wurde von zwei Pferden gezogen. Der Fachmann sagt dazu treideln. Und es gab ein Postschiff. Der Kanal bekam in der Mitte des 19. Jahrhunderts arge Konkurrenz durch die mittlerweile besser ausgebauten Chausseen. Außerdem litt der Kanal unter permanentem Wassermangel. Am 10. Februar 1840 fiel der Vorhang für den Max-Clemens-Kanal. Heute ist das Überbleibsel auf ganzer Länge von wenig befahrenen Straßen begleitet und oft nur noch als Mulde erkennbar.

Durch Ahlintel

St.-Konrad-Kirche
In der Bauernschaft Ahlintel sehen wir St.-Konrad-Kirche.

Der Wanderweg X 24 führt uns weiter durch die Brennheide, kreuzt den Wanderweg X 13 (den wir liegen lassen) und führt uns über den Emsdettener Mühlenbach. Nach der Überquerung der Nordwalder Straße führt der linksseitige Weg als X 24 weiter über den alten Postdamm. Er verband früher Münster und Steinfurt. Zu beiden Seiten des Postdamms befindet sich der große Ahlinteler Esch, ein ganz besonderer Esch. Er verfügt über eine höhergelegene Trockenlage mit Mutterboden, was reiche Erträge ermöglicht. Darunter liegt ein reiches Kiesvorkommen, das als Baumaterial nutzbar ist. Ein breiter Grundwasserstrom bietet gutes Trinkwasser. Kein Wunder, dass dort früh Menschen ansiedelten, wie Funde belegen.

Der X 24 biegt alsbald rechts ab, wir auch. Einen knappen Kilometer weiter kreuzen wir den Wanderweg X 6, der uns fortan zur Orientierung dient. Und wir sehen in der Bauerschaft Ahlintel die St.-Konrad-Kirche, erbaut 1949. Gegenüber lädt ein Landgasthof zur Einkehr ein. Auf dem weiteren Weg vom Ortskern Ahlintel zum Max-Clemens-Kanal finden wir das Kreuz von Hüls. Es trägt die Jahreszahl 1783 und ist wohl das älteste im Freien stehende Kreuz mit Holzfigur im Raum Emsdetten. Am Max-Clemens-Kanal treffen wir auf Spanings Bild. Es stellt eine Schutzmantel-Madonna dar. Der 18-jährige Emsdettener Georg Schwarte schnitzte sie 1939. Gegenüber weisen knorrige Eichen den Weg zum stattlichen Hof Spaning.

Weiter nach Emsdetten

Deitmars Hof in Emsdetten
Deitmars Hof in Emsdetten ist ein echtes Schmuckstück. Foto: Agnes Schulte (www.agnes-welt.de)

Wir wandern weiter auf dem X 6 durch Deitmars Brook. Dieses Waldgebiet ist Teil einer großen Bruchlandschaft, die im Laufe der Zeit durch schmale Gräben entwässert und urbar gemacht wurde. Es ist ein Mischwald mit Eichen, Buchen, Birken und Fichten. Seltene Sumpfblumen, Farne und Moose weisen noch auf die ursprüngliche Landschaft hin. Wir überqueren den Herzbach und folgen dem X 6 an der Kreisstraße 53 nach rechts. In Emsdetten am Mühlenbach treffen wir auf den X 13, der uns nun zum Ziel führt.

Wir werfen in Emsdetten, bevor wir uns zum Bahnhof tummeln, noch einen Blick auf Deitmars Hof, der letzte von vier Urhöfen im damaligen Dorf Emsdetten, erstmalig 1185 erwähnt. Er wurde 1912 zu seiner heutigen Form umgebaut und 1956 von der Stadt erworben. Emsdettener Heimatbund und Kreisheimatbund sind dort vertreten. Rund um das Hauptgebäude ist eine Museumsinsel entstanden mit dem alten Hofspeicher aus dem 17. Jahrhundert, mit dem August-Holländer-Museum, dem Backhaus und dem wohl einmaligen Wannenmachermuseum. Baden können wir im Wannenmachermuseum allerdings nicht, denn die Emsdettener Wannen sind flache, aus Weiden geflochtene Körbe. Das alte Handwerk bestimmte Jahrhunderte lang das wirtschaftliche Leben des Ortes. Emsdetten war in Nordwestdeutschland einer der wenigen Orte, in denen das Wannenmacherhandwerk ausgeübt wurde. Der Emsdettener Bahnhof ist in Griffweite, wir fahren zurück zum Startpunkt.

 
 

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Startpunkt

Bahnhof Greven
Biederlackstr. 6
48268 Greven
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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