Nach Rinkerode und durch die Davert

 
 

 
 
 

Es geht nach Rinkerode und durch die Davert. Mit diesem Wander-Tipp bieten wir eine 15 Kilometer lange Rundwanderung an. Sie führt über die Hauptwanderwege X 3, X 14, X 15 und über einen Verbindungsweg, den der Westfälische Heimatbund wie üblich mit einer Raute gekennzeichnet hat.

Libelle
Farbenprächtige Libellen erwarten uns in den Sommertagen auf unserer Wanderung. Foto: Biologische Station Steinfurt

Rinkerode ist ein Stadtteil von Drensteinfurt, auch liebevoll Stewwert genannt, mit 3650 Einwohnern. Das Dörfchen hat seinen ländlich-westfälischen Charakter noch erhalten. Neben der barocken Pfarrkirche St. Pankratius gehören Haus Borg und Haus Bisping zu den Sehenswürdigkeiten. Doch diese beiden Häuser schauen wir uns erst am Ende der Wanderung an. Wir werfen jetzt einen Blick in Richtung der 1721 erbauten Kirche. Denn dort finden wir die Markierung des Wanderwegs X 3, der wir erst einmal folgen. Der X 3 führt uns zur Bahnlinie. Direkt dahinter biegen wir nach links ab auf den Wanderweg X 15.

Wir kommen an der örtlichen Kläranlage vorbei und überqueren den Flaggenbach. Der war einmal einer der typischen unbelasteten Tieflandbäche des Münsterlandes. Dann aber hat man es ihm durch Regulierung und Einleitungen verschiedenster Art mächtig besorgt. Trotzdem besiedeln zahlreiche Tierarten den Bach. Zum Beispiel Schnecken oder seltene Libellen wie die Herbst-Mosaikjungfer.

Am Hiltruper See

Hiltruper See
Der Hiltruper See, nach seinem ersten Pächter auch als Steiner See bezeichnet, ist ein durch Sandabbau entstandener See südlich von Hiltrup in Münster.

Wir begleiten den Wanderweg X 15 noch etwa zwei Kilometer gen Norden, biegen dann aber links ab auf den Verbindungsweg, den die netten Wegewarte des Westfälischen Heimatbundes mit einer Raute gekennzeichnet haben. Wir sind mitten in der Hohen Ward. Die Hohe Ward wird heute hauptsächlich zur Trinkwassergewinnung genutzt und ist zudem für die Münsteraner ein beliebtes Naherholungsgebiet. Früher diente die Hohe Ward auch zum Sandabbau, so entstand der Hiltruper See, an dem wir uns nun befinden. Die Hiltruper nennen ihren See auch gerne Steiner See. Warum? Der Fabrikant Steiner aus Dortmund pachtete das 1913 für den Bau des Bahndamms Münster-Dortmund entsandete Gewässer und züchtete dort bis 1925 Forellen.

Steiner errichtete außerdem um 1925 am See ein Haus mit Clubraum und eröffnete für mehrere Vereine die Möglichkeit zum Schwimmen und Baden. Die Gemeinde Hiltrup erweiterte diese Bademöglichkeit zehn Jahre später zu einem großzügigen Seebad. Heute herrscht aus Grundwasserschutzgründen strenges Badeverbot, und die letzten Sandabgrabungen wurden auch schon lange stillgelegt. Der See kann auf einem schmalen Pfad umrundet werden. Nordwestlich befindet sich seit 1968 das bekannte Waldhotel Krautkrämer.

Durch die Hohe Ward

In der Hohen Ward
In der Hohen Ward erwartet uns unter anderem ein Naturlehrpfad. Foto: NABU Station Münsterland

Über die Besonderheiten des Gebiets informiert der „Naturlehrpfad Hohe Ward“ ab Parkplatz an der Straße „Zum Hiltruper See“ nahe der Westfalenstraße. Auf 13 Kilometern findet der Naturfreund 15 erläuternde Informationstafeln.

Eine Landwehr kreuzt den weiteren Wanderweg. Landwehren sind Schutzwälle, die im 13. und 14. Jahrhundert entstanden sind. Sie konnten zwar nicht jeden Eindringling abhalten, doch stellten sie, auch durch ihre dichte Bepflanzung und die Wassergräben, ein schwer zu überwindendes Hindernis gegen Raubzüge und fremde Plünderer mit Pferd und Wagen dar.

Vorbei an Haus Heidhorn, dem Sitz der NABU-Naturschutzstation Münsterland, geht es so langsam in die Davert – das größte zusammenhängende Waldgebiet mit 150 Jahre alten Eichen- und Buchenwäldern im Münsterland. Größere Tierarten wie Damwild, Wildschweine und Rehe, Dachse oder Marder sagen sich hier guten Tag. An Vögeln ist die Davert unter anderem Heimat zweier selten gewordener Arten: Wespenbussard und Mittelspecht. Klar sind die Tiere nur schwer zu beobachten. doch verraten viele Spuren ihre Anwesenheit: Wildschweine suhlen sich an feuchten Stellen, der Schwarzspecht hinterlässt in einem Fichtenstamm ein tiefes Loch.

Vorbei an Haus Borg

Haus Borg in Drensteinfurt
Haus Borg in Drensteinfurt setzt sich aus einer Dreiinsellage zusammen, die aus einer sogenannten Vorburg, einer Hauptburg und einem Garten besteht. Foto: Agnes Schulte (www.agnes-welt.de)

Der Rautenweg endet am Wanderweg X 14, auf den wir dann nach links abbiegen. Nach einem knappen Kilometer biegen wir dann links auf den Wanderweg X 3, der X 14 verläuft nach rechts weiter. Der X 3 bringt uns nach etwa 2,5 Kilometer zu Haus Borg. Diese Wasserburg auf zwei Inseln ist vollständig erhalten geblieben. Die zwei Höfe von Haus Borg sind umgeben von Wohn- und Ökonomiebauten, die zwischen dem 15. und dem 20. Jahrhundert entstanden sind. So weit spannt sich der romantischbunte Bogen verschiedener Bauperioden. Hier wirkten namhafte Baumeister und Künstler, unter ihnen Gottfried Laurenz Pictorius. Übrigens: Engelbert Freiherr von Kerckerinck zur Borg gehört zu den Gründern der Heimatschutzbewegung in Westfalen. Er wurde in der Gründungsversammlung des Westfälischen Heimatbundes am 20. Dezember 1915 zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Die Anlage, 1986 umfassend renoviert, ist nicht von Innen zu besichtigen. Daher werfen wir nun einen verstärkten Blick auf das Torhaus. Es wurde 13 Jahre nach dem Torhaus von Haus Bisping gebaut. Dorthin eilen wir nun, denn es liegt quasi nur einen Steinwurf weiter. Von diesem ehemaligen Wasserschloss sind nur noch Teile der Gräfte und das Torhaus aus dem Jahre 1651 erhalten. Dort wurde 1606 der münstersche Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen geboren.

Wir überqueren die Bundesstraße 54 und nur noch wenige Schritte trennen uns von unserem Ausgangspunkt, die Pfarrkirche St. Pankratius.

 
 

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Startpunkt

Pfarrkirche St. Pankratius
Sankt-Pankratius-Kirchplatz 3
48317 Drensteinfurt
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
 

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