Stadtgeschichte Stadtlohn

 
 

 
 
 

Stadtlohn - Die heutige Stadt entstand zum 01.07.1969 durch den Zusammenschluß der Stadt Stadtlohn und der Gemeinde Kirchspiel Stadtlohn, die zum 1. 8.1964 aus den Gemeinden Almsick, Estern-Büren, Hengeler-Wendfeld, Hundewick und Wessendorf gebildet worden war.

Wappen Stadtlohn

Stadtlohn: Die schon von Bischof Liudger um 800 gegründete Pfarrkirche (hl. Otger) war später eine der 4 Kaplaneien des Bischofs von Münster und Sitz eines Archidiakons. Als erste der Herren von Lohn sind 1085 Gerhard und sein Sohn Gottschalk in einer Urkunde des Bischofs Erpho von Münster erwähnt. Die Herren von Lohn hatten ihren Sitz auf einer Burg zwischen der Kirche und der Berkelfurt, die zum Schutze des Bistums wohl unter Bischof Werner (1132-1151) gebaut worden war. Gottschalk von Lohn mußte 1152 dem Bischof Friedrich erklären, daß er Burg und Grafschaft nur im Auftrage des Bischofs verwalte.

Trotzdem entwickelte sich unter einen Nachfolgern eine eigene Herrschaft, die sich durch die gemeinsam mit denen von Steinfurt 1238 ererbte Herrschaft Bredevoort beträchtlich erweiterte und häufig mit dem Bischof von Münster in Fehde lag. Der Erbe der Herren von Lohn, Otto von Ahaus, trat 1316 seine Ansprüche an Bischof Ludwig von Münster ab. Der bischöfliche Haupthof Lohn war Oberhof für einen Hofesverband von über 80 Höfen, vor allem um Stadtlohn, in Reken und in Gescher. Das Lohner Hofrecht, seit 1363 bis zur Mitte des 16. Jh. in schriftlicher Form als Weistum geführt, diente anderen Hofrechten als Vorbild das Lohner Hofgericht war Berufungsinstanz bei Zweifelsfragen. Der Ort erhielt wohl im 14. Jh. durch die Bischöfe von Münster Stadt- bzw. Wigboldsrechte.

Der Name Stadtlohn erscheint erstmals 1411 (früher u. a. "Loen" und 1258 "Nortlon"). Stadtlohn - noch im 16. Jh. nur mit Wall, Graben und Toren befestigt - wurde 1584 im Kölnischen Krieg geplündert und teilweise verbrannt und 1598 von Mendoza besetzt. Im Jahre 1611 zerstörte ein Brand fast die ganze Stadt. Nördlich der Stadt, im Lohner Brook, fand am 06.08.1623 eine der wichtigen Schlachten im 30jährigen Krieg statt, in der der "Tolle Christian", Herzog von Braunschweig, vom kaiserlichen Feldherrn Tilly und dem Grafen Johann Jakob von Bronckhorst zu Anholt vernichtend geschlagen wurde. In der alten Marienwallfahrtskapelle auf dem Hilgenberg soll Tilly nach der Schlacht zum Dank gebetet haben. Sie wurde um 1700 neu erbaut und zog zahlreiche Prozessionen an, bis das Gnadenbild 1885 gestohlen wurde.

Schon Mitte des 17. Jh. Iäßt sich die Töpferei als Gewerbe nachweisen. Noch heute gibt es in Stadtlohn mehrere Töpfereien. Eine Webergilde wird 1579 genannt, 1764 waren 50 Meister und Gesellen und 96 Kinder in der Weberei beschäftigt. 1863 wurde die erste mechanische Weberei eröffnet, der 5 weitere folgten. Daneben entstanden eine Stuhlfabrik und eisenverarbeitende Betriebe.

Das kleine Stadtgebiet von 46 ha konnte 1910 und 1930 durch Teileingemeindungen von Das kleine Stadtgebiet von 46 ha konnte 1910 und 1930 durch Teileingemeindungen von Wessendorf,wozu auch der 1902 erbaute Bahnhof der Westfälischen Landeseisenbahn gehörte, auf 646 ha vergrößert werden. Bei schweren Luftangriffen am 11. und 21.03.1945 wurden annähernd 300 Menschen getötet und die Stadt zu etwa 80% zerstört.

Kirchspiel Stadtlohn: In Wessendorf beim Hof Bockwinkel liegt die "Hünenborg", die aus einer Hauptburg mit 5 m hohen Wällen und Graben (etwa 120 x 180 m) und einem 1,5 m hohen Außenwall (etwa 300 x 350 m) besteht. Die in der Hauptburg gefundenen Scherben lassen die Anlage in die Zeit um 800 datieren. Die Gemarkung von Wessendorf lag wie die von Hundewick quer über dem 5,5 km langen, von Stadtlohn nach Südlohn reichenden Lohner Esch. Bis etwa 1900 war Wenningfeld überwiegend Heide und Moorlandschaft, die erst nach dem 1. Weltkrieg besiedelt und urbar gemacht wurde. Hier wurde 1963 ein Sportflugplatz eröffnet, der seit 1973 auch für kleinere Motorflugzeuge ausgebaut ist.

Aus Hundewick wurde schon 1618 Kalk zur Verhüttung von Eisenerz an die Ruhr geliefert, um 1900 entstanden die Westfälischen Kalkwerke. Die Bauerschaften Esternund Bürenwurden bei der Gründung der Pfarrei Gescher im 11. Jh. geteilt, ein Drittel verblieb bei (Stadt-) Lohn. Auf der Hengelborg (1816 abgebrannt) errichtete Fürstbischof Franz Arnold 1717 eine Jagdkapelle. In Büren wurde 1914 eine Kirche (hl. Carl Borromäus) erbaut. Zu Almsick gehört das wildreiche Waldgebiet des Lohner Liesner, wo im 18. Jh. noch Wildpferde lebten. Auf dem Galgenbülten in Wendfeldlag die bis um 1800 benutzte Lohner Richtstätte.

Quelle: DER KREIS BORKEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung der Bezirksregierung Münster


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