Rheine: Das Josef-Winckler-Haus

 
 

 
 
 

Rheine - Am 7. Juli 1881 wurde der Schriftsteller Josef Winckler als Sohn des damaligen Salineninspektors an der Saline Gottesgabe in Rheine geboren.

Der Tolle Bomberg

Literaturgeschichtliche Bedeutung erlangte Josef Winckler mit den „Eisernen Sonetten“ (1912-1914), der ersten Industrielyrik-Sammlung in der deutschen Literatur. Das Josef-Winckler-Haus in Rheine würdigt sein Schaffen.

Weit größere Popularität als die Lyyrik erreichte sein Schelmenroman „Der tolle Bomberg“ (1923). Bis heute sind die von Winckler geschilderten Streiche des Freiherrn von Bomberg in Westfalen bekannt und beliebt. Mehr als 750000 Exemplare des Buches wurden verkauft und zweimal erfuhr der Stoff sogar eine Verfilmung (1932 und 1957).

Im Vorwort zum Buch heißt es: "Hier soll keine Satire des westfälischen Adels geschrieben noch ein witziges Kompendium monströser Schnurrpfeifereien angelegt werden – dies Buch verdankt der Laune Gottes selber seine Existenz, der unermeßlichen Schöpferlaune, die solche Kerls in die Welt setzte, wie der tolle Bomberg einer gewesen ist...."

Obwohl Josef Winckler nur wenige Jahre in Rheine gelebt hat, pflegte er vor allem im fortgeschrittenen Alter eine enge Verbindung zu seiner Heimatstadt Rheine. 1961 stiftete er den Josef-Winckler-Preis, mit dem bis heute jährlich die besten Schüler der Stadt Rheine ausgezeichnet werden.

So verfasste er für eine Ausgabe des Westfalenspiegels aus dem Jahr 1952 folgenden Text: „Vor der Saline steht heute noch die breite Laube mit den knorrig verpflochtenen Ästen der grauen Linde, unter deren schattigem Dach ich zuerst gespielt und wo am runden Steintisch meine Mutter manchen Vormittag Erbsen döppte, Äpfel schälte, Kirschen entkernte, und wo ein gezähmter Rabe seine dreisten Späße trieb, wo auch die Nachbarn erschienen und mit Vater einen „ollen Kloaren“ tranken, wo mit den Salinenarbeitern abgerechnet wurde und mancher ernste Disput über die Zukunft der Saline wie eine kleine Volksversammlung dumpf wogte, die wir Kinder noch nicht verstanden.“

Er hinterließ der Stadt Rheine außerdem Möbel, Familienporträts und einen Teil seiner Bibliothek, damit mit diesen Gegenständen eine der Öffentlichkeit zugängliche „Gedenkstätte an sein Schaffen“ eingerichtet werden kann. Nach langjähriger Präsentation des Winckler-Nachlasses im Falkenhof hat die Stadt Rheine nun ein Museum im Geburtshaus des Schriftstellers Josef Winckler eingerichtet, Josef-Winckler-Haus in Rheine.

Es ist ein Haus voller Geschichten geworden. Die Besucher können in Kindheitserinnerungen der Jahrhundertwende eintauchen, den Rhythmus früher Industriedichtung in sich aufnehmen, den phantastischen Streichen und Abenteuern des „Tollen Bomberg“ lauschen, die Leuchtkraft expressiver Malerei entdecken oder die Atmosphäre einer Bibliothek und eines „Dichterzimmers“ auf sich wirken lassen.

 
 

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Besichtigung

Josef-Winckler-Haus
Salinenstraße 105
48431 Rheine
Tel.: 05971 920610
Fax: 05971 920614
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Führungen

Führungen durch das Josef-Winckler-Haus dauern etwas eine Stunde und können bei den Städtischen Museen Rheine unter Telefon 05971 920610 gebucht werden. Preis: 30 Euro pro Gruppe (bis 15 Teilnehmer).
 

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