Neues „Heim“ für Mauersegler und Fledermäuse im Berufskolleg Ibbenbüren

 
 

 
 
 

Ibbenbüren - "Alle Nisthilfen der Mauersegler sind dieses Jahr besetzt. Die Artenschutz-Maßnahmen im Zuge der Sanierung des Berufskollegs Ibbenbüren sind ein gelungenes Beispiel einer naturverträglichen Gebäudesanierung", freut sich Hildegard Röckener, Biologin in der Unteren Naturschutzbehörde.

Doch wie kam es überhaupt zu diesem Ergebnis? Das 40 Jahre alte Berufskolleg des Kreises Steinfurt in Ibbenbüren musste dringend saniert werden: Fassade, Fenster, Dach, Brandschutz, Elektrik waren veraltet und der Energieverbrauch entsprechend hoch. Bei der Bestandsaufnahme am Gebäude stellte sich jedoch heraus, dass hinter den Fassadenplatten und in den Fugen ca. 40 Mauerseglerpaare nisteten. Zudem lebten im Bereich der Attika Zwerg- und Breitflügelfledermäuse.

Der Kreis Steinfurt als Inhaber des Gebäudes stand damit vor einem häufig auftretenden Konflikt zwischen Klima- und Artenschutz bei Gebäudesanierungen:Mauersegler und Fledermäuse sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Tiere dürfen daher nicht getötet und ihre Lebensstätten nicht zerstört werden. Mauersegler und Fledermäuse sowie zahlreiche weitere gebäudebewohnende Vogelarten, wie Haussperling oder Mehlschwalbe, gehen bundesweit zurück. Ein Grund für diesen Trend liegt im Verschluss von Spalten, Hohlräumen und Einflugöffnungen sowie illegaler Entfernung von Nestern bei Sanierungen. Andererseits sind Gebäudesanierungen durch den sinkenden Energiebedarf auch sehr wichtig für den Klimaschutz.

Das Gebäudemanagement des Kreises Steinfurt plante daraufhin in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde die Sanierung um: Nisthilfen und künstliche Fledermausquartiere wurden vor Beginn der Brutzeit an einem benachbarten Gebäude angebracht und bieten den Tieren eine vorübergehende Bleibe. Am Gebäude selbst sorgte ein Mantel aus Vlies dafür, dass die Tiere nicht versehentlich in den Baustellenbereich einflogen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Gebäudemanagement und Unterer Naturschutzbehörde hat sich absolut gelohnt, sagt Hildegard Röckener: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Artenschutz-Maßnahmen. Schon bald werden hier die jungen Mauersegler ausfliegen und ihre Flugkünste können beobachtet werden." Nach Abschluss der Arbeiten im Herbst 2020 werden an der neuen Fassade spezielle Einbausteine für Mauersegler eingebaut, die dann permanent als Nisthilfen dienen.


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