Ein paar Schlösser und ein Kloster

 
 

 
 
 

Ostbevern im Westen des Kreises Warendorf ist hier unser Begehr. Wir starten in diesem netten Dörfchen, sehen uns das Kloster Vinnenberg an, streifen ein wenig Füchtorf und das Schloss Harkotten und kommen schließlich im niedersächsischen Glandorf an. Zurück geht es dann 20 Minuten lang mit dem Linienbus.

Schloss von Korff in Füchtorf bei Sassenberg
Schloss von Korff in Füchtorf bei Sassenberg, auch Harkotten 2 genannt, liegt ebenfalls au unserem Weg

St. Ambrosius in Ostbevern
St. Ambrosius in Ostbevern

Zuerst weist uns der Hauptwanderweg X 4 den Weg, später dann der X 17. Achtung: Diese länderübergreifende Wanderung hat die beachtliche Länge von 21 Kilometern. Vorab vielleicht üben?

Der Einstieg ist schnell gefunden. Und zwar in Ostbevern an der Hauptstraße direkt vor der nicht zu übersehenden altehrwürdigen Pfarrkirche St. Ambrosius. Obacht: Dort kreuzen sich die Wanderwege X 4 und X 20. Wir entscheiden uns für den X 4, nicht ohne zuvor einen Blick auf St. Ambrosius zu werfen. Die erste Pfarrkirche in Ostbevern wurde vermutlich 1194 gebaut. Aus dieser Zeit stammt noch der untere Teil des heutigen Kirchturms. Der Patron, also der Heilige Ambrosius, war übrigens Bischof von Mailand und starb 397.

In unmittelbarer Nachbarschaft findet sich auch das Alte Pastorat, ein eingeschossiger Fachwerkbau auf dem Jahre 1640, jetzt Altentagesstätte und Pfarrbücherei. Dieses hübsche Gebäude mit seinen weiß geputzten Gefachen bildet zusammen mit der Kirche den Dorfmittelpunkt. Jetzt sollten wir uns aber so langsam in Gang setzen. Und zwar über die Hauptstraße, um alsbald nach links abzubiegen.

Nach zwei Kilometern stehen wir vor dem Wasserschloss Loburg. Der ein oder andere Besucher wird bei dem Anblick dieses imposanten Barockschlosses vielleicht ein paar Bauchschmerzen bekommen. Warum? Seit 1951 beherbergt es ein Gymnasium mit Internat. Und seien wir mal ehrlich. Nicht jeder denkt mit einem Bauch voller Glücksgefühle an seine Schulzeit zurück. Das Schloss bekam 1899 einen Blitzschlag ab und brannte völlig nieder. Aber schon ein Jahr später wurde es in stilistischer Anlehnung an den Schlaun’schen Bau wieder aufgebaut und gleich vergrößert. Ein englischer Garten mit mehreren kleinen Gebäuden wurde 1903 angelegt. Die Loburg ist ein freies katholisches Internatsgymnasium in der Trägerschaft des Bistums Münster und genießt einen ausgezeichneten Ruf weit über die Grenzen hinaus.

Weiter zu Kloster Vinnenberg

Kloster Vinnenberg
Kloster Vinnenberg

Wir wandern weiter gen Westen schön brav auf dem X 4, überqueren vorsichtig die Bundesstraße 51 und erfreuen uns zehn Kilometer lang an der Ruhe in der Natur der Rottwinkeler Heide und der Bevermark. Zwischendurch können wir uns stärken, denn wir kommen am Bauerncafé Habichtshof vorbei (täglich geöffnet, von Oktober bis März dienstags Ruhetag). Durch den Vinnenberger Busch kommen wir zum gleichnamigen Kloster nahe der Grenze zum Landkreis Osnabrück.

Die Ritter Bernhard und Johann von Vinnenberg verkauften 1252 ihr adeliges Gut an die Schwestern des bereits in der Nähe bestehenden kleinen Klosters Marienberg zur Gründung eines Zisterzienserinnenkonvents. So trägt seit nunmehr 750 Jahren das Kloster den Namen des ehemaligen Adelshofs Vinnenberg, der damals auf einer kleinen Flussinsel der Bever lag und bildet einen großen Anziehungspunkt als Stätte des Gebets und der Kontemplation, geprägt durch verschiedene Ordensgemeinschaften. In den letzten 100 Jahren lebten hier Benediktinerinnen vom Hl. Sakrament, die aufgrund von Alter und Krankheit im Sommer 2005 ihr Kloster verlassen mussten.

Jetzt gibt es dort den Förderverein Kloster Vinnenberg e.V. In diesem Rahmen möchte man dem kulturellen, gesellschaftlichen und religiösen Einbruch entgegenwirken, die bestehende Tradition einerseits achten und bewahren und andererseits einen Wandel herbeiführen, der der Zukunft sinngebende Impulse geben wird. Der Einbruch soll zum Umbruch und Aufbruch werden.

Doppelschlossanlage Harkotten

Schloss von Korff
Schloss von Korff: Das noble im Charakter einer Villa erbaute Herrenhaus ist im klassizistischen Stil ausgeführt. Foto: www.wehrbauten.de

Am Kloster Vinnenberg kommen die Hauptwanderwege X 4 und X 17 zusammen, streifen mit uns das Örtchen Füchtorf, ein Stadtteil von Sassenberg, und trennen sich erst nach sieben Kilometern wieder am Schloss Harkotten.

Nun stehen wir, nachdem wir die nicht gerade ungefährliche Bundesstraße 475 überquert haben, vor der imposanten Doppelschlossanlage Harkotten mit den beiden selbstständigen Schlössern von Ketteler östlich und von Korff westlich. Die Burg wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Heinrich II. von Korff angelegt und hat im Laufe der Jahrhunderte etliche Veränderungen erfahren.

Schloss von Ketteler
Schloss von Ketteler ist der zweite Bau im Schlösserbunde.

Der Schlossbau Ketteler im Osten wurde von 1754 bis 1767 errichtet – mit fünfjähriger Unterbrechung während des Siebenjährigen Krieges. Das mächtige Gebäude hat ein hohes Kellerschloss, zwei Stockwerke und ein Mansardendach. Nachdem die Firma des Designers Luigi Colani mehrere Jahre im Schloss beheimatet war, übernahm es 1987 Dieter Sieger und ließ es umfassend restaurieren, um die Räume anschließend für seine Designagentur zu nutzen, die heute noch dort ist. Gleichzeitig wurden durch den belgischen Gartenarchitekten Jacques Wirtz auch die Außenanlagen wiederhergestellt.

Das Schloss von Korff wurde 1805 und 1806 nach dem Vorbild von Schloss Wörlitz bei Dessau gebaut. Nobel sieht es aus, ein ganz im klassizistischem Stil errichtetes Herrenhaus. Es wird heute noch von der Familie von Korff bewohnt. Daher gilt für dieses wie für das Nachbarhaus: gucken ja, betreten nein.

Jetzt müssen wir unser Augenmerk wieder ein wenig auf die Wegezeichen richten. Denn hier trennen sich der X 4 und der X 17. Wir folgen dem X 17 Richtung Glandorf. Kurz vor der Merschmühle verlassen wir den X 17 und gehen Richtung Ortskern zum Parkring. Dort findet sich der ZOB, der zentrale Omnibusbahnhof. Ab hier fahren wir mit dem Linienbus zurück. Wenn Ihnen die Wanderung gefallen hat, sagen Sie es weiter, wenn nicht, sagen Sie es uns.

Rückfahrt planen

Fahrpläne sind im Internet unter anderem unter www.rvm-online.de einzusehen oder unter der Service-Nummer 01803 – 50 40 30 telefonisch abzufragen. Da auch die „schlaue Nummer“ sparen muss, erreichen die Anrufer nachts und sonntags nunmehr eine computergestützte automatisierte Auskunft. Nur an Werktagen zwischen 10 und 20 Uhr sind weiterhin noch persönliche Auskünfte möglich.

 
 

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Startpunkt

Pfarrkirche St. Ambrosius
Bahnhofstraße 1
48346 Ostbevern
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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