Bethäuser, Burg und Bahnhofmuseum

 
 

 
 
 

Wir wandern rund zwölf Kilometer von Ochtrup über Welbergen nach Metelen zum Eisenbahnmuseum. Von dort geht es zurück mit der Bahn. Orientierung geben uns die Hauptwanderwege X 7 und X 12 des Westfälischen Heimatbundes.

Hauptwanderweg X7
Der X 7 und der X 12, beides Hauptwanderwege des Westfälischen Heimatbundes, sind unsere Wegbegleiter auf dieser Wanderung.

Los geht es in Ochtrup am Kirchplatz an der nicht zu übersehenden Lamberti-Kirche mit ihrem 73 Meter hohen Turm. Das Gotteshaus trägt den Namen des Heiligen Lambertus, der da war Bischof von Maastricht und um 635 geboren wurde. Gebaut wurde Lamberti in der Zeit zwischen 1866 und 1871 und gilt als exemplarisch für die Neugotik. Und das hübsche Fenster im Chorraum zeigt wen? Ja, richtig: den Heiligen Lambertus.

Töpferstadt Ochtrup

Das Töpfereimuseum in Ochtrup
Das Töpfereimuseum in Ochtrup lädt zu einem Abstecher ein und gibt Aufschluss über den Beinamen der Stadt.

Wir verlassen jetzt die Kirche und lassen auf der Kolpingstraße unseren Blick schweifen. So entdecken wir auch schon bald an der Kolpingstraße das weiße X für den Hauptwanderweg X 7, der uns – von Gronau kommend – aus der Töpfer- und Textilstadt, wie sich Ochtrup gerne selber nennt, gen Osten hinausgeleitet.

Ach so: Warum sich Ochtrup auch Töpferstadt nennt, wollen wir uns am Ende der Wanderung, wenn wir aus dem Zug steigen, zu Gemüte führen. Dann könnten wir nämlich unsere Schritte noch zum Töpfermuseum lenken.

So, wir starten. Eine kurze Wegbeschreibung: Wir gehen weiter über die Kolpingstraße, die Hellstiege, biegen an der Lortzingstraße links ab, überqueren die Laurenzstraße, um dann auf dem Postdamm ganz kurz weiterzugehen. Die nächste Straße rechts biegen wir ab, um links über den Feldkamp den Ortskern endgültig zu verlassen.

St. Dionysius in Welbergen

St. Dionysius in Welbergen
St. Dionysius in Welbergen

Nach insgesamt gewanderten fünf Kilometern stoßen wir auf den Wanderweg X 12, der uns gen Süden nach Welbergen geleitet. Das Ochtruper Örtchen Welbergen beherbergt auf einer Fläche von 20 Quadratkilometern etwa 1200 Einwohner, die ihre Heimat hegen und pflegen. Beweis: Dieses wirklich nette Fleckchen nimmt seit Jahren am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil und wurde 2002 als schönstes Dorf im Kreis Steinfurt gekürt. Ein Jahr später bekam Welbergen eine Silbermedaille auf Landesebene.

Vor uns tut sich die Kirche St. Dionysius auf, heute eine Filialkirche von St. Lamberti. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts gebaut. Und zählt heute zu den besterhaltensten romanischen Bauwerken im Münsterland. Wieder ein Superlativ auf unserer Wanderung. Der Kirchenraum ist ein Saal, also ohne Pfeiler ausgestattet. Im Altarraum finden wir ein besonders auffälliges Grabmal, in dem der Ritter Johann von Oldenhus begraben liegt. An der Nordwand sehen wir zwei Reliefs, in deren Mitte eine flache Platte mit einem Kentaur abgebildet ist. Dieses heidnische Wesen, halb Mensch, halb Pferd, soll im christlichen Sinne Stärke darstellen. Der Geschichte zufolge sollen die Reliefs aus dem 12. Jahrhundert stammen.

Haus Welbergen

Haus Welbergen in Ochtrup
Haus Welbergen in Ochtrup liegt ebenfalls am Wegesrand.

Ziehen wir weiter mit dem X 12, lädt uns alsbald Haus Welbergen ein. Haus Welbergen ist ein Kleinod. Von den Wegen entlang der Gräften ergeben sich immer reizvolle Blicke auf die Wasserburg.

Ein wenig heimatkundlicher Geschichtsunterricht gefällig? Die Burg erlebte im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Um- und Anbauten. So nahmen in den Jahren 1730 bis 1733 die Besitzer einen grundlegenden barocken Umbau mit Anlage eines Barockgartens vor. Am Eingang zur Vorburg steht die Wassermühle, die die Besitzer in ihrer jetzigen Form zwischen 1625 und 1632 errichteten. Direkt neben der Mühle steht auch heute noch der aus dem beginnenden 19. Jahrhundert stammende Getreidespeicher.

Kurze Rast in den Gärten

Garten von Haus Welbergen
Die Gärten von Haus Welbergen sind eine echte Attraktion.

Der niederländische Bankier Jan Jordaan und seine Gattin Bertha erwarben 1929 die Burganlage. Nach dem Tode Jordaans gründete die Witwe 1959 die Bertha-Jordaan-van-Heek Stiftung. Diese Stiftung machte sich die Erhaltung und Pflege der Wasserburg mit den dazugehörigen Natur- und Landschaftsschutzgebieten zur Aufgabe. Auch heute noch fördert die Stiftung den Austausch von Kunst und Wissenschaft zwischen Deutschland und den Niederlanden und will zur Verständigung beider Länder beitragen. Vorbildlich.

Die Gartenanlagen auf der Vorburginsel sind das attraktivste Ausflugsziel. Nach historischen Vorbildern wurde eine stimmungsvolle Gartenanlage am ehemaligen Standort zweier Wirtschaftsgebäude errichtet. Ein gestalterisch an die Formen der Renaissance angelehnter Brunnen gibt dem Garten Ruhe. Auf der Vorburginsel, jenseits der Marienkapelle, befindet sich noch ein bis in die Renaissancezeit nachzuvollziehender kleiner Gartenbereich. Haus Welbergen ist besonders zur Stauden- und Rosenblüte während der Sommermonate ein reizvolles Besucherziel. Park und Garten sind während des Tages geöffnet. Durch das Haus selber sind nach Anmeldungen Gruppenführungen möglich (Tel. 02553 / 972728).

Weiter zum Bahnhof Metelen

Bahnhof Metelen
Im Bahnhof Metelen findet sich heute ein kleines Museum wieder, das allerdings nur an wenigen Tagen im Monat geöffnet hat.

Vier lockere Kilometerchen noch auf dem X 12 und wir sehen unser Ziel: ein altes Bahnhofsgebäude, das zum Eisenbahnmuseum umgemodelt wurde. Betrieben von der Eisenbahn-Interessengemeinschaft. Diese Fan-Gruppe gründete sich im Juli 1986 und ist Nachfolgerin der Bürgerinitiative „Rettet den Bahnhof Metelen Land“, die im Juli 1985 auf der Taufe gehoben wurde. Sie unterhält den Bahnhof und bringt Leben in das Bahnhofsmuseum, in dem eine Uniform- und Mützensammlung zu sehen ist, das erhaltene, voll funktionsfähige, mechanische Stellwerk des Bahnhofs, eine Gleisanlage mit Weiche, eine selbstgebaute Handhebeldraisine, Werkstattwagen, Bauzugwagen, eine Industriediesellok und eine Modellbahnanlage. Das Museum ist von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Wir warten auf den Zug, der uns innerhalb von nur sechs Minuten zurück nach Ochtrup fährt. Dort angekommen, sollten wir die Gelegenheit nutzen, uns das Töpfermuseum anzusehen – wir erinnern uns.

Es wartet dienstags bis freitags von 9 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr auf die Besucher, sonntags von 15 bis 17 Uhr und samstags von Mai bis Oktober zu dieser Uhrzeit ebenfalls.

Untergebracht in einem alten Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1678 liefert das Museum einen interessanten Überblick über das Schaffen der Ochtruper Töpfereibetriebe von Anno dunnemals. Die ältesten Objekte stammen aus dem 14./15. Jahrhundert. Zierschüsseln, Pfannkuchenteller, Gebrauchsgeschirr und Blumentöpfe aus mehreren Jahrhunderten zeigen, was die Ochtruper so drauf hatten.

Besonders zwei Produkte sind für Ochtrup zu Markenzeichen geworden: Der Sieben-Henkel-Topf, ursprünglich ein Nachttopf, der sieben Henkel aufweist, warum auch immer; sowie die Nachtigall, eine Wasserflöte, die – mit Wasser gefüllt – beim Anblasen einen Ton von sich gibt, der wie Vogelgezwitscher klingt. Das Töpfereimuseum zeigt dem Besucher auch Filme und Schrifttafeln.

Das war’s für dieses Mal. Zwölf Kilometer liegen hinter uns. Kaffee und Kuchen warten – oder Schwattbraut un Schinken mit ’nem Pilsken. Hat Ihnen die Wanderung gefallen, sagen Sie es weiter; wenn nicht, sagen Sie es uns.

 
 

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Startpunkt

St. Lamberti in Ochtrup
Kirchplatz
48607 Ochtrup
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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