Der Hermannsweg Etappe 3: Von Tecklenburg nach Bad Iburg

 
 

 
 
 

Die dritte Etappe des Hermannsweges geht sich etwas leichter als die vorherige, was vorrangig daran liegt, dass sie mit knapp 500 Höhenmetern etwas weniger hügelig daher kommt. Rund 20 Kilometer lang ist sie trotzdem und diese könnten abwechslungsreicher kaum sein. Wasserschlösser, Steinbrüche, Naturschutzgebiete und eine bayrische Jausenstation erwarten uns auf diesem Streckenabschnitt des Hermannsweges.

Wir starten unsere Tour am Wasserschloss Haus Marck in Tecklenburg. Dieses liegt zwar nicht offiziell an unserer Strecke, ist aber nur ein paar hundert Meter weit entfernt und den Abstecher allemal wert. Die Anlage geht auf das 16. Jahrhundert zurück, die heutige Erscheinungsform erhielt Haus Marck durch Umbauten Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine wichtige Rolle kam Haus Marck im Westfälischen Frieden zu. 1643 fanden hier Vorverhandlungen statt, bevor am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück die Friedensverträge, die den Dreißigjährigen Krieg beendeten, geschlossen wurden.

Wir gehen an Haus Marck vorbei und finden schnell den Einstieg zum Hermannsweg. Wir wundern uns etwas, dass er nicht gleich mit ordentlich Höhenmetern startet – doch nicht lange. Denn gleich hinter der A1 machen wir diese im Galopp und zwar über eine Treppe, die uns auf den Kamm des Teutoburger Waldes zurück bringt, wo schon nach einigen hundert Metern das nächste Highlight auf uns wartet: der Lengericher Canyon.

Dieses Naturschutzgebiet, wildromantisch auch die „Blaue Lagune“ genannt, ist ein ehemaliges Kalkabbaugebiet. Als der Abbau 1977 eingestellt wurde, sammelte sich in der Abbaugrube Wasser und die „Blaue Lagune“ entstand. Von zwei Aussichtsplattformen bietet sich ein wunderbarer Blick auf den Canyon ebenso wie auf die Stadt Lengerich.

Es folgt ein weitgehend ebener Abschnitt durch Wiesen und Wälder und immer wieder bieten sich Bänke oder auch eine Schutzhütte dem Wanderer als Rastplatz an. Wir steuern nun auf die nächste beeindruckende Aussicht zu, die jedoch mit dem bisher Gesehenen wenig gemein hat.

Denn als Nächstes erreichen wir die Dyckerhoff-Steinbrüche. Hier werden die Rohstoffe für den Dyckerhoff-Zement gewonnen und das schon seit langer Zeit, was sich in Ausmaß und Umfang der Fläche des Steinbruchs widerspiegelt. Hier gibt es übrigens auch einen eigenen Rundwanderweg, den wir auf unserer Tour ein Stück weit begleiten.

Die Wege selbst bleiben aber idyllisch und in diesem Abschnitt eher schmal. Wer im Mai oder Juni hier entlang geht, dem steigt bald ein eigentümlicher und vertrauter Geruch in die Nase – fast als würde gerade direkt am Wegesrand ein leckeres Süppchen gekocht.

Gar nicht so abwegig, denn tatsächlich säumt zu dieser Jahreszeit ein wahres Bärlauch-Feld den Hermannsweg auf einem guten Kilometer. Das Wildgemüse, verwandt mit Knoblauch und Zwiebel, gedeiht auf dem kalkhaltigen Boden und im Schatten der Bäume prächtig und verströmt einen Duft, der direkt Appetit macht.

Unterbrochen wird dieses Sinneserlebnis nur von Aus- und Weitblicken in die münsterländische Parklandschaft, die sich hier von ihrer schönsten Seite präsentiert.

Zwischen den Ausblicken führt uns der Hermannsweg immer wieder – leicht bergauf, bergab verlaufend – durch schattige Wälder, in denen wir nun auch immer wieder dem Bärlauch am Wegesrand begegnen.

Schließlich erreichen wir den Westerbecker Berg. Er rühmt sich, der höchste Punkt des Münsterlandes zu sein. Tatsächlich befinden wir uns hier auf 235 Metern Höhe und können einen Blick auf das Grenzland zwischen NRW und Niedersachsen werfen.

Weiter auf dem Hermannsweg gelangen wir schließlich an die Waldwirtschaft Malepartus, ganz im Stile einer bayrischen Jausenstation gehalten. Hier können wir nun auch unseren Bärlauch Appetit zum Beispiel mit einer Kartoffel-Bärlauch-Suppe in den Griff bekommen. Gerade an sonnigen Wochenend- und Feiertagen ist das Malepartus für Ausflügler aller Art ein beliebter Treffpunkt.

Derart gestärkt gehen die letzten rund fünf Kilometer bis Bad Iburg, die weitgehend auf einem breiten Pfad verlaufen, auch ganz leicht von der Hand. Hier überschreiten wir nun übrigens auch die Ländergrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

In Niedersachsen angekommen fällt unser Blick schon bald auf das schöne Schloss Bad Iburg, das sich über den kleinen Kurort im Osnabrücker Land erhebt. Zu Füßen des Schlosses liegt der Charlottensee, der einlädt, noch ein bisschen die Seele baumeln zu lassen und an seinen Ufern die Wanderung und das Erlebte Revue passieren zu lassen. Übrigens: Es lässt sich auch ganz trefflich in Bad Iburg wandern.

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Haus Marck
Haus Marck
49545 Tecklenburg
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