Unheimliches Treiben in der Davert

 
 

 
 
 

Als Naturschutzgebiet ist die Davert, das größte Waldgebiet des Münsterlandes, heute durchaus für einen erholsamen Ausflug geeignet. Doch zu Zeiten unserer Vorfahren vermied ein jeder, wenn er eben konnte, die Davert zu durchqueren. Denn im dichten Unterholz wimmelte es von allerlei unheimlichen Gestalten!

Die Davert war damals ein noch wesentlich größerer Wald, noch dichter und ungleich dunkler. Und so mied ohnehin jeder ehrliche Bürger, sich hier herumzutreiben. Und daher schien die Davert gerade recht, um hierher alle unliebsamen Geister und Spukgestalten zu verbannen. Und so geschah es über viele hundert Jahre.

Wer durch die dunklen Wälder der Davert ging, musste auf einiges gefasst sein. So konnte er leicht auf den Teufel höchstpersönlich treffen, der sich hier häufig in Gestalt eines Kiepenkerls herumtrieb und nach einem kurzen Plausch mit dem Reisenden diesem einen gehörigen Schlag in den Rücken versetzte und mit einem lauten Knall verschwand und nichts hinterließ als Schwefelgestank.

Richtiggehend harmlos mutet dagegen die Spinnleonore an, die auf dem Schlagbaum am Hövelsteig in der Davert zu sitzen pflegt und haspelt. Zu Lebzeiten hat das alte Weib die Menschen mit einer zu kleinen Haspel betrogen, weshalb sie verdammt wurde, für alle Zeiten in der Davert zu sitzen und zu haspeln. Doch als Geist tut sie niemanden mehr etwas zuleide.

Tragisch ist die Gestalt der angeblichen " Wilddiebin". Das Mädchen hatte ein hilfloses Reh gefunden, es mit nach Hause genommen und dort aufgezogen. Der erzürnte Förster beschuldigte es des Wilddiebstahls und band es auf dem Rücken des Rehs fest. Seither sieht man in den Wäldern gelegentlich ein gespenstisches Reh, auf dessen Rücken die "Wilddiebin" von Venne festgebunden ist.

Auch das Ho-ho-Männeken, dessen Rufe die Wanderer vom rechten Wege abbringen, der alte Rentmeister Schenkewald mit seiner schwarzen Kutsche und den vier Rappen, die Jungfer Eli und viele weitere unheimliche Gestalten tummeln sich in der Davert, so sagen die Überlieferungen. Und sie alle treffen sich mit schöner Regelmäßigkeit an der sogenannten Teufels-Eiche.

Die Teufels-Eiche ist ein alter Baum mit großen Löchern und Aststümpfen. Sie steht im Winkel zwischen dem Grünen Weg und dem Rinkerodeweg in der Davert, nur wenige Meter von Pellengahrs Kreuz entfernt. Und wenn sich am Abend die Dämmerung über die Davert senkt, zieht ein jeder Wanderer den Hut etwas tiefer ins Gesicht, stellt den Mantelkragen auf und beeilt sich, diesen unheimlichen Ort schnell zu verlassen.


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