Die Raubritter von Tecklenburg

 
 

 
 
 

Wer in herbstlicher Nacht zwischen Tecklenburg und Osnabrück unterwegs ist, dem kann es passieren, dass ihm zwei finstere Gestalten begegnen, die schwer zu tragen haben und ohne Orientierung umherirren. So zumindest will es die Sage von den beiden Tecklenburger Raubrittern.

Vor etwa 200 Jahren sollen die beiden Brüder in der Gegend von Tecklenburg gelebt und vor allem gewütet haben. Die Bauern der Region ebenso wie die fahrenden Händler hatten unter den beiden Bösewichtern zu leiden. Sie stahlen die Ernte der Bauern, trieben das Vieh von ihrer Weide und brachten so manchen Tödden um sein Hab und Gut.

Wo sie nur konnten, zogen sie ihren unrechtmäßigen Vorteil aus allem. Und so schreckten sie auch nicht davor zurück, ihren Besitz immer wieder aufs Neue ungesetzlich zu vergrößern und versetzten immer und immer wieder die Grenzsteine ihres Landes, damit es weiter wachse. Kaum einer getraute sich, dagegen etwas zu sagen aus Furcht, die beiden Halunken könnten ihm nach dem Leben trachten.

Doch ihr wildes Leben währte nicht lang. Schon früh starben beide an einer geheimnisvollen Krankheit. Doch nach ihrem Tod erwartet die Beiden die Strafe für ihr sündhaftes Leben. Ihre Seelen fanden keine Ruhe und noch heute, in besonders stürmischen und regnerischen Herbstnächten sind ihre rastlosen Seelen zwischen Tecklenburg und Osnabrück unterwegs.

Auf ihren Rücken festgebunden müssen sie ihre Grenzsteine mit sich herumtragen und an die richtige Stelle zurücklegen. Doch längst haben sie die richtigen Stellen dafür vergessen und irren weiter umher. Und so fragen sie einen jeden, den sie des nachts treffen mit keuchendem Atem und seufzender Stimme „Sag mir! Wo soll ich sie lassen? Wo soll ich sie lassen?"

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