Auf den Spuren der Jakobspilger

 
 

 
 
 

Ein enges Netz von Jakobspilgerwegen nach historischem Vorbild durchzieht ganz Europa und natürlich führt auch durch das Münsterland ein Jakobsweg. Er ist Teil der Strecke von Osnabrück nach Wuppertal. Auf historischen Pfaden können sich Wanderer hier auf die Spuren der Jakobspilger begeben.

Im Anschluss an den von Bremen kommenden Weg der Jakobspilger, der von der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, Region Norddeutschland, ausgearbeitet wurde, beginnt am Dom in Osnabrück die westfälische Fortsetzung und führt zunächst in drei Etappen bis nach Münster. Dabei durchqueren Pilger das südliche Osnabrücker Land und gelangen durch den Teutoburger Wald hindurch nach Lengerich. Hinter Lengerich führt der Weg über Ladbergen und Greven-Schmedehausen durch das überwiegend flache Münsterland mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wie z. B. Herrenhäuser, Mühlen sowie Burgen- und Schlossanlagen. Von Münster aus geht es weiter durch die Münsterländer Bucht über Rinkerode und Herbern nach Werne und schließlich nach Wuppertal.

Wir stellen hier den Abschnitt von Osnabrück bis nach Werne vor, unterteilt in wandergerechte Etappen.

Etappe 1: Von Osnabrück nach Lengerich (24 km)

Am historischen Rathaus in Osnabrück beginnen wir unsere Pilgerwanderung auf dem historischen Jakobsweg. Foto: Presseamt Stadt Osnabrück
Am historischen Rathaus in Osnabrück beginnen wir unsere Pilgerwanderung auf dem historischen Jakobsweg. Foto: Presseamt Stadt Osnabrück

Unser Pilgerweg beginnt am historischen Rathaus in Osnabrück, direkt im Herzen der Stadt. Gezwungenermaßen zunächst auf Straßen führt er uns aus Osnabrück heraus weiter in die Ortsteile Hellern, Hasbergen und Natrup-Hagen bis wir schließlich Niedersachsen verlassen und nordrhein-westfälischen Grund und Boden betreten: Mit dem Tecklenburger Orteils Leeden erreichen wir das Münsterland. 

Kapelle im Kurpark
Auch eine kleine Kapelle ist Teil des Kurparks an der LWL-Klinik in Lengerich. Foto: Stefan Herringslack

Hier passieren wir unter anderem den Stiftshof und die Stiftskirche, ehe wir die kleine Ortschaft wieder verlassen und nun auch ein Stück dem Westfälischen-Friedensweg folgen und uns unserem ersten Ziel Lengerich nähern. Wir passieren hinter dem Ortseingang unter anderem die LWL-Klinik, deren schöne Gartenanlage durchaus einen Abstecher wert ist und erreichen die Lengericher Innenstadt, wo wir Quartier beziehen und anschließend die Gelegenheit haben, das Torhaus Römer und die evangelische Stadtkirche zu besichtigen.

Etappe 2: Von Lengerich nach Ladbergen (13 km)

Silhouette von Lengerich
Zum Abschied winken wir unserem ersten Etappenziel und lassen die Silhouette von Lengerich hinter uns. Foto: Stefan Herringslack

Die zweite Etappe unserer Pilgerwanderung ist mit nur 13 Kilometern deutlich kürzer und wir lassen es daher auch etwas ruhiger angehen. Bevor wir Lengerich verlassen, kommen wir zunächst noch an der Gempthalle vorbei, einehemaliges Industriegebäude, das heute als Veranstaltungszentrum der Stadt Lengerich dient. 

Die alte Wassermühle im Ortskern Ladbergens.
Die alte Wassermühle im Ortskern Ladbergens.

Wir verlassen Lengerich und passieren Schloss Vorhalt, das umgeben von einem Gräftensystem zu unserer Linken liegt. Über kleine Straßen und Wege geht es unserem zweiten Ziel, Ladbergen, entgegen. Da wir die kurze Strecke schnell hinter uns haben, bietet sich die Gelegenheit, hier nicht nur die schöne fachwerkreiche Innenstadt zu bestaunen, sondern auch im Friedenspark ein wenig die Wanderseele baumeln zu lassen oder die Wassermühle (Lütke Mühle) nahe dem Ortszentrum zu besuchen. Bei sommerlichen Temperaturen kühlen wir unsere Füße oder gleich den ganzen Wanderer in der Buddenkuhle.

Etappe 3: Von Ladbergen nach Gimbte (15 km)

Dortmund-Ems-Kanal
Den Dortmund-Ems-Kanal begleiten wir auf dieser Etappe ein kleines Stück.

Wir verlassen Ladbergen und pilgern auf der dritten Etappe weiter nach Gimbte. In der Abgeschiedenheit von Feldwegen und kleinen Straßen genießen wir die Natur und Ruhe, die die münsterländische Parklandschaft uns bietet und erreichen schließlich den Dortmund-Ems-Kanal, den wir ein Stück weit begleiten und an der Liegestelle Schmedehausen sicher auch das ein oder andere Schiff sehen werden. 

Greven-Gimbte: Ausflugsdorf mit Charme
Greven-Gimbte: Ausflugsdorf mit Charme

Am Fuße der Bockholter Berge verlassen wir nun erstmals und ausnahmsweise den Jakobsweg, um uns nach Westen Richtung Gimbte zu wenden, denn die nächste Station auf unserem Weg wäre das noch 15 Kilometer entfernte Münster. Außerdem lohnt dieser Abstecher wahrlich. Durch das Naturschutzgebiet Bockholter Berge führen mehrere schöne Wanderwege in das beschauliche Gimbte. Über die malerische Dorfstraße erreichen wir schließlich den Grevener Ortsteil, in dem wir es uns nun gut gehen lassen und noch die Gelegenheit haben, die Kirche St, Johannes Baptist zu besichtigen.

Etappe 4: Von Gimbte nach Münster (18 km)

Boniburger Wald
Auch durch den Boniburger Wald führt uns der Jakobsweg auf dieser Etappe. Foto: Birgit Leimann

Am vierten Tag unserer Pilgerreise machen wir uns auf den Weg in die Westfalenmetropole. Dazu verlassen wir Gimbte wieder über den Weg, den wir gekommen sind und folgen nun wieder dem Jakobsweg und seinen Muschelmarkierungen. Nun wird es so richtig idyllisch, denn wir durchwandern die Emsauen, erklimmen den kleinen Turmhügel und treffen schließlich auch die Werse. Auf kleinen Pättkes geht es für uns weiter vorbei an der Havichhorster Mühle, dem Örtchen Handorf und durch den wunderschönen Boniburger Wald. Wir überqueren schließlich den Dortmund-Ems-Kanal und erreichen unser heutiges Ziel: Münster. 

Aasee in Münster
Auch am Abend ist der Aasee in Münster mehr als reizvoll. Foto: Martin Wischer

Und hier gibt es nun eine unglaubliche Vielzahl von möglichen Ausflugszielen zum Feierabend: den Aaasee mit dem Allwetterzoo, den Mühlenhofmuseum und dem Naturkundemuseum. Die Innenstadt mit dem Picasso-Museum, dem zauberhaften Prinzipalmarkt und dem regen Kneipenleben beispielsweise im Kuhviertel. Um das alles und die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten gebührend zu würdigen, sollten wir uns überlegen, einen Tag in Münster zu pausieren…

Etappe 5: Von Münster nach Drensteinfurt (25 km)

In der Bauernschaft Mersch, etwa vier Kilometer südlich des Hauptortes Drensteinfurt, liegt das Wasserschloss Haus Venne.
In der Bauernschaft Mersch, etwa vier Kilometer südlich des Hauptortes Drensteinfurt, liegt das Wasserschloss Haus Venne.

Nach den vielen Münsteraner Eindrücken wenden wir uns mit der nächsten Etappe wieder der münsterländischen Parklandschaft zu, verlassen die pittoreske Stadt am Aasee und machen uns auf den Weg nach Drensteinfurt. Unser Jakobsweg führt uns durch das Geistviertel, über den Berg Fidel nach Münster-Hiltrup. Entlang der Bahnstrecke wandernd erreichen wir Rinkerode, das bereits zu Drensteinfurt gehört. 

Haus Bisping
Haus Bisping wird urkundlich erstmals 1364 erwähnt. Foto: Agnes Schulte

Über kleine Pättkes geht es weiter bis wir den Picknickplatz Rieth erreichen, wo wir uns ein zweites Mal vom Jakobsweg verabschieden und östlich nach Drensteinfurt ziehen, unserer nächsten Station. Und auch unser fünftes Ziel bietet eine Menge: Haus Venne und Haus Steinfurt warten hier ebenso auf unseren Besuch wie die schmucke Loretokapelle, Haus Bisping und Haus Borg. Das werden wir nicht alles an einem Tag schaffen und müssen vorab entscheiden, was für uns besuchenswert erscheint…

Etappe 6: Von Drensteinfurt nach Werne (24 km)

Schloss Westerwinkel bei Herbern wurde in der Zeit von 1663 bis 1668 vermutlich unter der Bauleitung von Peter Pictorius dem Älteren erbaut.
Schloss Westerwinkel bei Herbern wurde in der Zeit von 1663 bis 1668 vermutlich unter der Bauleitung von Peter Pictorius dem Älteren erbaut.

Auf dieser letzten Etappe des Jakobswegs schicken wir uns an, das Münsterland zu verlassen. Oder doch nicht. Denn Werne, das heute unser Ziel ist, zählt geografisch durchaus noch zum Münsterland, gehört aber nicht mehr zum Hoheitsgebiet der Bezirksregierung Münster. Wir betreten wieder den Jakosbweg und folgen ihm in Richtung Ascheberg-Herbern, sehen zu unserer Linken das Wasserschloss Itlingen, durchqueren das schmucke Herbern, um bereits vor dem nächsten Wasserschloss zu stehen: Schloss Westerwinkel. 

Wir treffen im Weiteren das kleine Flüsschen Home und schließlich sehen wir am Horizont schon die Silhouette von Werne, das mit seiner sehenswerten historischen Altstadt, dem alten Rathaus, dem Kapuzinerkloster oder dem Gradierwerk eine Menge Sehenswertes zu bieten hat.

Historischer Hintergrund

Der Pilgerweg von Osnabrück nach Wuppertal-Beyenburg basiert auf einer alten Fernhandelsstraße, die von Lübeck nach Köln an den Rhein führte. Abschnitte dieser Strecke lassen sich seit dem 12. Jahrhundert sicher belegen. Im Spätmittelalter häufen sich die Hinweise auf das Vorhandensein und die Nutzung dieser Route. So reiste im Jahr 1606 Gesandtschaft von Lübeck nach Spanien über die an diesem Weg liegenden Stationen. Auch Pilger nutzten diese alte Straße, wie speziell zur Unterbringung von Pilgern dienende Herbergen und Hospitäler z.B. in Osnabrück, Münster, Dortmund und Herdecke zeigen.

Noch im 17. Jahrhundert war zumindest der nördliche Teil der Strecke von erheblicher Bedeutung, als während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden die Boten, die sog. Friedensreiter, zwischen den Städten Münster und Osnabrück hin- und herritten.

Hinweise & Infos

Ein Hinweis zur Ausschilderung des Weges hat uns über unsere Facebookseite erreicht: "Als "Geister"-Pilgerer, d.h. weg von Santiago, muss man besser vorbereitet sein: Die Muscheln gibt es nur in der "richtigen" Richtung!"

Wenn Sie auch Hinweise zum Jakosbweg im Münsterland haben oder Bildeindrücke oder Erfahrungen mit anderen Usern teilen möchten, schreiben Sie uns doch einfach eine Mail an redaktion@muensterland.de!


Kontakt

Projekt "Wege der Jakobspilger in Westfalen"
An den Speichern 7
48157 Münster
Tel.: 0251/591-8993
Fax: 0251/591-8998
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