Stadtgeschichte Velen

 
 

 
 
 

Velen - Unter Auflösung des Amts Velen-Ramsdorf wurden zum 01.01.1975 die Gemeinde Velen (1969 aus Velen-Dorf, Wald- und Nordvelen entstanden) und Ramsdorf (1959 aus Ramsdorf-Stadt und Ramsdorf-Kirchspiel entstanden) zur Gemeinde Velen zusammengeschlossen und von der Gemeinde Heiden das Gebiet "Sundern" mit 630 ha und 157 Einw. angegliedert.

Wappen Velen

Ramsdorf: Der Ort wird erstmals im 11. Jh. als "Hramastorpa" erwähnt. Um 1200 wurde die Pfarrei, zu der bis 1395 auch Weseke gehörte, von Borken getrennt und die Pfarrkirche (hl. Walburgis) auf Besitz des Stifts Vreden, das hier reich begütert war, erbaut. Dem wohl im 13. Jh. erworbenen bischöflichen Haupthof unterstanden fast alle bischöflichen Höfe auf dem Braem. Als Graf Rainald II. von Geldern die als bischöfliches Dienstmannsgut geltende, nördlich von Ramsdorf gelegene Herrschaft Bermentsfelde (Barnsfeld) aufkaufte, ließ Bischof Ludwig 1319 den Ort befestigen und sagte ihm städtische Rechte zu. So erscheint Ramsdorf 1370 als eine der Städte auf dem Braem. Bischof Heinrich II. von Münster errichtete 1425 die Burg. Sie wurde 1451 zerstört und wieder aufgebaut und 1696 - bis auf den Turm verfallen - verkauft. Das jetzige von 1732 stammende Gebäude ist - seit 1928 im Besitz der Gemeinde - als Heimatmuseum eingerichtet.

Eine der Grundlagen für die Ausbildung der Landeshoheit des Bischofs von Münster im Westmünsterland war das sicher seit 1316 in seinem Besitz befindliche Gogericht zum Homborn, das die Kirchspiele des oberen Tals der Aa, später auch Stadtlohn, Südlohn und Gescher umfaßte. Die Hauptdingstätte lag südlich von Ramsdorf am Fuß des Lünsbergs.

Velen: Der Ort wird im 9./10. Jh. in den Werdener Güterverzeichnissen als "Uuelie" genannt und 890 als "Felin" im Heberegister des Klosters Freckenhorst, dem Bischof Erpho von Münster 1090 den hiesigen Zehnten schenkte. Die Edelherren von Velen, Besitzer der 1245 erwähnten Burg und Patronatsherren der von ihnen um 1200 gegründeten Pfarrkirche (hl. Andreas), starben Ende des 13. Jh. aus. Ihre Nachfolger, die von Bermentsfelde (Barnsfeld), führten seit 1315 den Namen Velen. Bischof Florenz von Münster eroberte 1371 die Burg und machte Velen zu einem münsterischen Lehen.

Der Besitz kam durch Heirat 1756 an die Freiherren von Landsberg, die nach dem Erwerb von Raesfeld und Gemen (1822) als Standesherren von Gemen 1840 in den Grafenstand erhoben wurden. Die Kultivierung des Weißen Venn ist vor allem dem Grafen Max von Landsberg-Velen zu verdanken. In Velen wurde 1892 die Landwirtschaftsschule eröffnet

Quelle: DER KREIS BORKEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung der Bezirksregierung Münster