Stadtgeschichte Südlohn

 
 

 
 
 

Südlohn - Die heutige Gemeinde Südlohn entstand aufgrund eines freiwilligen Zusammenschlusses der Gemeinden Südlohn und Oeding zum 01.07.1969, nachdem das Amt Stadtlohn aufgelöst worden war.

Wappen Südlohn

Oeding: Johann von Bermentvelde verkaufte 1353 den Hof und die Burg "Odinc" an den Bischof von Münster, der sie 1380 an Heinrich III. von Gemen verpfändete. Die Burg fiel als münsterisches Lehen 1470 an die Herren von Viermund, die sie 1554 kauften und kam 1650 an die reformierten niederländischen Herren von Keppel, 1756 an die Herren (von) Mulert. Burg, Vorburg und Freiheit - bis 1822 nur über eine Brücke zu erreichen - wurden 1839 mit dem Gut Oeding aufgeteilt, verkauft und ein Teil der Gebäude abgerissen. Der Burgfried, das Wahrzeichen Oedings, wurde 1979 restauriert und in einen Hotelneubau integriert.

Fürstbischof Bernhard von Galen richtete 1674 auf der Burg für die Katholiken von Winterswijk eine Missionsstation ein, die - seit 1765 als Kirche im Ort - von 1680 bis 1836 von Franziskanern betreut wurde. Erst 1907 wurde Oeding eine selbständige politische Gemeinde und gleichzeitig zur Pfarrei (hl. Jakobus, Neubau 1911) erhoben. Die ev. Gemeinde (1823) erbaute 1825 ihre Kirche und wurde bis 1963 vom Pfarrer von Gemen versorgt.

Eine 1908 gegründete mechanische Weberei, die später auch Kleidung fertigte, wurde für die Wirtschaft des Grenzortes wichtig. Seit den 60er Jahren gewann der für Personen- und Güterverkehr Tag und Nacht geöffnete Grenzübergang an Bedeutung. Hier wird über die Hälfte des Geflügelimports aus den Niederlanden abgewickelt.

Südlohn: Erstmals 1231 als "Suthlon" erwähnt, als Bischof Ludolf von Münster die dort bestehende Kapelle zur Pfarrkirche (hl. Vitus) erhob, deren Pfarrer im Wechsel vom bisherigen Patronatsherrn, dem St.-Petri-Stift in Utrecht, und dem Bischof von Münster eingesetzt werden sollte. Das Gebiet der neuen, von Lohn (heute Stadtlohn) abgetrennten Pfarrei entsprach dem der heutigen Gemeinde. Der Haupthof Pröbsting, auf dessen Grund der Ort entstand, erhielt 1342 dasselbe Recht wie der Haupthof in Lohn und ist heute Pfarrhaus.

Das Haus Lohn ist wohl nicht, wie vermutet wurde, mit der Burg Lohn (s. Stadtlohn) gleichzusetzen und war Sitz einer Nebenlinie der Dynasten von Lohn, die hier bis 1803 lebten. Das Kirchspiel Südlohn kam mit der Grafschaft Lohn 1316 an den Bischof von Münster. Während des Spanisch-Niederländischen Krieges begann man damit, das Dorf mit zwei Toren, Wall und Wassergraben, der erst 1927/28 aufgefüllt wurde, zu befestigen.

Im 17. und 18. Jh. Iassen sich Weber und holzverarbeitende Berufe nachweisen die 1. mechanische Weberei wurde 1896 gegründet. Bei dem schweren Luftangriff vom 22. März 1945 wurde der Ortskern Südlohn zu etwa 75% zerstört.

Quelle: DER KREIS BORKEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung der Bezirksregierung Münster