Stadtgeschichte Reken

 
 

 
 
 

Reken - Die zum Amt Heiden-Reken gehörenden Gemeinden Groß-Reken, Klein-Reken und Hülsten schlossen sich mit Wirkung zum 01.07.1969 zu einer Gemeinde zusammen, die den Namen Reken erhielt.

Wappen Reken

Groß-Reken: Bischof Wulfhelm von Münster schenkte 889 der Abtei Werden seine Eigenleute Liadgrim und Wido in "Recnon" (1336 "Oldenreken", später Groß-Reken). Dem Haupthof des münsterischen Domkapitels (Schulte zu Reken, seit 1781 Schulte Holthausen) - schon 1173 von der Vogtei der Grafen von Tecklenburg ausgenommen - waren 15 Höfe in Reken und weitere Höfe von Billerbeck bis Eibergen (Provinz Gelderland) zugeordnet. Der Hof wurde im Zuge der Ortssanierung 1980 abgebrochen. Die frühere Pfarrkirche (hl. Apostel Simon und Judas Thaddäus) - wohl um 1200 von Borken abgetrennt - beherbergt seit 1969 eine Sammlung sakraler Kunst und liturgischer Gegenstände. In der Mark der Middelbauerschaft wurde 1686 eine als heilkräftig geltende Quelle gefaßt, in deren Nähe von 1742 bis 1834 eine Einsiedelei bestand, die heutige Waldkapelle.

Von Pfarrer Harrier veranlaßt, wurde seit etwa 1875 die Landwirtschaft intensiviert, Ödland kultiviert und 1888 die erste kath. Arbeiterkolonie Westfalens gegründet, heute mit Altenheim. Diese begann unter Leitung von Trappisten, deren Niederlassung 1901 Priorat wurde, die Kultivierung des Venns, die erst mit der Heubachregulierung 1896/98 für das ganze Venn möglich wurde. Aus den seit 1924 von der Josefsgesellschaft betreuten Heimen für körperbehinderte Kinder, Bernardus- und Benediktushof, ist ein modernes Rehabilitationszentrum mit Berufsbildungswerk (1978 erweitert auf 310 Plätze) und einer Sonderschule (1972) geworden.

Mariannhiller Missionare richteten in dem 1952 übernommenen Kloster 1958 eine Missionsschule ein, die bald Progymnasium und seit 1969 Gymnasium wurde und einen Neubau mit Internat und Sportanlagen (1967-73) erhielt.

Hülsten war eine von der Landwirtschaft bestimmte Gemeinde. Hier wurde 1961/62 mit der Errichtung einer aus sieben Betrieben bestehenden Gärtnersiedlung begonnen, deren Siedler vorwiegend aus der DDR stammten zum Anbau kamen vor allem Azaleen. Unter Naturschutz stehen die Hülstener und Hülsterholter Wacholderheiden.

Klein-Reken wurde im Spätmittelalter als Süd-Reken (1440: Zuid-Reken) und später als Klein-Reken (1559: "Lütke Reiken") von Groß-Reken unterschieden. Die 1447 geweihte Kapelle gilt als letzter sakraler Holzbau im Bistum Münster. Ihr Neubau, für den 1485 16 römische Kardinäle einen Ablaßbrief ausstellten, wurde 1495 vollendet und wohl im 16. Jh. zur Pfarrkirche (hl. Abt Antonius) erhoben. Die heutige Kirche wurde 1911 von H. Hertel errichtet der alte Turm blieb erhalten.

Quelle: DER KREIS BORKEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung der Bezirksregierung Münster