Stadtgeschichte Heiden

 
 

 
 
 

Heiden - Nach Auflösung des Amtes Heiden-Reken am 01.01.1975 konnte Heiden seine Selbständigkeit - unter Abtretung des Gebietes Sundern an Velen - waren und erhielt nach Abtrennung von der Verwaltungsgemeinschaft mit Reken am 01.01.1977 eine eigene Verwaltung.

Wappen Heiden

Im "Heithene" schenkte um 970 ein gewisser Cobbo dem Kloster Werden einen Hof. Die seit dem 12. Jahrhundert bezeugten Edelherren von Heiden erbauten vermutlich auf ihrem Haupthof eine Burg (heute: "Olle Borg") und saßen sicher seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts auch auf Haus Engelrading (Borken-Marbeck). Sie gelten als Gründer der 1209 genannten Pfarrkirche (hl. Kilian, später hl. Georg), deren Patronatsherren sie waren.

Wesentlich für ihre Stellung war der Besitz der Freigrafschaft Heiden - als Lehen der Grafen von Ravensberg bezeugt -, die sich über die Kirchspiele Heiden, Ramsdorf, Reken, Lembeck, Wulfen, Lippramsdorf, Hervest, Schermbeck, Erle, Raesfeld und die Bauerschaft Marbeck erstreckte. Nach einer heftigen Fehde mit den Herren von Raesfeld, Lembeck und Gemen mußte Wennemar II. von Heiden 1374 den südlichen Teil der Freigrafschaft an Bitter von Raesfeld verkaufen. Der bei Heiden gelegene Freistuhl "to Söllink" wurde 1961 vor dem Hofe Sühling wiederhergestellt.

In einer Fehde zwischen Kleve und Geldern brannten 1404 Dorf und Kirche nieder. Heiden erhielt 1615 einen Jahrmarkt zu Mariae Himmelfahrt, heute Kirmes. Die Gebrüder Knake - aus einer altansässigen Bauernfamilie - gründeten hier 1808 eine Klavierbaufirme, die um 1850 nach Münster verlegt wurde. Heiden ist heute noch eine ländlich strukturierte Gemeinde, doch nimmt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe und der dort Beschäftigten stetig ab. In dem östlich des Ortes ausgewiesenen Gewerbe- und Industriegebietes konnten schon mehrere Betriebe angesiedelt werden. Im Textilverarbeitungs- und Bekleidungsgewerbe waren 1979 28,9%, im Fahrzeugbau 20,7%, in der Holzverarbeitung 11,7%, im Nahrungs- und Genußmittelbereich 10,2% und im Stahl- und Leichtmetallbau 10,1% der im Verarbeitenden Gewerbe Beschäftigten tätig.

Der Ortkern wurde vor allem durch den Neubau von Rathaus (1969) und Kirche (1971) völlig neu gestaltet. Grund- und Hauptschule sind in modernen Gebäude untergebracht. Der 1964/65 erstellte Neubau des Krankenhauses wurde 1977 in ein Altenpflegeheim umgewandelt und mit einem neuen Altenheim verbunden. Ein Sportzentrum und das als Allwetterbad betriebene Frei- und Wellenbad wurden 1975 fertiggestellt. Die Eröffnung des Freizeithauses schloß 1980 den Ausbau des Freizeitparks ab, der durch ein Wanderwegenetz von 40 km ergänzt wird, das zu Sehenswürdigkeiten wie den "Düwelsteenen", den Römersee und dem Kranenmeer führt.

Quelle: DER KREIS BORKEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung der Bezirksregierung Münster