Stadtgeschichte Heek

 
 

 
 
 

Heek - Die beiden Gemeinden des Amtes Nienborg - Heek und Nienborg - schlossen sich mit Wirkung zum 01.07.1969 zusammen. Die neue Gemeinde erhielt den Namen Heek.

Wappen Heek

Heek: Nach "Heyc" nannten sich schon 1177 bischöfliche Ministeriale, die später Burgmannen in Nienborg waren. Die Pfarrkirche (hl. Ludger) - wahrscheinlich am 12. Jahrhundert vom Bischof von Münster, dem Patronatsherrn, gegründet - soll nach örtlicher Überlieferung aus einer vom hl. Ludger erbauten Kapelle entstanden sein. Der romanische Kruzifixus (um 1200) mit seinen bedeutenden Reliquien galt als wundertätig, er zog wohl seit dem 13. Jahrhundert Wallfahrer an und wird alljährlich zur Himmelfahrtsprozession mitgeführt.

Bis zur Markenteilung Mitte des 19. Jahrhunderts waren zwei Drittel des kargen Sandbodens der Markung Heiden und Ödland. Um 1880 entstanden - auf die in Heimarbeit betriebene Seidenarbeit aufbauend - 2 Zweigwerke Elberfelder Fabrikanten.

Trotz der Bedrohung durch eine 1944/45 im Wald zwischen Heek und Nienborg versteckten V-2-Abschußrampe blieben beide Orte im Kriege verschont.

Nienborg: Bischof Hermann II. von Münster errichtete 1198 auf einer Anhöhe im Sumpfgebiet der Dinkel eine Burg ("Castrum novum"), die den Ausbau des Territoriums des Stifts Münster sichern sollte und vor allem gegen die Edelherren von Ahaus, Horstmar und Steinfurt gerichtet war. Im Burgbezirk (300x150m) standen nur die Häuser der Burgmänner. Das Burgmännerkollegium, dessen Rechte und Pflichten 1359 von Bischof Adolf von Münster festgelegt wurden, zählte 1370 30 Mitglieder. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts ließ die militärische und politische Bedeutung der Burg nach. Burg und Ort wurden 1593 und 1622 geplündert. Erhalten sind heute noch drei Burgmannshäuser: Hohes Haus, Langes Haus und Keppelborg. Die Burgkapelle wurde bald zur Pfarrkirche (hl. Apostel Petrus und Paulus) erhoben, der Pfarrer führte schon 1263 den Titel eines Dechanten. Östlich der Burg, vor dem einzigen Tor, entwickelte sich aus der Freiheit um 1400 ein Städtchen, das aber später zu den Wigbolden gerechnet wurde. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Herstellung von grobem Wolltuch große Bedeutung, nahm aber seit Anfang des 19. Jahrhunderts sehr ab.

Das knapp 500 ha große Gemeindegebiet nahm durch die Eingemeindung der Bauerschaft Wext (1907) und Wichum (1936) auf fast 2800 ha zu.

Quelle: DER KREIS BORKEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung der Bezirksregierung Münster