Stadtgeschichte Gescher

 
 

 
 
 

Gescher - Unter Auflösung des Amtes Gescher wurden zum 01.07.1969 die Gemeinden Büren, Ester, Gescher, Harwick, Tungerloh-Capellen und Tungerloh-Pröbsting zur Stadt Gescher zusammengeschlossen, die bei der Neugliederung der Kreise zum 01.01.1975 vom Kreis Coesfeld zum Kreis Borken kam.

Wappen Gescher

Einer Anfang des 19. Jahrhunderts angesiedelten Glockengießerei von hohem Rang verdankt Gescher den Ruf als "Glockenstadt" das einzige Glockenmuseum in der Bundesrepublik wurde 1980 hier eröffnet.

Büren wurde, wie die Erwähnung um 1030 als "Gaschari-Burion" zeigt, ebenso wie Estern (1213: Esterene) bei der Errichtung der Pfarrei Gescher von den bei Stadtlohn verbleibenden Bauerschaften getrennt.

Gescher: Die Pfarrei (hl. Pankratius) - erstmals 1229 bezeugt - wurde wohl um 1000 als Eigenkirche des 968 gegründeten Klosters Borghorst nach Abtrennung von (Stadt-)Lohn gebildet. Das Kirchspiel entsprach dem heutigen Stadtgebiet und hatte ursprünglich ein eigenes Gogericht, das aber vom Gorichter zum Homborn mitverwaltet wurde. Das Dorf - 1050 als "Gasgeri" erstmals erwähnt - entstand u. a. auf dem Grund des Haupthofs Gescher, dessen Schulte bis Anfang des 19. Jahrhunderts eine führende Rolle spielte. Die Einwohner besaßen ebensolange das ihnen angeblich von Bischof Erpho (1085 - 1097) verliehene Recht ?im Kirchspiel mit Hunden und Garnen zu Jagen?. Gescher brannte 1570 fast völlig nieder.

Neben der Landwirtschaft war die Leinen-, seit etwa 1840 die Baumwollweberei von Bedeutung. Die 1. mechanische, von ehemaligen Verlegern gegründete Weberei nahm 1863 die Produktion auf, betrieb 1868 auch die 1. Telegraphenstation im Kreis und versorgte das Dorf mit Strom (seit 1926 VEW).

Harwick: Es wird um 1500 auch Westendorp genannt. Von Harwick scheint das Gebiet des Dorfes Gescher abgeteilt worden zu sein.

Tungerloh-Capellen mit der Kapelle des hl. Antonius und - durch die Berkel getrennt - Tungerloh-Pröbsting mit einem früher der Probstei Vreden gehörigen Haupthof werden 1180 als "Tungerlon" erstmals erwähnt.

Der Stadtteil Hochmoor entwickelte sich aus der 1906 im Weißen Venn mit der Gründung des Torfwerks verbundenen Arbeitersiedlung, den nach der Moorkultivierung seit 1950 entstandenen Kleinsiedlerstellen und Bauernhöfe und den besonders nach dem Ende des Torfwerks angesiedelten Industrie- und Gewerbebetrieben und neuen Wohngebieten. Hier befindet sich auch eine Tierklinik, die vor allem für Pferdekrankheiten Forschungs- und Fortbildungsstätte zugleich ist.

Quelle: DER KREIS BORKEN, Konrad Theiss Verlag Stuttgart

Mit freundlicher Genehmigung der Bezirksregierung Münster