Von Horstmar nach Darfeld: ein venezianischer Traum

 
 

 
 
 

Hier steht eine knappe Wanderstrecke von neun Kilometern an. Gewandert wird auf den Hauptwanderwegen X 11 und X 12 des Westfälischen Heimatbundes, von Horstmar im Kreis Steinfurt nach Darfeld, ein reizender Ortsteil von Rosendahl im Kreis Coesfeld. Zurück geht es „nice and easy“ mit dem Linienbus.

Horstmar
Wir starten im schönen Horstmar, der Stadt der Burgmannshöfe.

In Horstmar, erste Erwähnung im 11. Jahrhundert als Hurstmere, gibt es etliche Sehenswürdigkeiten. Bevor wir mit der Wanderung starten, sollten wir uns erst einmal Haus Alst im Norden ansehen.

Vorbei an Haus Alst

Haus Alst
Haus Alst ist ein ehemaliger münsterländischer Burgmannshof in der Bauerschaft Alst bei Horstmar im Kreis Steinfurt. Foto: Heribert Schwarthoff

Haus Alst ist der einzige Burgplatz in Horstmar, der noch heute voll bewohnt wird. Das 1624 errichtete Gebäude glänzt noch immer in seiner ganzen Schönheit mit der Specklagentechnik der niederländischen Renaissance. Auffallend ist der stete Wechsel von rotem Ziegelstein und gelblichem Sandstein. Aber leider, leider: Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Die Wanderung startet auf dem Hauptwanderweg X 11 an der katholischen Pfarrkirche St. Gertrudis, eine typische gotische Hallenkirche. Erbaut wurde sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der spitze Turmhelm und die Innenausstattung kamen im 19. Jahrhundert hinzu. Einen Blick wert (oder auch mehr) ist auch das alte Rathaus in unmittelbarer Nähe.

Das alte Rathaus und weiter nach Darfeld

Altes Rathaus in Horstmar
Nach dem Umzug der Stadtverwaltung im Jahre 1963 wurde das Rathaus zunächst außen vollständig renoviert und wird heute als Trauzimmer und Sitzungssaal genutzt.

Sein markantes Aussehen bekam das Rathaus 1571, als auf den Vorgängerbau ein Stockwerk aus Ziegelfachwerk aufgesetzt wurde. 1963 zog die Stadtverwaltung aus, das Rathaus wurde zunächst außen, später dann auch innen in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die Renovierungen wurden erst 1976 endgültig abgeschlossen.

Wir folgen also der Markierung des X 11 über die Schöppinger Straße nach Westen, durchqueren die Torpfeiler und biegen links in die Spinnbahn ab. Wir gehen rechts in den Kolingweg und folgen dem Weg im Linksbogen zur Brücke über die Landstraße 579. Weiter geht die Wanderung entlang der Beschilderung X 11 über den Hof Schulze Epping und über die Gabelung mit dem Hauptwanderweg X 5.

Wir aber bleiben auf dem X 11, durchqueren den Wald und kommen am renovierten Torhaus Rockel vorbei, die einstige Volckenburg. Kurz hinter Haus Rockel stoßen wir auf die Landstraße 580, gehen kurz links und dann an der nächsten Möglichkeit rechts. Der X 11 führt uns durch den Wald und lässt uns an einer Wanderwegkreuzung auf den X 12 stoßen. Wir sagen „Auf Wiedersehen X 11“ und folgen dem X 12 bis zur Kreisstraße 37.

Ein venezianischer Traum

Schloss Darfeld in Rosendahl
Schloss Darfeld in Rosendahl gehört zu den eindrucksvollsten Erscheinungen auf der 100-Schlösser-Route durch das Münsterland.

Dort verlassen wir den X 12 auch schon wieder und gehen links entlang der Kreisstraße, die bald rechts abbiegt. Wir auch. Darfeld ist in Sicht, der kleinste der drei Hauptorte Rosendahls. Nun wäre es „Sünde und Schande“, sofort die Haltestelle im Ortskern aufzusuchen.

Zwar hat Darfeld nur knapp 3000 Einwohner, nichtsdestotrotz aber ein äußerst beachtenswertes Schloss. Vorab: Das auf zwei Inseln angelegte Wasserschloss ist für Besucher dicht. Innenhöfe und der Garten sind nicht zu betreten.

Doch der Blick von außen ist schon ein Genuss. Schnell sehen wir, warum die Anlage, die seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert im Besitz der Grafen Droste zu Vischering ist, gerne als „Traum des Südens“ oder als „venezianischer Traum“ bezeichnet wird.

Innenhof Schloss Darfeld in Rosendahl
Schloss Darfeld in Rosendahl, das seit Ende des 17. Jahrhunderts im Besitz der Grafen Droste zu Vischering ist, wird von der gräflichen Familie bewohnt und kann somit nur von außen besichtigt werden.

In der Tat macht Schloss Darfeld einen recht unwestfälischen Eindruck. 1612 erteilte der damalige Besitzer Jobst von Vörden dem münsterischen Bildhauer Gerhard Gröninger den Auftrag zum Neubau eines Schlosses mit acht Flügeln, vier Türmen und Toren. Nur zwei Flügel wurden vollendet, zeigen aber, was gedacht war: zur Hofseite als zweigeschossiger Galeriebau mit Bogenhallen aus dem auch heute noch überaus beliebten Baumberger Sandstein an italienische Loggien erinnernd.

Das heutige Herrenhaus errichtete Hermann Schaedler Anfang des 20. Jahrhunderts im Neorenaissance-Stil. Übrigens: Ein kleines Meisterwerk Johann Conrad Schlauns versteckt sich im südlichen Teil des Schlossparks am Ende: die Antoinettenburg, ein reizendes Gartenhaus aus Backstein mit heller Werksteingliederung.

Wir sind am Ende unserer kleinen Winterwanderung angelangt. Wir gehen zurück zum Ortskern und halten Ausschau nach der Bushaltestelle Rosendahl-Dafeld, Kortüms Esch. Von dort bringt uns die Linie R81 der Westfalen Bus GmbH wieder zurück. Hat Ihnen die Wanderung gefallen, empfehlen Sie sie weiter. Wenn nicht, sagen Sie es uns.

 
 

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Startpunkt

Pfarrkirche St. Gertrudis
Schulstraße
48612 Horstmar
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbunhd
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
 

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