Stadtgeschichte Hopsten

 
 

 
 
 

Hopsten - Die heutige Gemeinde Hopsten besteht seit der Gebietsreform 1975 aus den ehemals selbständigen Orten Hopsten, Schale und Halverde.

Ortsteil Hopsten: Die Anfänge der Gemeinde Hopsten reichen zurück bis in die Stein- und Bronzezeit. Älteste Siedlungsansätze waren "auf den Bülten", wo man bei der Ausschachtung eisen Kellers einen Urnenfriedhof entdeckte, der der Bronzezeit zugeordnet wurde. Der erste schriftliche Nachweis stammt aus dem Jahr 890. Im Steuerverzeichnis des Klosters Werden an der Ruhr sind mehrere Höfe aus der Bauerschaft Staden aufgeführt. Der südliche Teil der Gemeinde mit den Bauerschaften Börnebrinkund Breischenwurde erst später besiedelt. In diesem Sumpf- und Moorgebiet konnten sich die Menschen nur auf Anhöhen ansiedeln - auf einen ?Hop seten?. Daher leitet sich also der Name Hopsten ab. Die beiden Marken Hopseten und Staden gehörten bis zum Jahr 1400 zu Schapen.

Der 25. Oktober 1400 ist das Geburtsdatum Hopstens. An diesem Tag mußte der besiegte Graf von Tecklenburg die "Hälfte des Kirchspiels Schapen" mit dem Stader Wald und dem Ostenwald - das heutige Hopsten - an den Bischof von Münster abtreten. Weil die erste, schon 1343 erwähnte Kapelle auf dem Boden der Gemarkung Hopsten stand, wurde der neue Ort "das Kerspel to Hopsten" genannt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg erfolgte der Aufstieg zum Zentrum des Töddenhandels. Die Tödden waren wandernde Händler, die zu Fuß, mit dem Pack auf dem Rücken, in schlichter Bauernkleidung hauptsächlich Bielefelder Leinen verkauften.

Gegen Ende des 17. Jh. Sind die Tödden in Antwerpen, Brüssel und Amsterdam ebenso anzutreffen wie in Berlin und Königsberg.

Das Wort "Tödde" - von plattdeutsch "todden" = auseinandertragen abgeleitet - ist in den Akten nirgends zu belegen. Statt dessen findet man die Bezeichnung "Münstersche Hopster", den Hopsten war zu der Zeit das Zentrum des Leinenhandels. Hier hatten viele der Großhandelskompanien ihre Niederlassung.

Zeugnisse der einstigen Bedeutung und Wohlhabenheit Hopstens sind nicht nur die eigenwilligen, mit viel Aufwand errichteten Töddenhäuser in allen sechs Bauerschaften, sondern ebenso die vielen Bildstöcke und Denkmäler. Auch die Annakapelle auf den Breischen und die 1732 erweiterte barocke Pfarrkirche, deren Turm von Konrad Schlaun, dem Erbauer des Schlosses zu Münster, begutachtet wurde, geben Auskunft über die Blüte des Töddenhandels. Unter den Töddenhäusern ist das Haus Nieland das bekannteste. Der Entwicklung vom "gehenden" zum "stehenden" Handel folgend, eröffneten auch die Tödden aus Hopsten im Laufe des 19 Jh. in ihren Absatzgebieten Textil- und Konfektionshäuser (bekannte Namen wie Brenninkmeyer, Hettlage und Lampe, Bonnike, Teepe, Schweigmann, Brüggemann).

Das Ende des Wanderhandels nach 1818 führte zur Rückentwicklung Hopstens zu einer reinlandwirtschaftlich orientierten Gemeinde. Bei Mißernten kehrte Armut in die Häuser der kleinen Bauern ein. Hier setzte das segensreiche Wirken des berühmten Sozialbischofs Wilhelm Emanuel von Kettler an, als er von 1846 bis 1849 in HopDas Ende des Wanderhandels nach 1818 führte zur Rückentwicklung Hopstens zu einer reinlandwirtschaftlich orientierten Gemeinde. Bei Mißernten kehrte Armut in die Häuser der kleinen Bauern ein. Hier setzte das segensreiche Wirken des berühmten Sozialbischofs Wilhelm Emanuel von Kettler an, als er von 1846 bis 1849 in Hopsten Pfarrer war.

Ortsteil Halverde: Der Ort ist alt, älter als seine erste datierte Erwähnung im Jahr 1189 vermuten läßt. Das bezeugt der Name "Halverde", der sich aus dem germanischen Wort "hal" (= Sumpf, Moor) und "verde" (vorde) = (Furt) zusammensetzt. "Moorfurt" ist ein Beweis dafür, welche Lebensbedingungen hier die frühesten Siedler vorfanden. Halverde, das im Jahr 1989 das 800jährige Ortsjubiläum feierte, wird in einer Landschenkungsurkunde des Edlen Wigbold von Horstmar an den Bischof Arnold von Osnabrück erstmals schriftlich erwähnt.

Halverdes 800jährige Geschichte ist auch ein Stück Geschichte des westfälischen Bauerntums. Die Abhängigkeit des Bauern vom Grundherrn, seine bedrückende Lasten, Dienste und Abgaben prägten Halverde jahrhundertelang. Im Lauf der Geschichte wechselten Landesherren und Landeshoheit sehr oft.

In dieser Zeit waren Religionszugehörigkeit einem dauernden Wechsel unterlegen, ohne jedoch die Eigenständigkeit der Halverder Bevölkerung hinsichtlich der Religion oder der Kultur zu beeinflussen. Der Bau einer eigenen Kirche im Jahr 1788 gibt diese Stimmung wieder.

Ortsteil Schale: Schale war schon in vorgeschichtlicher Zeit an mehreren Stellen besiedelt, wie durch Hügelgräber mit Urnenfunden zu schließen ist. Eine systematische Erschließung des Boden durch seßhaft gewordene Bauern reicht zurück bis in die Zeit der sächsischen Landnahme (600 bis 750 n. Chr.). Die älteste urkundliche Erwähnung von Schale datiert aus dem Jahr 890. Danach besaßen die Klöster Werden und Corvey Grundrechte in Schale. In dieser Urkunde wird der Name des Ortes mit "Scaldi" angegeben.

Im Jahr 1278 wurde hier ein Zisterzienser-Nonnen-Kloster gegründet, das jedoch wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg einem Brand zum Opfer fiel. Unter dem Grafen Konrad von Tecklenburg erfolgte im Jahr 1535 die Reformation als evangelisch-reformierte Gemeinde, als er das Kloster Schale mit allen Rechten durch Kauf erwarb.

Quelle: Gemeinde Hopsten


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