Radtour: Radeln auf den Spuren der Droste

 
 

 
 
 

Diese Route führt uns auf etwa 35 Kilometern aus Münster heraus, auf den Spuren von Annette von Droste-Hülshoff bis kurz vor Havixbeck und durch die ländliche Umgebung zurück nach Münster.

Das Schloss in Münster
Das barocke Schloss wurde 1767 bis 1787 nach Plänen von Johann Conrad Schlaun und Wilhelm Ferdinand Lipper als fürstbischöfliche Residenz erbaut. Charakteristisch ist die Kombination von Backstein und hellem Sandstein. Das Schloss ist heute Hauptgebäude der Universität. Foto: Presseamt Münster / MünsterView

Wir starten im Kreuzviertel, nahe des Martin-Niemöller-Parks und der Heilig-Kreuz-Kirche. Direkt am Anfang der Tour kommen wir am Schloss vorbei, dem wir später unbedingt noch einen Besuch abstatten sollten. Das aus dem, für Münster typischen, Baumberger Sandstein gebauten Schloss ist heute Sitz und Wahrzeichen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Zunächst jedoch führt der Weg uns weg vom Schloss und raus aus Münster. Entlang der Strecke sehen wir viele weitere Gebäude der Universität sowie ihre Sportanlage. Schon nach kurzer Zeit verschwindet die Stadt und wir genießen die Fahrt durch Felder und Wiesen, die von der Sonne in leuchtende Gold- und Grüntöne getaucht werden.

Vorbei am Rüschhaus

Rüschhaus in Münster
Das Rüschhaus in Münster diente der Droste als Rückzugsort. Foto: Presseamt Münster

Wir fahren nördlich an Gievenbeck vorbei und passieren einige Bauernschaften, ehe wir zum Rüschhaus gelangen. Hier hat Annette von Droste-Hülshoff einen großen Teil ihres Lebens verbracht und nannte es liebevoll „Schneckenhäuschen“.

Wir können ihr Wohn- und Arbeitszimmer besichtigen, welches original erhalten ist. Der einzigartige Charakter des Hauses hinterlässt einen besonders bleibenden Eindruck von der Stimmung und der Atmosphäre in der die Dichterin gelebt hat. Ein Gang durch den Barockgarten rundet unseren Besuch ab.

Haus Vögeding

Haus Vögeding in Münster
Auch Haus Vögeding war vorübergehend im Besitz der Familie der Droste. Foto: www.wehrbauten.de

Nach kurzer Zeit erreichen wir schon das nächste historische Bauwerk. Das „Haus Vögeding“ wurde im 16. Jahrhundert als geschlossene viereckige Hofanlage gebaut. Früher war die Anlage vermutlich von mehreren Gräften sowie einer Gartenanlage umgeben.

Heute sind hier Mietswohnungen untergebracht und die Gartenanlage gibt es nicht mehr. Lediglich ein Teilstück der Gräfte ist geblieben. Interessanterweise gehörte das Haus Vögeding von 1827 bis 1939 den Freiherren Droste-Hülshoff. Annette selbst kehrte hier häufig bei ihren Spaziergängen zwischen Burg Hülshoff und dem Rüschhaus ein.

Burg Hülshoff

Burg Hülshoff
Burg Hülshoff ist der Geburtstsort der Droste. Foto: Agnes Schulte (www.agnes-welt.de)

Danach geht es weiter, vorbei an einem Bauernhof und wieder entlang der Felder und Wiesen. Nachdem wir die münstersche Aa überqueren, kommen wir an der „Annette-Eiche“ vorbei. Sie ist ein echter Wegzeuge der Droste, die hier häufig spazieren ging. Anschließend macht der Weg noch ein paar Biegungen und führt uns schließlich zur Burg Hülshoff.

Auf Burg Hülshoff wurde Annette von Droste-Hülshoff 1797 geboren. In ihrem Gedicht „Grüße“, welches sie 1844 auf Burg Meersburg schrieb, beschreibt sie in der vierten Strophe die Burg Hülshoff:

„Du Vaterhaus, mit deinen Türmen,
Vom stillen Weiher eingewiegt,
Wo ich in meines Lebens Stürmen
So oft erlegen und gesiegt: -
Ihr breiten, laubgewölbten Hallen,
Die jung und fröhlich mich gesehn,
Wo ewig meine Seufzer wallen
Und meines Fußes Spuren stehn.“

Wir besuchen das Museum und während wir durch die Hallen der Burg schreiten, können wir das Heimweh der Droste nachfühlen. Auch die große und gepflegte Parkanlage verstärkt unser Verständnis für die Dichterin. Wir können uns lebhaft vorstellen, dass die westfälische Dichterin hier eine unbeschwerte Kindheit erlebt haben muss.

Nun fahren wir an einem Waldstück entlang und vorbei an saftig grünen Wiesen. Nach einiger Zeit gelangen wir zu einer Kreuzung. Hier können wir entweder rechts abbiegen und unsere Route direkt fortsetzen oder wir fahren geradeaus zum „Landgasthaus Overwaul“, um dort einzukehren.

Durch die Baumberge zurück nach Münster

Rapsfeld in den Baumbergen.
Rapsfeld in den Baumbergen.

Weiter geht es in einem dicht bewaldeten Gebiet, durch das der Schlautbach fließt. Dieser führt uns direkt zum Hof Schulze Schleithoff. Der alte romantische Bauernhof befindet sich seit dem 13. Jahrhundert in Familienbesitz und bietet heute Reiturlaub für Kinder an.

Im Vorbeifahren lassen wir unseren Blick über Koppeln und Felder schweifen, welche die Waldgebiete erstmal ablösen. Hier, kurz vor Havixbeck, ist der westlichste Abschnitt unserer Route. Unser Weg durch den Havixbecker Ortsteil Natrup läutet nun unsere Rückkehr nach Münster ein.

Wir gelangen zu einer Bahnstrecke die vom Baumberge Express und der Baumbergebahn befahren wird. Der Baumberge Express bietet gemütliche Fahrten durch die Baumberge rund um Billerbeck. Die Baumbergebahn fährt zwischen Münster und Coesfeld die Bahnhöfe Havixbeck, Billerbeck und Lutum an. An der Bahnstrecke fahren wir jedoch nur ein kurzes Stück. Weiter geht es durch sich abwechselnde Forste und Felder.

Nun taucht zu unserer Linken Haus Brook auf. Das Anwesen, welches erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde, wird heute landwirtschaftlich genutzt. Deshalb ist eine Innenbesichtigung leider nicht möglich. Wir können jedoch von außen einen Blick darauf werfen.

Auf der restlichen Fahrt können wir all die Eindrücke der heutigen Tour noch mal auf uns wirken lassen, bevor die ländliche Gegend langsam aber sicher dem Stadtbereich Münsters weicht. Wir durchqueren Roxel und überqueren die münstersche Aa, um schließlich Münster zu erreichen.

Auf dem Weg zum Startpunkt kommen wir wieder am Schloss vorbei. Eventuell finden wir ja noch ein nettes Eiscafe, um mit einer Eiswaffel in der Hand den Tag im Schlossgarten ausklingen lassen zu können…

Bildergalerie

Kurzportrait


Startadresse

 

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