Nach Amokfahrt: Münster trauert

 
 

 
 
 

Münster (sms) - Nach dem Unglück am Samstagnachmittag legten Innenminister Horst Seehofer, Ministerpräsident Armin Laschet, NRW-Innenminister Herbert Reul und der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe, am Sonntagmittag (8. April) Blumen am Denkmal des Kiepenkerls in Münsters Altstadt nieder. Im Anschluss bekundeten sie auch mit einem Eintrag in das Kondolenzbuch der Stadt im Rathaus am Prinzipalmarkt ihr Mitgefühl mit den Opfern.

 
 

Oberbürgermeister Markus Lewe sagte zum Anschlag in Münster: "Die Stadt Münster trauert um die getöteten Opfer. Wir fühlen uns im Schmerz mit den Angehörigen verbunden. Den Verletzten wünschen wir rasche und vollständige Genesung. Ganz Münster ist entsetzt über die menschenverachtende Gewalt, die unsere Stadt wie aus heiterem Himmel getroffen hat. Es wird uns nur gemeinsam gelingen, die Geißel von Schrecken und Vernichtung zu überwinden. Allen Polizei-, Rettungs- und Einsatzkräften danke ich für ihre Hilfe und ihr Wirken in einer schweren Stunde der Stadt."

 

 
 

Amokfahrt in Münster: Neue Erkenntnisse der Polizei

Münster (ots) - Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln weiter mit Hochdruck, um die Hintergründe der schrecklichen Tat von Münster am Samstagnachmittag zu klären. Mittlerweile steht fest, dass der 48-jährige Täter aus Münster über zwei weitere Wohnadressen in Dresden und Pirna verfügte. Die Wohnungen wurden von der Polizei durchsucht.

Die Durchsuchungsmaßnahmen in Münster und die Auswertung der Ergebnisse dauern noch an. In der Wohnung in Münster fanden die Ermittler am heutigen Tag mehrere Gasflaschen sowie Kanister mit Bioethanol und Benzin. Zu welchem Zweck der Täter die Stoffe in seiner Wohnung aufbewahrt hat, ist Gegenstand der Ermittlungen. "Bislang haben sich weiterhin keinerlei Hinweise auf eine politische Motivationslage des Täters sowie mögliche Mittäter ergeben", sagte Polizeipräsident Hajo Kuhlisch heute in Münster. "Wir haben aber Hinweise darauf, dass die Ursachen für die Ausführung der Tat in seiner Persönlichkeit begründet sind."

Der 48-Jährige war nach aktuellen Erkenntnissen zuvor fünfmal polizeilich in Erscheinung getreten. Drei Verfahren liefen bei der Staatsanwaltschaft Münster, zwei bei der Staatsanwaltschaft in Arnsberg. Die Verfahren betrafen Vorwürfe wegen Bedrohung (Tatzeitpunkt: 19.11.2014, Verfahren der Staatsanwaltschaft Arnsberg), unerlaubten Entfernens vom Unfallort (Tatzeitpunkt 16.04.2015), der Sachbeschädigung (Tatzeitpunkt 16.06.2015), der Bedrohung (Tatzeitpunkt 09.07.2016, Verfahren der Staatsanwaltschaft Arnsberg) sowie des Betruges (Tatzeitpunkt, 09.11.2016). "Die Verfahren der Staatsanwaltschaft Arnsberg betrafen jeweils Auseinandersetzungen im familiären Bereich", erläuterte Leitende Oberstaatsanwältin Elke Adomeit von der Staatsanwaltschaft Münster. "Sämtliche Verfahren wurden mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt."

Ende März meldete sich der Täter per Email unter anderem bei einem Nachbarn. Aus dem Inhalt ergaben sich vage Hinweise auf suizidale Gedanken, aber keinerlei Anhaltspunkte für die Gefährdung anderer Personen. Die Polizei erhielt Kenntnis über die Email und suchte die Anschrift des Täters auf. Polizeibeamtinnen und -beamte trafen jedoch an der Wohnanschrift niemanden an. Nachbarn gaben an, die Person bereits längere Zeit nicht mehr gesehen zu haben. Aufgrund der weiteren Wohnanschriften in Dresden und Pirna wurde auch die dort zuständige Polizei über den Sachverhalt informiert. Auch dort wurde die Person nicht angetroffen. Weitere Erkenntnisse über den Verbleib des Täters konnten durch die Polizei bis zum Tatzeitpunkt nicht ermittelt werden. Die Stadt Münster hat mitgeteilt, dass der Täter zu dieser Zeit Kontakte zum Gesundheitsamt hatte. "Wir konzentrieren uns jetzt mit unseren Untersuchungen insbesondere darauf, ein möglichst umfassendes Bild über das Verhalten des Täters in den Vorwochen zu erhalten, um dessen Motivation für die schreckliche Tat zu ermitteln", erläuterte Kuhlisch das weitere Vorgehen. "Doch das benötigt Zeit. Diese Zeit müssen wir uns nehmen, um möglichst lückenlos aufzuklären."


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