Ein See, an dem drei Länder zueinander finden

 
 

 
 
 

Herz, was willst du mehr? Eine mächtige Burg, vielversprechende Museen, eine Mühle, Naturschutzgebiete, ein blauer See und Rock’n’Pop – tja, da sollten wir Zeit mitbringen, wenn wir uns diesen Wander-Tipp vornehmen.

Burg Bentheim
Schon von weitem kann man sehen: Burg Bentheim wurde einst gebaut, um ihren Bewohnern Schutz zu bieten.

Wir wandern auf dem Hauptwanderweg X 8 vom niedersächsischen Bad Bentheim über die Landesgrenze bis zum Dreiländersee und ab dort auf dem X 7 bis Gronau und binden im Rock’n’Pop-Museum zu. Länge bis zum Dreiländersee: 14 Kilometer, bis Gronau insgesamt 19 Kilometer. Rückweg: mit dem Rufbus – entweder bereits ab Dreiländersee oder ab Gronau Bahnhof. Und wie das mit dem Rufbus nun wieder funktioniert, steht am Ende dieser Wegbeschreibung.

Burg Bentheim

Burg Bentheim
Die Burg Bentheim prägt bis heute das Bild der Stadt.

Von Weitem schon ist die mächtige Burg Bentheim zu sehen. Erste Erwähnung dieses Kolosses war um 1020. Danach wechselte die Burg öfter mal so ihre Besitzer, was nicht folgenlos blieb. 1804 fiel die Grafschaft Bentheim dann endgültig an die Grafen von Bentheim zurück, die sich ab 1817 Fürsten zu Bentheim und Steinfurt nennen durften. Die Burg aber wurde von ihren Hausherren wohl nicht gerade liebevoll behandelt und war in weiten Teilen verwüstet und unbewohnbar. Erst nach 1848 wurde an einen Wiederaufbau gedacht. Der Ausbau der mittelalterlichen sogenannten Kronenburg zur repräsentativen Residenz erfolgte dann unter dem Fürsten Alexis (1845 – 1919) von 1883 bis 1914. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs endete vorzeitig die Bauerei auf der Burg, so dass der nördliche Teil der Kronenburg unvollendet blieb.

Wenn man die Burg über alte Kopfsteinpflaster und durch enge Stiegen und Gassen erstürmt, darf man sich in dieser außergewöhnlichen Umgebung getrost als Ritter fühlen. Und man wird belohnt mit einem imposanten Ausblick.

Die gesamte Anlage ist reichlich beschildert und lädt dazu ein, auch ohne Führung erkundet zu werden. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr, November und Dezember an den Wochenenden 10 bis 17 Uhr, mittwochs 12 bis 17 Uhr. Januar und Februar nur sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Vorbei an der Ostmühle

Ostmühle in Bad Bentheim
Die Ostmühle in Bad Bentheim bietet heute noch hin und wieder Schau- und Aktionstage.

Ach, was gäbe es in Bad Bentheim noch alles zu sehen. Das Sandsteinmuseum an der Funkenstiege 5, das das „Gold“ der Gegend zeigt. Oder das Museum für Radio- und Funkgeschichte an der Schlossstraße 18 (mittwochs von 10.30 bis 12.30 und am Wochenende von 14.30 bis 17.30 Uhr). Da dreht sich alles um den „sprechenden Kasten“ – von den Goldenen Zwanzigern im Radiofieber bis zum Amateurfunk mit seinen völkerverbindenden Zielen. Einfach nur spannend. Sollten das etwa Vorschläge sein für einen erneuten Besuch in Bad Bentheim?

Nu aber Bewegung. Direkt an der Burg startet der 131 Kilometer lange Hauptwanderweg X 8 des Westfälischen Heimatbundes. Den nehmen wir. Nach 4,8 Kilometern sind wir im Bentheimer Ortsteil Gildehaus an der Kirche, nach weiteren 400 Metern an der Ostmühle, eine holländische Turmwindmühle mit einem Backhaus. Zu ganz bestimmten Zeiten gibt es dort Mahl- und Backvorführungen, gerade für Kinder interessant (Informationen unter Tel.: 05922 / 98330 beim Verkehrsbüro).

Die Mühle wurde 1749 / 50 aus Bentheimer Sandstein erbaut. Mehrmals war sie vom Abriss bedroht, wie Hunderte von anderen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Diese hier allerdings hat überlebt und ist seit 1986 wieder funktionstüchtig (Besichtigung der Mühle April bis Oktober samstags und jeden ersten Sonntag im Monat, 14 bis 17 Uhr. Backhaus Samstag von 9 bis 11 und von 13.30 bis 17 Uhr). Eine wunderschöne Aussicht, viele Picknickplätze und ein großer Spiel- und Sportplatz laden zu einem längeren Aufenthalt ein.

Einen Blick wert ist auch das nicht weit entfernte Geologische Freilichtmuseum, nahe eines noch in Betrieb befindlichen Steinbruchs. Entlang eines Rundwegs von 200 Metern kann der Besucher über 50 Exponate und 16 verschiedene Gesteinsarten besichtigen (täglich zugänglich, Eintritt frei).

Ins Gildehauser Venn

Gildehauser Venn
Das Gildehauser Venn ist ein Moor- und Heidegebiet im Grenzraum zwischen der Grafschaft Bentheim, Westfalen und den Niederlanden.

Uns zieht es weiter auf dem X 8 ins Gildehauser Venn. Das rund 650 Hektar große Schutzgebiet liegt im „Drieland“, dem Grenzgebiet Niederlande / NRW / Niedersachsen. Es gilt als eines der wertvollsten Feuchtgebiete Nordwestdeutschlands. Die Kernzone ist 350 Hektar groß und ist ein vielgestaltiges Moor- und Heidegebiet, durchzogen von flachen Dünenrücken.

Die Glockenheide ist überall anzutreffen, teilweise mit Schilf und Beinbrechbeständen durchsetzt. Hier herrscht – wen wundert’s – vollkommenes Nutzungsverbot. Und ist Bestandteil des FFH. Ganz im Süden des Venns kann ein Aussichtsturm erklommen werden.

Zum Dreiländersee

Dreiländersee in Gronau
Dem Dreiländersee in Gronau wird regelmäßig eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt.

Unser nächstes Ziel heißt Dreiländersee. 24 Hektar ist er groß, war früher zweigeteilt, seit einigen Jahren indes durch Ausbaggerungen verbunden. Es kann geschwommen werden – mit Badeaufsicht. Der See ist da für Windsurfer, er hat einen Sandstrand, einen Fußballplatz, Tennisplätze und Cafés. Klar gibt es auch Kinderspielplätze, einen Trimm-Dich-Pfad, Minigolf und Tretbootverleih.

Und immer wieder sagt das NRW-Umweltministerium: „Wasserqualität gut“. Bleibt kurz zu erwähnen: Der Dreiländersee ist gut für einen oder mehrere Tagesausflüge. Ab hier können wir nun nach erwanderten 14 Kilometern zurückfahren. Oder aber fünf Kilometer weiter wandern bis Gronau.

Rocken und rollen

Rock'n'Popmuseum Gronau
Das Rock'n'Popmuseum in Gronau lädt noch zu einem Besuch ein.

Ungefähr zwei Kilometer, nachdem wir den Brechterweg überquert haben, kreuzt der X 8 den X 7, der uns nun nach Gronau führt. Hier endet unsere Wanderung. Wir könnten uns beispielsweise noch dem Rock’n’Pop-Museum widmen oder zurückfahren mit dem Rufbus. Generell gilt: Spätestens eine Stunde vor Abfahrtszeit muss der Rufbus (in der Regel ein Taxi) telefonisch bestellt werden: (01803) 22 92 92 – samstags von 9 bis 21 Uhr, sonntags von 10 bis 20 Uhr. Ein Tipp: Rufen Sie ruhig einige Tage vorher an, um eventuelle Details, zum Beispiel Personenanzahl, zu klären. Unter der Rufnummer gibt es übrigens auch weitere Auskünfte zu den Abfahrtszeiten an Werktagen.

Auskünfte zum Gesamtfahrplan der Bentheimer Eisenbahn AG, die die Rufbuslinie betreut, unter Telefon 01803 / 22 92 92.

Wanderung planen

Sie können die Wanderung vorab am PC planen. Dazu gehen Sie zu www.stadtplan-muensterland.de, dort finden Sie alle Wanderwege des Westfälischen Heimatbundes, auch zum Ausdrucken. Experimentieren Sie ein wenig mit diesem Stadtplan, der die Wanderwege im Stadtplan zeigt, in Google Maps oder in Google Earth. Ein besonderer Service: Sie können alle Wanderwege des Westfälischen Heimatbundes für Ihr GPS-Gerät herunterziehen.


Start der Wanderung

Burg Bentheim
Schloßstraße
48455 Bad Bentheim
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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