Von Stenvorde nach Hurstmere

 
 

 
 
 

Wir wandern über die Hauptwanderwege X 6 und X 11 des Westfälischen Heimatbundes von Burgsteinfurt etwa 13 Kilometer gen Süd-Süd-West nach Horstmar. Von dort geht es bequem zurück per Linienbus.

Schloss Steinfurt
Das Schloss Steinfurt ist eine der ältesten und mächtigsten Wasserburgen des Münsterlandes. Foto: Heribert Schwarthoff

Es dürfte keine großen Schwierigkeiten bereiten, den Wanderweg X 6 in Burgsteinfurt zum Einstieg in unsere Wanderung zu finden. Denn der X 6 führt am Bahnhof vorbei, am Schloss und auch direkt durch den Stadtkern.

Das alte Rathaus

Altes Rathaus Steinfurt
Beim alten Rathaus in Steinfurt stoppen wir und staunen ein bisschen.

Den sollten wir uns einmal etwas näher betrachten. Da gibt es zum Beispiel das alte Rathaus mit dem großen Rathausturm und dem markanten Giebel am Markt.

Der Inschriftenstein sagt uns, wie alt das Gebäude ist, nämlich von 1561. Der Baumeister Gerd Völker ließ besondere Sorgfalt bei der Gestaltung des Giebels walten, zu dem es in ganz Westfalen - außer auf der Burg Vischering bei Lüdinghausen - keine Analogien gibt.

1844 wurde das Rathaus wieder hergestellt, danach mehrfach restauriert. In der ehemals offenen Halle befanden sich die Stadtwache und eine Arrestzelle. Heute darf sich der Verkehrsverein glücklich schätzen, dort zu sitzen. Im Obergeschoss befindet sich das Kaminzimmer und der große Rathaussaal, in dem die Funktion des Kaiserstiels deutlich wird, der hier mit ausladenden Seitenstreben den Dachreiter und Dachboden trägt.

Vorbei an Schloss Steinfurt

Schloss Steinfurt
Im Schutze der Burg Steinfurt entstand seinerzeit die erste Marktsiedlung. Foto: Heribert Schwarthoff

Folgen wir dem X 6 weiter, kommen wir an Schloss Burgsteinfurt vorbei. Die Wasserburg „Stenvorde“ wird bereits 1129 erstmals erwähnt, ist somit eines der ältesten im an Schlössern reichen Münsterland. Elemente aus Romantik, Rokoko und Klassizismus prägen die Wasseranlage, die auf zwei Inseln im Flusslauf der Aa liegt. Die romanische Kapelle ist der älteste Bau (12. Jahrhundert), der Rittersaal ist spätromanisch (Mitte 13. Jahrhundert).

Das Schloss befindet sich heute noch im Besitz der Familie zu Bentheim und Steinfurt und wird als Wohnsitz genutzt. Seit Januar 2009 wird das Schloss nur noch privat genutzt. Eine Innenbesichtigung, wie auch die Besichtigung des Unter- und Oberhofes sind nicht mehr möglich. Es besteht die Möglichkeit, sich die Anlage von außen (nur von der Straße Blickkontakt) im Rahmen der 100-Schlösser-Route anzuschauen.

Durch den Bagno-Park

Die Ruineninsel im Bagno-Park in Steinfurt
Die Ruine im Bagno-Park in Steinfurt ist künstlich angelegt worden.

Wir folgen dem X 6 und kommen durch den Bagno. Der ehemalige Lustgarten (gegründet 1765) des Grafen zu Bentheim-Steinfurt ist heute eines der größten Nacherholungsgebiete im weiten Münsterland. Auf dem Bagnosee schippern Bötchen. In der ältesten freistehenden Konzertgalerie Europas (1774) erklingt Musik. 105 verschiedene Bauwerke, Wasserspiele, Brücken, Spielstätten, Statuen, Inseln, Gärten und Wege laden auf dem 125 Hektar großen Gelände ein, entdeckt zu werden.

Aber das können wir einfach nicht bei dieser Wanderung. Daher ist ein Wiederkommen dringend empfohlen. Der Bagno-Rundweg, teilweise auf ausgewiesenem X-Weg, startet am Schloss und führt zu allen wichtigen Punkten des Parks, mit Schautafeln. Der Rundweg ist 3,5 Kilometer lang, eine kostenlose Broschüre gibt es beim Verkehrsverein (wir erinnern uns, der sitzt im alten Rathaus). Und die Spurensuche 8 des Westfälischen Heimatbundes führt auf gleich 15 Kilometern in diese Gegend. Die Spurensuche 8 gibt es als kostenlose Broschüre beim Westfälischen Heimatbund oder als kostenlosen Download unter www.westfaelischerheimatbund.de, Link Veröffentlichungen (links unten, dann auf die Rubrik „Auf Schusters Rappen“ klicken).

Gartenerlebnis gefällig?

Kreislehrgarten
Für alle, die Freude an der Arbeit im eigenen Garten haben, ist der Kreislehrgarten in Burgsteinfurt ein lohnendes Ziel. Alle Fotos: Heribert Schwarthoff

Wo wir gerade dabei sind, uns für Burgsteinfurt werbetechnisch so mächtig ins Zeug zu legen, könnten wir noch den 30.000 Quadratmeter großen botanischen Kreislehrgarten erwähnen mit Themengärten, 300 Obstsorten und dem Garten-Erlebnis-Pfad für die Jüngeren. Und das alles bei freiem Eintritt. Tipp: Von August bis Dezember kann dort Obst gekauft werden.

So. Nun geht es aber weiter. Im Bagno-Gelände treffen wir auf den Hauptwanderweg X 11, der von nun an unser treuer Begleiter bis Horstmar sein wird. Wir biegen also mit dem X 11 rechts ab und gehen am Seeufer entlang, später dann über die Aa und über die Bahnschienen. Wir kommen vorbei an Nünningsmühle und erreichen nach fünfeinhalb weiteren Kilometern Haus Alst. Wobei wir bereits auf Horstmarer Boden angelangt wären.

Weiter zu Haus Alst

Haus Alst
Haus Alst ist ein ehemaliger münsterländischer Burgmannshof in der Bauerschaft Alst bei Horstmar im Kreis Steinfurt. Foto: Heribert Schwarthoff

Haus Alst ist der einzige Burgplatz in der Stadt der Burgmannshöfe, der noch heute voll bewohnt wird. Das im Jahr 1624 errichtete Gebäude glänzt noch immer in seiner ganzen Schönheit mit der Specklagentechnik der niederländischen Renaissance. Auffallend ist der stete Wechsel von rotem Ziegelstein und gelblichem Sandstein. Wie bei vielen Schlössern und Burgen im Münsterland: Die Anlage öffnet sich nicht für die vorbeiziehenden Wanderer.

Wir wandern weiter Richtung Horstmar, überqueren die ehemalige Bahnlinie und kurze Zeit darauf die Landstraße 580. Wir folgen dem X 11 durch den Wald und kommen dann durch das Sendener Tor zur Altstadt von Hurstmere, wie das Städtchen im 11. Jahrhundert genannt wurde. Bevor wir zurückfahren, schauen wir uns noch die katholische Pfarrkirche St. Gertrudis an, eine typische gotische Hallenkirche. Der spitze Turmhelm und die Innenausstattung kamen im 19. Jahrhundert hinzu.

Einen weiteren Blick wert (oder auch mehr) ist das alte Rathaus in unmittelbarer Nähe. Sein markantes Aussehen bekam das Rathaus 1571, als auf den Vorgängerbau ein Stockwerk aus Ziegelfachwerk aufgesetzt wurde. 1963 zog die Stadtverwaltung aus, das Rathaus wurde zunächst außen, später dann auch innen in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die Renovierungen wurden erst 1976 endgültig abgeschlossen.

Zurück geht es nun „nice and easy“ mit der Linie R81 der Westfalen Bus GmbH ab der Haltestelle Horstmar Kirche. Hat Ihnen die Wanderung gefallen, empfehlen Sie sie weiter. Wenn nicht, sagen Sie es uns.

 
 

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Startpunkt

Altes Rathaus Burgsteinfurt
Markt 2
48565 Steinfurt
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
 

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