Von Kloster Gerleve nach Haus Hamern und zurück

 
 

 
 
 

Wir nähern uns mit diesem Wander-Tipp der „Perle der Baumberge“. So wird Billerbeck wegen seiner Lage gerne genannt. Gut zehn Kilometer liegen vor uns, wenn wir am südlich gelegenen Kloster Gerleve starten, über die Hauptwanderwege X 4 und X 12 des Westfälischen Heimatbundes zu Haus Hamern wandern und über einen Verbindungsweg, den unsere Wegewarte mit einer Raute markiert haben, zurückkommen. Frisch auf, es gibt eine Menge zu entdecken.

Abtei Gerleve
Beim Anblick der Abtei Gerleve kann der Besucher schon arg ins Schwärmen geraten.

Start und Ziel, wie gesagt, ist Kloster Gerleve. Parkplätze sind vorhanden. Von Coesfeld und Münster fahren aber auch Linienbusse bis zum Kloster. Wenn Sie Ihre Anreise auf dem Internet-Bildschirm mit www.bahn.de planen, geben Sie als Ziel bitte »Kloster, Billerbeck-Gerleve« ein.

Der Besucher kann schon arg ins Schwärmen geraten: Etwa in der Mitte zwischen Coesfeld und Billerbeck inmitten von Feldern und Wäldern an der Bundesstraße 525 reckt sie sich in die Höh’, unübersehbar, stolz und prächtig – die Benediktinerabtei St. Joseph zu Gerleve mit ihren massiven Mauern. Übrigens 125 Meter über NN.

Ein kurzer Blick auf die vergangenen Jahrzehnte klärt uns auf über diese Abtei, über die schon viel geschrieben wurde. Unter anderem auch in Heft 100 der Reihe „Westfälische Kunststätten“, herausgegeben vom Westfälischen Heimatbund, Kaiser-Wilhelm-Ring 3 in 48145 Münster (3,00 Euro). Auf 30 reich bebilderten Seiten wird ausführlich auf die Abtei Gerleve eingegangen.

Das Kloster wurde 1899 als bäuerliche Schenkung von Mönchen der Erzabtei Beuron gegründet und 1904 zur Abtei erhoben. Patron ist der hl. Joseph. 1941 wurde die Gemeinschaft beim Klostersturm von den Nationalsozialisten aus der Abtei vertrieben. Die Patres Augustin Hessing (1897-1975) und Gregor Schwake (1892-1967) kamen in das KZ Dachau. Die Gebäude wurde teils als Heim der NS-Volkswohlfahrt "Mutter und Kind", teils als NS-Lehrhof der Hitler-Jugend genutzt. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es zum Lazarett umgemünzt. Nach der Befreiung am 30. März 1945 diente dieses Lazarett für Verwundete aller Nationen. Viele der Verwundeten starben. 200 Tote wurden auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

1946 dann konnten die Mönche nach Gerleve zurückkehren. Mehrere Mönche sind wissenschaftlich tätig, andere arbeiten in der Seelsorge, den Gästehäusern, der Buchhandlung, der Bibliothek oder dem Garten. Zu den bekanntesten Mönchen von Gerleve gehörte der Kirchenmusiker und Dichter Gregor Schwake. Derzeit hat der Konvent 49 Mitglieder.

Benediktiner sind gastfreundlich. So hat die Abtei zwei große Gästehäuser, für Erwachsene das Exerzitienhaus Ludgerirast mit 47 Zimmern und für Jugendliche die Jugendbildungsstätte Haus St. Benedikt mit 80 Plätzen. Im Kloster selbst stehen für die männlichen Besucher zehn Gästezimmer bereit. Im Forum über der Gaststätte zeigen die Mönche regelmäßig Kunstausstellungen. Die eindrucksvolle Klosterbibliothek zählt fast 200.000 Bände.

Ach ja, noch eines: Selbstverständlich stellt sich das Kloster ausgiebig im Internet dar. www.gerleve.de. Und wenn Sie die Abtei besuchen, vergessen Sie nicht ihre Fotokamera. In diesem Internet-Auftritt gibt es die Gerlever User-Galerie. Darin können Sie Ihr eigenes Gerleve-Foto veröffentlichen. So modern können Benediktinerabteien sein.

So, jetzt sollten wir aber so langsam losgehen, schließlich wollen wir uns am Ende der zehn Kilometer langen Wanderung in der Klostergaststätte stärken, und die hat nun nicht ewig auf. Stichwort Gaststätte: Sie ist sonn- und feiertags von 9 bis 17.30 Uhr und dienstags bis samstags von 9.30 bis 14 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet. Tischreservierung unter 02541 / 800134. Und da wir gerade beim „Product placement“ sind, empfehlen wir die Gerlever Stachelbeertorte und die ausgewählten Produkte aus anderen Benediktinerklöstern.

Unschwer erkennen wir bei den Sandsteinsäulen, die die Auffahrt zur Klosterkirche säumen, den Wanderweg X 4. Wir folgen diesem über die Brücke, die über den Honigbach führt. Der X 4 biegt danach links ab, wir auch.

Vier Kilometer werden wir den X 4 begleiten, bis er auf den Hauptwanderweg X 12 trifft. Der X 4 geht weiter geradeaus, wir nicht. Wir biegen mit dem X 12 nach links ab. Wir überqueren die Kreisstraße 52 und blicken auf Billerbeck. Die markanten Türme des Ludgerus-Doms, aber auch die Johanniskirche, ein bedeutendes Beispiel der spätromanischen Hallenkirchen des Münsterlandes, fallen uns besonders ins Auge. Etwa zwei Kilometer bleiben wir auf dem X 12 – und stehen vor Haus Hamern.

Weiter zu Haus Hamern

Haus Hamern
Die Wasserburg liegt auf zwei rechteckigen Inseln. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts war der Besitz für mehr als 200 Jahre in zwei Burghäuser geteilt. Foto: www.wehrbauten.de

Diese Wasserburg an der Coesfelder Straße steht auf zwei rechteckigen Inseln. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts war der Besitz für mehr als 200 Jahre in zwei Burghäuser geteilt. Der ältere Teil, die Burg Hamern-Raesfeld, liegt auf der östlichen Insel. Dort steht noch ein alter Turmspeicher aus dem Jahr 1593, ein barockes Wirtschaftsgebäude und eine neugotische Burgkapelle, erbaut 1869.

Der jüngste Teil, die Burg Hamern-Schildern, besticht vor allem durch ihren Rundturm, erbaut um 1600 in niederländischem Specklagenmauerwerk aus Ziegeln und gleichmäßig verlegten Werksteinbändern. Ebenfalls in dieser schönen Specklagen-Technik wurde das zweiflügelige Wirtschaftsgebäude mit dem quadratischen Eckturm gebaut. Und wie so häufig: Haus Hamern ist bewohnt und der Zutritt auf das Gelände ist nicht gestattet.

Dort an dem Parkplatz suchen wir nun die Rautenmarkierung des Verbindungsweges. Die Raute wird uns von nun an führen. Etwa vier Kilometer lang, schön im Zick-Zack-Kurs, erst ein wenig gen Süden, dann süd-westlich bis zur Abtei Gerleve.

 
 

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Startpunkt

Benediktinerabtei Gerleve
Gerleve 1
48727 Billerbeck
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbunhd
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
 

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