Von Davensberg bis Capelle

 
 

 
 
 

Wir wandern mit diesem Tipp von Davensberg bis zum etwa 15 Kilometer entfernten Örtchen Capelle. Wir machen es uns dabei ganz einfach und bleiben auf dem Hauptwanderweg X 14 des Westfälischen Heimatbundes.

Davert
Die Davert ist ein ganz besonderer Wald: Rund 2500 Hektar groß und Naturschutz- und FFH-Gebiet.

Zurück geht es ganz bequem per Bahn. Tipp am Rande: Es bietet sich geradezu an, mit der Bahn ab Münster anzureisen und von Capelle dorthin zurück.

Wir suchen uns das nette Fleckchen Davensberg, ein 2000 Einwohner starker Ortsteil von Ascheberg, südlich von Münster. Davensberg nennt sich auch „das Tor zur Davert. Die Davert ist ein ganz besonderer Wald, rund 2500 Hektar groß und ist ein Naturschutz- und FFH-Gebiet. Im Wander-Tipp „Von Gutshaus zu Gutshaus durch die Davert“ ist dieses Gebiet ausführlichst beschrieben – bitte nachlesen, an dieser Stelle schenken wir uns das und sparen uns den Platz auf für Davensberg und den Rundturm.

Erbaut 1530, war er Teil der Ritterburg Davensberg, die ab 1750 verfiel. In der oberen Etage befindet sich ein Kaminzimmer, darunter ein Gefängnis aus der Zeit der Hexenverfolgung und ganz unten ein Verlies mit Folterkammer. Heute geht es dort friedlicher zu: Im Turm ist ein Museum, das von dem rührigen Heimatverein Davensberg betrieben wird. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt auf alten bäuerlichen Kulturgeräten.

Vorbei an Haus Byink

Haus Byink
Fast 500 Jahre hat Haus Byink hier auf unseren Besuch gewartet...

Etwa einen Kilometer südlich direkt am X 14 liegt Haus Byink – das 1558 von Heinrich von Ascheberg als westfälisches Bauernhaus im Renaissance-Stil erbaut wurde. Die Giebel sind geziert mit Halbkreisaufsätzen, die Giebelwände zeigen figürliche Verzierungen mit bunten glasierten Ziegeln: bewaffnete Männer, Rautenmuster und Jahreszahlen.

Auffällig ist das mächtige Torhaus von 1561 in zweigeschossiger Bauweise: Es weist zwei halbrunde turmartige Vorbauten auf. Der gesamte Bau ist aus Ziegelmosaik, verziert mit ein paar ballspielenden Landsknechten. Die Eigentümerin Freifrau Ida von Elberfeld, genannt von Beverförde-Werries, von der Loburg Ostbevern kommend, zog 1984 in das restaurierte Torhaus.

Haus Romberg und weiter nach Ascheberg

Haus Romberg
Den wehrhaften Charakter von Haus Romberg unterstreichen die Schießscharten, die wir auch heute nnoch gut sehen können.

Der X 14 könnte hier auch „Herrensitz-Weg“ heißen. Denn wir kommen alsbald schon am dritten Haus in dieser Reihe vorbei, an Haus Romberg. Den wehrhaften Charakter der ehemaligen Ritterburg unterstreichen die Schießscharten an dem im Jahr 2004 renovierten Torhaus.

Rechts und links vom Eingang sind die Wappen derer von Galen und von Wulff mit der Jahreszahl 1630 angebracht. Dem Torhaus gegenüber liegt das im Renaissancestil erbaute Herrenhaus. Die Ecke zwischen dem Herrenhaus und einem vermutlich ehemaligen Ritterhaus schließt ein achteckiger mit Sandsteinen verzierter Turm.

Welche Familie ursprünglich auf Haus Romberg herrschte, ist den Forschern nicht bekannt. Sicher ist: Haus Romberg war lange Zeit im Besitze der Familie von Galen und von allen Galenschen Gütern am längsten im Besitz der Familie. Jetzt ist es in Privatbesitz.

Wir wandern weiter südlich auf dem X 14, ein wenig an der Landstraße 844 entlang und über die Bundesstraße 58. Wir kommen nach Ascheberg. Wir haben zwar erst etwa fünf Kilometer des Wegs hinter uns gelassen. Rein der Form halber wird aber darauf hingewiesen, dass auch Ascheberg einen Bahnhof hat.

Ascheberg, ein alter Ort mit der ersten urkundlichen Erwähnung von 890. Mittelpunkt und weithin sichtbar ist die St. Lambertus-Kirche mit ihrem 81 Meter hohen neugotischen Turm, der die gotische Hallenkirche ziert. Der Chorraum wurde 1740 von Johann Conrad Schlaun gestaltet, wie so vieles im altehrwürdigen Münsterland. Heute leben in Ascheberg mit den Ortsteilen Davensberg und Herbern über 15.000 Menschen. Das war vor kurzem noch nicht so. Innerhalb von 30 Jahren ist die Bevölkerung um mehr als ein Drittel angewachsen. Warum? Auch Ascheberg liegt im „Speckgürtel“ von Münster und hat eben eine gute Verkehrsanbindung ans Oberzentrum.

Greives Kapelle am Wegesrand

Greives Kapelle
Greives Kapelle wurde von der Schützenbruderschaft wieder fein herausgeputzt.

Das sehen wir auch, wenn wir dem X 14 weiter folgen. Erst sehen wir ein paar Ackerbürgerhäuser, dann die Siedlung Pastoratsweide, die 1955 entstand. Daran schließen sich weitere und jüngere Baugebiete an. Die haben bereits die 1844 erbaute kleine Greives Kapelle erreicht. Prognosen sagen zu Ascheberg: Bis 2020 wirst du 16.300 Einwohner haben.

Greives Kapelle wird übrigens heiß geliebt von der Schützenbruderschaft, die sie vor dem Vergessen und vor dem Verfall gerettet hat. Erste Renovierung 1975, zweite in 2006. Dabei wurden die Windfänge mit Kupfer beschlagen, der Innenraum komplett neu gestrichen und die Decke erneuert. Erwähnenswert ist der Glockenturm, der komplett in Kupfer ausgebildet wurde. In jüngster Zeit wurden die drei mächtigen Stieleichen unter Naturschutz und später die Kapelle selber unter Denkmalschutz gestellt. Die letzte Renovierung durch die Schützenbrüder verlief schon in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege.

Im Arenbergischen Forst

Arenbergischer Forst
Der Arenbergische Forst erwartet uns im weiteren Verlauf unserer Wanderung.

Hinter Ascheberg geht es ein wenig bergan. Ein wenig. Der Entruper Berg bietet lediglich eine Erhebung von 86 Metern. Und dann kommen wir in die relativ waldreiche Gegend um Nordkirchen, zu dem unser Zielort Capelle gehört. Wir kommen vorbei am Standort des Hauses Ichterloh, das den Herren von Ascheberg gehörte. Das Haus verfiel im 19. Jahrhundert und wurde 1875 abgerissen. Aus dem Bruchmaterial wurde das Forsthaus Ichterloh gebaut.

Der Forst ist es auch, der die Landschaft um Haus Ichterloh so reizvoll macht. Auch er ist Naturschutzgebiet und als FFH-Gebiet gemeldet. Bekannt ist der Wald, der auch Arenbergischer Forst genannt wird, unter anderem für seine Bärlauch- und Orchideenvorkommen. Der Weg führt am Waldrand entlang, im Sommer fliegt dort der Kleine Eisvogel; ein Tagfalter, der seinem gefiederten Namensvetter an Farbenpracht nur wenig nachsteht. Im Frühjahr lässt sich auch der Gesang der Nachtigall vernehmen – nicht nur nacht

Schlussetappe: Auf nach Capelle

St. Dionysius
Die Kirche St. Dionysius bildet den Mittelpunkt des Ortskerns Capelle.

Einen schönen Fernblick genießen wir kurz danach von einer Anhöhe. Vor uns liegt Capelle. Etwas weiter südwestlich Südkirchen. Im Hintergrund sehen wir Schornsteine und Kühltürme des nördlichen Ruhrgebiets. Bevor wir in Capelle zum Bahnhof abbiegen, gehen wir zur Kirche St. Dionysos, erbaut Ende des 17. Jahrhunderts. Sie bildet mit dem alten Baumbestand den Mittelpunkt des kleinen Ortskerns.

Geschafft. Hat Ihnen die Wanderung gefallen, empfehlen Sie sie weiter. Wenn nicht, sagen Sie es uns.

Fahrpläne sind im Internet unter www.bus-und-bahn-im-muensterland.de einzusehen oder unter der Service-Nummer 01803 – 50 40 30 telefonisch abzufragen. Da auch die „schlaue Nummer“ sparen muss, erreichen die Anrufer nachts und sonntags nunmehr eine computergestützte automatisierte Auskunft. Nur an Werktagen zwischen 10 und 20 Uhr sind weiterhin noch persönliche Auskünfte möglich.

 
 

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Startpunkt

Davensberg 59387 Ascheberg
Davensberg
59387 Ascheberg
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
 

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