Rund um Elte bei Rheine

 
 

 
 
 

War der Heilige Ludgerus in Elte? War er? War er nicht? Auch wir werden es nicht so ganz klären können, fahren aber diesem Wander-Tipp folgend zum Wandern nach Elte, einem 2300 Einwohner zählenden Ortsteil von Rheine im Kreis Steinfurt – und stoßen alle paar Schritte auf den Heiligen Ludgerus. Auf einem Rundkurs absolvieren wir familienfreundliche sieben Kilometer.

Ludgerus-Kirche
An der Ludgerus-Kirche in Rheine-Elte starten wir unsere Wanderung.

Empfangen werden wir in Elte von der Ludgerus-Kirche. Die Schule ist nach Ludgerus, dem Bischof von Münster (805 bis 809), benannt, der Kindergarten und die Ringstraße auch. Ein Blick in die kleine Pfarrkirche lohnt vor Beginn der Wanderung. Die 1683 erbaute Kirche gehört zu der eigenartigen Gruppe von Kirchen im Stil der „Nachgotik“. Unser Blick schweift auf die dicht beieinander stehenden Barockaltäre. Der Seitenaltar von 1684 macht deutlich, dass er als Hochaltar vorgesehen war. Das Mittelbild des eigentlichen Hochaltars zeigt den hl. Ludgerus, flankiert von den Apostelfürsten Petrus und Paulus. Ein weiteres Requisit barocker Kirchenausstattung ist der große Kronleuchter aus Messing. Aus der Erbauungszeit um 1683 stammt auch das fein gezeichnete Glasfenster mit den Wappen der Grafen von Steinfurt.

Jetzt konzentrieren wir uns auf den Wanderweg X 20 des Westfälischen Heimatbundes, vorbei an der Kirche in nördliche Richtung. Vorbei an der Grundschule sind wir bald außerhalb der Bebauung.

Der X 20 führt uns in das Auengebiet der Ems. Unsere Wegewarte geben uns einen nicht zu ignorierenden Hinweis: „Gutes Schuhwerk ist angebracht in diesem herrlichen Stück Natur.“

Wir überqueren die Bundesstraße 475 und verlassen nach 500 Metern den X 20, der übrigens auch mit dem E für Emsweg gekennzeichnet ist. Wir biegen nach rechts (östlich) ab und achten auf das H für Hermannsweg (Engbertsweg ist der Name dieser kleinen Straße). Das H zeigt uns erst einmal den Wegeverlauf.

Sollten wir noch ein Wörtchen über den Hermannsweg verlieren? Wir sollten. Er gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands und führt auf seinen 156 Kilometern Länge durch zwei Naturparks und über den Kamm des Teutoburger Waldes. Mit vielen Sehenswürdigkeiten lädt er zu ausgedehnten Entdeckungstouren ein: Die Tecklenburger Altstadt will besucht werden, die Dörenther Klippen, die Adlerwarte in Berlebeck, das Hermannsdenkmal oder die Externsteine.

Im Wilden Weddenfeld

Die Elter Dünen im Wilden Weeddenfeld.
Die Elter Dünen im Wilden Weeddenfeld.

Wir finden uns nun am Rande des „Wilden Weddenfeldes“ wieder. Dieses Naturschutzgebiet ist nahezu vollständig bewaldet. Neben den Kiefernforsten prägen vor allem alte Kiefern-Mischwälder das Bild. Eingestreute Eichen, Birken und Wacholder, Lichtungen mit Heide oder Magerrasen und viel Totholz machen die Wälder zum wertvollen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Das Wilde Weddenfeld beherbergt auch Binnendünen. Dort fanden sogar bis etwa 1950 noch Sandverwehungen statt. Aufforstungen wurden immer wieder vom Sand überweht. Die endgültige Festlegung gelang erst in den 60-er Jahren.

Am Ende des Waldgebietes stoßen wir an einer Wegespinne auf eine Kreuzwegstation und den Wanderweg X 7. Wir verlassen den Hermannsweg und gehen rechts (westlich) über diesen X 7 zurück in das schmucke Dörfchen Elte. Bevor wir uns gen Heimat aufmachen, stärken wir uns im Gasthaus zum Splenterkotten. Aber bitteschön gesittet, und nicht so, wie es unsere Vorfahren dort taten.

Jause am Splenterkotten

Splenterkotten
Der Splenterkotten: Hier wartet schon eine Stärkung auf uns. Foto: Heimatverein Elte

In den Kriegsjahren 1760 und 1761 während des siebenjährigen Krieges nämlich hatten sich im Splenterkotten – jaja, so lange gibt es den, siehe Inschrift Dielentor – englische und französische Soldaten sowie preußische Werber einquartiert. Einige sogar mit Frau und Kind. Sie alle aßen und tranken auf Kosten des Dorfwirts. Und manches Mal musste er noch bares Geld dazugeben. Nett, nicht?

Obwohl das 1587 erstmals erwähnte Dorfgasthaus, das 1764 niederbrannte, oftmals umgebaut wurde, ist die Giebelseite mit dem Dielentor bis heute erhalten geblieben. Gestärkt mit Münsterländer Kalbstöttchen, hausgemachten Wurstspezialitäten wie Sülze oder Leber und Wurstebrot oder mit gekochtem Rindfleisch mit Zwiebelsauce geht es auf die Heimreise mit dem Gefühl, wieder einmal ein wunderschönes Fleckchen Münsterland erwandert zu haben.

 
 

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Startpunkt

St. Ludgerus
Ludgerusring
48432 Rheine
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
 

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