Natur pur auf Schritt und Tritt

 
 

 
 
 

Es geht in die pure Natur. Und zwar in den Norden der Gemeinde Westerkappeln im Kreis Steinfurt. Wir erwandern uns den Rundwanderweg „Spurensuche im Münsterland 12“. Die Länge der Strecke beträgt etwa 16 Kilometer. Wir folgen der Raute. Am Ende dieses Wandertipps findet sich eine Karte, außerdem kann die Wegbeschreibung in voller Länge mit Karte als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Bei dieser Wanderung durch den Norden der Gemeinde Westerkappeln sehen wir reichlich Natur.
Bei dieser Wanderung durch den Norden der Gemeinde Westerkappeln sehen wir reichlich Natur.

Anreise

Bevor wir aber in den Genuss der Wanderung kommen, müssen wir den Startpunkt an den sogenannten Aussiedlerhöfen „Zum Düsterdiek“ finden. Das ist nicht ganz einfach, da wir – wie bereits gesagt – etwas fernab der normalen Zivilisation wandern. Wer aus Richtung Bramsche anfährt, fährt über die Bramscher Straße bis zum Schild „Campingplatz“, dann in die Schachselstraße abbiegen und 3,6 Kilometer geradeaus dem Straßenverlauf Wallenbrock und Zum Düsterdiek bis zur scharfen Linkskurve folgen.

Aus Richtung Recke: Über die Neuenkirchener Straße in Richtung Westerkappeln bis zur Neuenkirchener Straße auf dem Gebiet der Gemeinde Mettingen. Aus Richtung Mettingen: Über die Neuenkirchener Straße in Richtung Mittellandkanal, 100 Meter vor der Kanalbrücke abbiegen und 2,4 Kilometer dem Straßenverlauf bis zur scharfen Rechtskurve folgen. Aus Richtung Neuenkirchen: Über die Mettinger Straße in Richtung Mittellandkanal, 100 Meter hinter der Kanalbrücke links in die Straße Seester Weg abbiegen und 2,4 Kilometer dem Straßenverlauf bis zur scharfen Rechtskurve folgen.

Start der Wanderung

Natur pur
Nachdem wir die Anreiseschwierigkeiten hinter uns gelassen haben, erwartet uns Natur pur.

Das klingt komplizierter als es ist. Aber die Ruhe, die die Gegend ausstrahlt, belohnt alle Mühen. Sie bietet immer wieder Gelegenheit zu Betrachtungen der Flora und Fauna. Wir finden sofort die frisch angebrachte Raute, der wir folgen.

Wir beginnen unsere Wanderung auf einem Sandweg und erreichen bereits nach wenigen Metern eine Sandabgrabung. Hier wachsen auch Gagelstrauch und Pfeifengras. Im weiteren Verlauf sehen wir eine etwas verfallene Bruchsteinmauer, die zum Abfangen des aufgefüllten Geländes dient. Rechts des Wegs öffnet sich immer wieder ein Blick auf die Feuchtwiesen des EU-Vogelschutzgebietes Düsterdieker Niederung, das vom Recker Moor bis zum Hasetal reicht.

Düsterdieker Niederung

Brachvogel
Der Brachvogel ist in der Düsterdieker Niederung ebenfalls zuhause. Foto: Biologische Station Steinfurt.

Dieses Vogelschutzgebiet zählt mit 2.700 Hektar zu den größten Schutzkomplexen in Nordrhein-Westfalen. Moore, Auen, Feuchtwiesen, Heideflächen und Sandmagerrasen bilden ein Mosaik unterschiedlichster Lebensräume, in denen über 30 gefährdete Brutvogelarten und über 100 bedrohte Pflanzenarten vorkommen. Das Vogelschutzgebiet umfasst sechs Naturschutzgebiete und einen militärischen Übungsplatz. Das Gebiet wurde 1987 unter Schutz gestellt und wird von der Biologischen Station Kreis Steinfurt betreut. Mit etwas Geduld sehen wir den Großen Brachvogel oder die Schafstelze.

Wir überqueren die Schachselstraße und sehen rechts eine mit Buchen bewaldete Anhöhe, den Schachsel. Die Buchen sind Lebensraum für den Schwarzspecht, aber auch für Frühjahrsblüher wie Buschwindröschen, Waldmeister oder Waldhyazinthe. Wir folgen der Raute weiter geradeaus und kommen in einen lichten Birken- und Kiefernwald, genannt Weißes Moor. Von Mai bis August markiert hier der Pirol sein Revier. Auffallend gelb, ist der amselgroße Vogel nur schwer im Laub der Bäume zu erkennen.

Erlebter Naturschutz

Schafstelze
Die kleine Schafstelze erwartet uns ebenfalls in der Düsterdieker Niederung. Foto: Biologische Station Steinfurt

Alsbald kommen wir auf einen Asphaltweg. Gehen wir weiter, könnten wir einen grünlichen Vogel mit roter Kappe hören, der uns auslacht. Das ist der Grünspecht, der sich hier sehr wohl fühlt. Und auch die Schafstelze besetzt hier ihr Brutrevier.

Vor einem Gehöft biegen wir links in die Straße Oberdorf ab und nach weiteren 100 Metern abermals links. Die Raute führt uns weiter über einen Wiesenweg durch Seggen- und Binsenwiesen. In den Niederungen gibt es noch Kopfweiden. Alle acht Jahre werden sie von der Naturschutzgruppe Westerkappeln, von ihren Besitzern oder Vereinen geschneitelt. Viel Arbeit, befinden sich doch 1.800 dieser eigentümlichen Bäume auf Gemeindegebiet.

Allerlei Lebewesen am Wegesrand

Blänke
Diese Blänke wurde eigens für Kleinlebewesen angelegt. Foto: Stefan Herringslack

Am Ende des Wiesenwegs ist links eine künstlich angelegte Blänke für Amphibien und Libellen. Wir biegen auf dem Asphaltweg nach rechts und nach weiteren 200 Metern links ab, nach kurzer Strecke wird der Asphaltweg durch einen Waldweg abgelöst. Am Ende wenden wir uns nach rechts und treffen auf die Straße Roter Berg. Hier können wir die Route abkürzen, indem wir die Kanalbrücke überqueren. Machen wir aber nicht, da es hier viel zu schön ist.

Wir folgen also weiter der Raute und kommen in das Gebiet der Bramegge. Hier war bis 1983 eine Sandabgrabung. Heute bietet sie Raum für Frösche und Kröten, für Echsen und Molche, für Sonnentau und Rohrkolben. Auch Libellen schwirren über das Wasser. Nachgewiesen sind auch verschiedene Fledermausarten.Allerlei 

Weiter zum Kanal

Mittellandkanal
Die Raute führt uns weiter bis zum Mittellandkanal.

Alsbald folgen wir 1,2 Kilometer einem Asphaltweg. Wir passieren einen Maststall, folgen nach 300 Metern der nach links abzweigenden Straße „Niederdorf“, gehen an der nächsten einmündenden Asphaltstraße geradeaus weiter und biegen nach 100 Metern auf einen Waldweg ab. Im weiteren Verlauf nach Überquerung der Bramscher Straße verlassen wir auf keinen Fall den Weg. Das ganze Gelände ist eben nicht nur Naturschutzgebiet, sondern war auch militärisches Übungsgebiet. Es könnte sich daher auch noch Munition finden. Was auf alle Fälle finden, sind seltene Orchideenbestände.

Die Raute führt uns weiter bis zum Mittellandkanal. Wir biegen nach links über den Leinpfad ab und wechseln über die Brücke auf die gegenüberliegende Seite. Wir sehen später weitere stillgelegte Sandabgrabungen, die ebenfalls für viele Amphibien, Reptilien, Insekten und Pflanzen ein Lebensraum aus Menschenhand geworden sind. Es dauert nicht mehr lang und wir kommen an Pferdekoppeln vorbei und erreichen unseren Ausgangspunkt.

Spurensuche

Spurensuche
Die Spurensuchen sind eine Publikationsreihe des Westfälischen Heimatbundes.

Dieser Wander-Tipp basiert auf der Spurensuche Nr. 12 aus der Wanderreihe „Spurensuche im Münsterland“ des Westfälischen Heimatbundes. Nehmen Sie diese Broschüre samt inliegender Karte mit auf Ihre Wanderung. Sie wird Ihnen helfen. Die Schrift ist hier als Download zu haben. Sie können die Spurensuche auch in Papierform beim Westfälischen Heimatbund kostenlos bestellen. Anruf oder E-Mail genügt.

Am PC online planen lässt sich diese Wanderung übrigens mit Hilfe des Online-Kartenmaterial bei www.stadtplan-muensterland.de, wo die Spurensuche ebenfalls hinterlegt ist.

Weitere Informationen rund um das Wandern im Münsterland gibt es beim Westfälischen Heimatbund in Münster, Tel.: 0251 / 203 810-15 (Sandra Hamer). Für E-Mail-Anfragen: sandra.hamer@lwl.org.

Kurzportrait

 
 

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Startpunkt

Düsterdieker Niederung
Zum Düsterdiek
49492 Westerkappeln
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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