Münsterland und Ruhrgebiet

 
 

 
 
 

Wir Münsterländer wagen uns fast ins „feindliche Ausland“. Wir schnuppern ein wenig Luft ganz am Rande des östlichen Ruhrgebiets, indem wir von Ahlen nach Hamm-Heessen wandern. 17 Kilometer mit der Option auf Abkürzung, dann zwölf Kilometer. Wir wandern auf den Hauptwanderwegen X 17 und X 15. Ganz am Ende 500 Meter auf dem X 1. Zurück geht es bequem mit der Bahn, nur wenige Minuten Fahrt.

Werse-Radweg
Ein Stück weit begleiten wir die Werse. Hier treffen wir auch Radfahrer, die den Werse-Radweg erkunden. Foto: Kreis Warendorf

Sollten wir denn mit dem Auto anreisen, parken wir zweckmäßigerweise am Ahlener Bahnhof, ganz oben am Ende der schönen Fußgängerzone. Jetzt suchen wir den Anschluss zum X 17. Wir gehen nach links in die Südbrede, danach links einbiegen in die Südstraße, anschließend rechts in die Uhlandstraße. Nachdem wir das kleine Flüsschen Werse überquert haben, gehen wir links auf das Pättken und haben den X 17 erreicht.

Einige Zeit begleiten wir die Werse, dann biegt der X 17 nach rechts auf die Straße „Am Vatheuershof“ ab. Wir folgen dem X 17 links über die Straße „Auf dem Toelen“, überqueren den „Hövenerort“, gehen geradeaus über die Straße „Am Mehrplätzchen“, gehen rechts in den „Possenbrock“, die zweite Straße links „Am Dolbergbusch“, dann sind wir raus aus dem Stadtgebiet und treffen auf die alte Landwehr.

Sie wird zuerst 1369 urkundlich erwähnt, wurde aber wohl um 1320 angelegt, als der Raum Ahlen in einer Fehde Bischof Ludwigs von Münster gegen die Grafen von der Mark im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand. Viel Streit und Unruhen folgten. 1783 dann entschloss sich die Stadt zum Verkauf der Landwehr an die angrenzenden Landbesitzer, die die Landwehr in vielen Fällen einebnen ließen. Darum muss man heute auch sehr genau hinsehen, um die Landwehr als solche zu erkennen.

Der X 17 führt durch Gemmerich und stößt nach etwa einem Kilometer auf den Hauptwanderweg X 1, der nach rechts abbiegt. Das ist nun die versprochene Abkürzung. Doch es wäre zu schade, den X 1 bis zum Bahnhof Heessen zu wandern, wir sollten doch lieber geradeaus über den X 17 gehen, um uns Schloss Oberwerries anzuschauen.

Schloss Oberwerries

Wasserschloss Oberwerries
Das Wasserschloss Oberwerries zählt ohne Zweifel zu den geschichtsträchtigsten Bauwerken der Stadt Hamm.

Dieses Wasserschloss zählt ohne Zweifel zu den geschichtsträchtigsten Baudenkmälern der Stadt Hamm. Wir sehen die großangelegte Schlossanlage in den Lippeauen schon von Weitem. Wir sehen das Herrenhaus mit seinen wuchtigen Schornsteinen und den langerstreckten Marstall. Die einst trutzige Burganlage, die neben anderen wehrhaften Burgen die Grenze des Münsterlandes vor feindlichen Übergriffen schützen sollte, wird erstmals 1284 erwähnt. Durch Erbfolge und Verkauf gelangt die Anlage in den Besitz derer von Beverförde, die in den Jahren 1685 bis 1692 an der Stelle des mittelalterlichen Hauses Oberwerries ein zweigeschossiges Herrenhaus mit Seitenflügel und Pavillonturm errichten lassen.

Als Baumeister der breitgelagerten Schlossanlage gilt Ambrosius von Oelde. Der Marstall mit angrenzendem Hundezwinger wurde in den Jahren 1730 bis 1735 von Johann Conrad Schlaun, der uns ja auf unseren Wanderungen häufiger begegnet, erbaut. Seit etwa 1781 blieb das Schloss für rund 160 Jahre unbewohnt und verfiel, bis es die Stadt Hamm 1942 in ihren Besitz übernahm. Bis 1975 wurde der Bau in mehreren Etappen gesichert und mit viel Liebe zum Detail restauriert, bevor es zu dem wurde, was es heute ist: Begegnungsstätte für Jung und Alt und „Gute Stube“ der Stadt Hamm. Als Bildungs- und Begegnungsstätte bildet das Wasserschloss ein beliebtes Ziel für Schulen, Vereine, Verbände und Gruppen für Aus- und Weiterbildungszwecke.

Vor dem Schloss knickt der X 17 nach rechts ab, wir folgen und kommen nach dem nächsten Linksknick zur Lippe. Die überqueren wir, gehen mit dem X 17 ein Stück die Landstraße 736 entlang, gehen über den Datteln-Hamm-Kanal und begleiten ihn linksseitig. Dieser Kanal ist nicht gerade der längste in Deutschland mit seinen 47,2 Kilometern, aber nicht ganz unbedeutend. Er beginnt, wir können es uns denken, in Datteln und endet, na?, in Hamm, am Kraftwerk Westfalen. Seine Bedeutung hat der Kanal auch deswegen, weil er das Lippewasser in das Kanalsystem in Trockenzeiten einspeist.

Kurpark und Schloss Heessen

Schloss Heessen
Das Schloss Heessen steht auf mächtigen Eichenpfählen aus dem 14. Jahrhundert.

Wir erreichen den Kurpark von Bad Hamm. Hier endet unser X 17 ganz offiziell. Wir suchen nun den Anschluss an den X 15. Das ist hier leichter als bei der Bahn. Der X 15 beginnt im nördlichen Teil des Kurparks und ist schnell gefunden an der Brücke, die über den Kanal und die Lippe führt. Direkt hinter der Lippe biegen wir mit dem X 15 rechts ab und kommen nach ein paar hundert Metern zu Schloss Heessen. Wir sehen das dreiflüglige Hauptgebäude aus Backstein mit den zwei markanten 30 Meter hohen Treppengiebeln.

Erstmals wurde die Anlage als Oberhof 975 erwähnt. Ab 1812 wurde der Besitz als landwirtschaftliches Gut geführt, hatte zudem eine eigene Ziegelei und sogar eine Brauerei. 1828 entstand eine kleine Parklandschaft, die bezeichnenderweise Liebesinsel genannt wurde. Übrig geblieben ist ein kleines Waldstück mit Rundweg. Das heutige Schloss steht auf massiven Eichenpfählen aus dem 14. Jahrhundert. Seit 1957 ist in den Gebäuden ein Landschulheim und ein privates Internat untergebracht.

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Waldbühne Heessen
Die Waldbühne Heessen wurde 1924 gegründet, hatte 1931 Georg Thomalla in einer Nebenrolle und bekam 1933 Besuch von heinrich George.

Nach etwa einem Kilometer stößt unser X 15 auf den X 1, der von rechts kommt. 900 Meter gehen diese beiden Wanderwege zusammen, wir kommen an der Waldbühne Heessen vorbei. Das ist schon eine nette Freilichtbühne. Sie wurde 1924 gegründet, hatte 1931 Georg Thomalla in einer Nebenrolle, bekam 1933 Besuch von Heinrich George. Soweit die ältere Geschichte. Erfolgreich war die Bühne stets – in den 80er-Jahren ging die Besucherzahl auf über 60.000 pro Sommer-Saison hoch. 1993 wurde die neue Tribüne mit dem imposanten Holzdach gebaut. Und auch der Innenausbau des Tribünenbaus kann sich sehen lassen.

Der X 15 biegt alsbald nach rechts ab. Wir aber bleiben auf dem X 1, der uns zum Bahnhof Heessen führt. Von dort bringt uns die Bahn in nur wenigen Minuten zum Startpunkt zurück. Hat Ihnen die Wanderung gefallen, sagen Sie es weiter. Wenn nicht, sagen Sie es uns.

 
 

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Startpunkt

Bahnhof Ahlen
Bahnhofstraße 6
59227 Ahlen
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Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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