Im herzoglichen Wildpark bei Dülmen

 
 

 
 
 

Wir streifen mit diesem Wander-Tipp durchs Dülmener Land. Wir erkunden auf einem Rundwanderweg mit zwölf Kilometern Länge Dülmen, den Wildpark, die großen Fischteiche des Herzogs und das nette Örtchen Hausdülmen. Wir bewegen uns entgegen des Uhrzeigersinns auf den Hauptwanderwegen X 15, X 3 und X 17 des Westfälischen Heimatbundes und des SGV Emscher-Lippe.

Rehe im Merfelder Bruch
Ein echtes Naturparadies ist der Merfelder Bruch bei Dülmen. Nicht nur Wildpferde sind hier zuhause. Foto: Timo Meusel.

Dülmen liegt am Rande des 1040 Quadratkilometer großen Naturparks Hohe Mark. Dieses schöne Fleckchen Erde erstreckt sich im Westen vom Diersfordter Wald bis etwa Datteln im Osten; von den Toren der Städte Bocholt, Rhede, Borken, Coesfeld und Dülmen im Norden bis ins Ruhrgebiet.

Brentano und die Selige

Die Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen
Die Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen ist die erste Station auf unserer Wanderung auf Dülmener Gebiet. Foto: Stadt Dülmen

Wir starten in Dülmen am Bahnhof, sehen die Markierung des X 15 und erobern uns die Innenstadt. Wir sollten uns, bevor es uns ins Grüne zieht, in der 50.000-Einwohner-Stadt die Heilig-Kreuz-Kirche Dülmen ansehen. Genauer gesagt: im Inneren die Krypta. Dort befindet sich das Grab von Anna Katharina Emmerick (1774-1824).

Es wird gesagt, dass sie nach häufigen Erkrankungen und großen Schmerzen die Wundmale Jesu Christi bekam. Und in den folgenden zwölf Jahren ihrer Stigmatisation soll sie jeden Freitag Jesu Passion erlitten haben. Während dieser Zeit sah sie in ihren Visionen Ereignisse aus der Schöpfungs- und Heilsgeschichte. Dies blieb natürlich nicht unbemerkt. Viele Menschen besuchten sie an ihrem Krankenbett, um Trost und Zuspruch zu erbitten. In dieser Zeit soll sie auch eine Wunderheilung vollbracht haben.

Der Dichter Clemens Brentano schrieb die Visionen auf, verfasste vier Bände und eine unvollständige Biografie über Emmerick.

Die in Coesfeld geborene Anna Katharina Emmerick, das Geburtshaus ist in der dortigen Bauerschaft Flamschen zu sehen, starb dann 1824 und wurde vor den Toren Dülmens beerdigt. 1975 wurden ihre Gebeine in die Krypta der 1938 erbauten Heilig-Kreuz-Kirche umgebettet. Am 3. Oktober 2004 wurde sie durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Tiere in freier Wildbahn

Wildpferde
In direkter Nachbarschaft, im Merfelder Bruch, sind auch die berühmten Wildpferde zuhause. Foto: Heribert Schwarthoff

Wir machen uns weiter auf den Weg (X 15) und erreichen bereits nach 15 Minuten den 250 Hektar großen herzoglichen Wildpark. Es ist nicht nur die Größe, weswegen er zu den schönsten und reizvollsten Parkanlagen im Münsterland zählt. Es ist auch die landschaftliche Vielfalt, die diesen Wildpark hervorhebt. Wertvolle Buchen-, Eichen- und Mischwälder wechseln sich mit kleineren Lichtungen und großen Freiflächen ab, einzelne Pappel- und Erlenbestände, dichter Tann und ausgedehnte Weide- und Wiesengründe mit großen Teichen und kleinen Tümpeln erwarten den Wanderer.

Im Wildpark Dülmen finden sich auch Damwild, Schafe und Heidschnucken, die dort in großen Herden frei leben. An beinah jeder Ecke stößt der Wanderer auf Rehe und Hirsche. Jederzeit kann ein prächtiges Geweih - natürlich mit dem dazugehörigen Hirsch - aus den Büschen auf den Pfad treten. So wird die Wanderung durch den Park zur spannenden Entdeckungstour. Und kleine Hügel im Wald können sich schon mal als sehr, sehr große Schafe herausstellen.

Weiter durch den Wildpark

Auf malerischen Wegen lässt sich die Parkanlage erkunden. Foto: Timo Meusel
Auf malerischen Wegen lässt sich die Parkanlage erkunden. Foto: Timo Meusel

Die meisten Tiere sind an Menschen gewöhnt, so dass man sich dem Damwild oftmals bis auf wenige Meter nähern kann, manchmal sogar auf wenige Zentimeter. Die Wildpark-Betreiber mahnen allerdings zur Vorsicht: „In Ihrem und dem Interesse der Tiere sollten Sie diesen nicht unbedingt zu Nahe rücken. Stellen Sie sich vor, in Ihrer Wohnung würden sich Horden von Menschen herumtreiben, die ständig „ach, wie süß“ brüllen und Sie streicheln wollten...“ Wir werden diesen Hinweis als ausgesprochene Naturliebhaber selbstredend beherzigen.

Wenn wir dem X 15 weiter folgen, wird es wieder ein wenig lauter. Wir stoßen auf die Autobahn A 43. Der Wanderweg X 15 biegt rechts ab durch die Unterführung. Das stört uns überhaupt nicht, wir gehen einfach gerade aus und befinden uns nun auf dem Wanderweg X 3, den wir fortan begleiten. Am Neusträßer Bruch vorbeiwandernd, erreichen wir eine Weggabelung. Wir folgen dem Zeichen X 3 und passieren den Oedlerteich.

Vorbei an den herzoglichen Teichanlagen

Teich im Wildpark in Dülmen
Auch mehrere Teichanlagen passieren wir auf unserer Wanderung durch den Wildpark in Dülmen. Foto: Timo Meusel

Etliche Teiche sind in der Umgebung zu finden. Es sind die insgesamt 120 Hektar großen Fischteiche des Herzogs von Croy. Sie sind das Herzstück der „Dülmener Seenplatte“ und gelten als Schatzkammer und gleichzeitig als Geheimtipp. Meist versteckt hinter hohen Hecken oder Waldstücken liegen die bis zu 30 Hektar großen Teiche. Nur ein kleiner Teil dient heute noch der Karpfenzucht. Die Landesanstalt für Ökologie geht in ihrer Beschreibung sogar soweit und behauptet, dass es diese Vielfalt von Wasserflächen, Bächen und Gräben, Nasswiesen, Heide, Moor und feuchten Wäldern kein zweites Mal in Nordrhein-Westfalen gibt. In der Tat ist diese Seenplatte ein Paradies. Ein Paradies für den Haubentaucher, die Graugans, den Schwan, den Kormoran oder den Zwergtaucher.

Ab Mai entfaltet sich vor allem an den Rändern der Teiche und Gräben die üppige Schönheit der zahlreichen Sumpf- und Wasserpflanzenarten. Neben den wogenden Schilf- und Rohrkolbenbeständen bringen im Mai und Juni gelbe Schwertlinien und im Hochsommer der zartrosa blühende Wasserdost oder pinkfarbene Blutweiderich kräftig Farbe ins Geschehen. Im Sommer dann kommen Grünfrösche und Libellen dazu. Einfach herrlich.

Wer diese Natur in diesem Gebiet in einer weiteren Wanderung erkunden möchte – und das sei dringendst empfohlen -, kann das in den Randbereichen gerne tun. Den Kernbereich des eigentlichen Teichgutes mit dem privaten Fischzuchtbetrieb ist aber nur im Rahmen einer geführten Exkursion zu besichtigen. Informationen dazu gibt es beim Naturschutzbund Dülmen unter Telefon 02594 / 83334.

Päuschen an der Mühle

Der Heubach und St. Mauritius in Hausdülmen
Der Heubach und St. Mauritius in Hausdülmen. Foto: Stadt Dülmen

Der Wanderweg X 3 führt uns weiter nach Hausdülmen, einem 2000 Einwohner zählenden Ortsteil von Dülmen. Wir sollte nicht versäumen, einen Blick – oder auch mehrere – in die St. Mauritius Kirche zu werfen. Wer sich dabei ein wenig Zeit nimmt, wird sehen, wie sich das Farbspiel der Fenster und die Farben des Kreuzes verändern.

Nur kurz nachdem wir Hausdülmen wieder verlassen haben, kommen wir an der Großen Teichsmühle vorbei. Fast zehn Morgen (Aufgabe für unsere Schüler im Jahr der Mathematik: Was ist ein Morgen?) groß ist der Mühlenteich, von dem sich der Name der historischen Stätte in Hausdülmen ableitet. 1364 erstmals urkundlich erwähnt, wurde sie wahrscheinlich bereits 1120 mit der Burg Dülmen errichtet. Bis 1898 war die Mühle unter anderem als bischöfliche Amtsmühle ununterbrochen in Betrieb und befindet sich auch heute noch - dank nachhaltiger Pflege - in einem sehr guten Zustand. Der historischen Mühle ist eine Gaststätte angegliedert: Große Teichsmühle Hausdülmen, Borkenbergestraße 78.

Nach einer Stärkung geht es zurück. Wir überqueren mit dem X 3 die Bahnschienen und biegen bald schon nach links ab auf dem gemeinsamen Wanderweg X 3 / X 17. Nach etwa einem Kilometer biegt der X 3 nach rechts ab, wir indes gehen weiter geradeaus auf dem X 17 zurück nach Dülmen. Kurz vor dem Ort gehen wir nach links, überqueren erneut die Bahnschienen und folgen dem X 17 zum Bahnhof Dülmen.

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Startpunkt

Bahnhof Dülmen
Bahnhofstraße 50
48249 Dülmen
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbunhd
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
 

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