Ein niedersächsisch - westfälisches Wandererlebnis

 
 

 
 
 

20 Kilometer nehmen wir uns mit dieser "grenzüberschreitenden" Wanderung vor. Wir starten im niedersächsischen Bad Laer und wandern im Rundkurs über Glandorf und dem westfälischen Füchtorf zurück. Dabei bewegen wir uns auf den Hauptwanderwegen X 5, X 17, X 4 und X 23 des Westfälischen Heimatbundes.

Heimatmuseum Bad Laer
Nur eine Straße entfernt von unserem Startpunkt, in der Kesselstraße, liegt das Heimatmuseum Bad Laer, das ebenfalls einen Besuch lohnt.

In Bad Laer starten wir auf dem X 5 an der Mühlenstraße ganz in der Nähe der evangelischen Kirche. Dort findet sich auch ein Parkplatz. Nun könnte man in Bad Laer ganz bequem einen netten Tag verbringen. Zu sehen gibt es genug. Empfohlen sei hier nur einen Blick in das Heimatmuseum des 9300 Einwohner zählenden Örtchens. Das beschäftigt sich nämlich mit den Piepsteinen. Piepsteine? Dieser seltene poröse Kalkstein ist durch die Solequelle entstanden und wurde Jahrhunderte lange bis zu seiner Erschöpfung zum Haus- und Wegebau gebraucht.

An Glandorf vorbei

Fachwerkhaus
Bad Laer hat etliche schöne Fachwerkhäuser im Ortsbild.

Von beachtlichem Ruf ist auch die Geschiebesammlung. Sämtliche Steine stammen aus Bad Laer. Sie sind im Gebiet der Heideseen und des Kalvarienberges gefunden worden. Ursprünglich kamen sie aus Skandinavien und dem Ostseeraum. Von dort haben sie die Eiszeitgletscher mitgebracht. Nach dem Abtauen der Gletscher sind sie liegen geblieben.

Wenn wir aber Wandern wollen, gehen wir auf dem X 5 die Mühlenstraße nach Westen entlang, am Ende kurz rechts, dann links zur Straße „Auf dem Buckenberge“. Weiter geht es „Auf der Wittenburg“; wir biegen dann ab zur Straße „Gewerbepark“. Immer geradeaus geht es weiter, bis wir an der Straße „Lohof“ auf den X 17 treffen. Der X 5 biegt nach rechts ab, wir folgen weiter dem X 17, der uns an Glandorf vorbeiführt. Sollten wir die Tour im Mai oder Juni wiederholen, könnten wir sie getrost die „Spargeltour“ nennen. Denn Glandorf und das bald schon erreichte Füchtorf sind die Spargeldörfer schlechthin.

Wer nun nach den bislang erwanderten sieben Kilometern in der Bauerschaft Mersch sagt, es reicht, kann zum Dorfkern abbiegen und den ZOB, den Zentralen Omnibusbahnhof, in Glandorf ansteuern. Von dort fährt auch an den Wochenenden der RegioBus R13 nach Bad Laer (Fahrtzeit zehn Minuten).

Doppelschloss Harkotten

Das Schloss von Kettele
Das Schloss von Ketteler bietet uns einen malerischen Anblick.

Ansonsten geht es weiter durch die Bauerschaft Mersch und später auf der Straße „Auf der Deitmerei“ zum Schloss Hartkotten nahe des Sassenberger Stadtteils Füchtorf. Wir haben übrigens Nordrhein-Westfalen erreicht und stehen vor der imposanten Doppelschlossanlage mit den beiden selbstständigen Schlössern von Ketteler östlich und von Korff westlich. Die Burg wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Heinrich II. von Korff angelegt und hat im Laufe der Jahrhunderte etliche Veränderungen erfahren.

Der Schlossbau Ketteler im Osten wurde von 1754 bis 1767 errichtet – mit fünfjähriger Unterbrechung während des Siebenjährigen Krieges. Das mächtige Gebäude hat ein hohes Kellerschloss, zwei Stockwerke und ein Mansardendach.

Nachdem die Firma des Designers Luigi Colani mehrere Jahre im Schloss beheimatet war, übernahm es 1987 Dieter Sieger und ließ es umfassend restaurieren, um die Räume anschließend für seine Designagentur zu nutzen, die heute noch dort ist. Gleichzeitig wurden durch den belgischen Gartenarchitekten Jacques Wirtz auch die Außenanlagen wiederhergestellt.

Schloss von Korff
Schloss von Korff: Das noble im Charakter einer Villa erbaute Herrenhaus ist im klassizistischen Stil ausgeführt. Foto: www.wehrbauten.de

Das Schloss von Korff wurde 1805 und 1806 nach dem Vorbild von Schloss Wörlitz bei Dessau gebaut. Nobel sieht es aus, ein ganz im klassizistischem Stil errichtetes Herrenhaus. Es wird heute noch von der Familie von Korff bewohnt. Daher gilt für dieses wie für das Nachbarhaus: gucken ja, betreten nein.

An der Schlossanlage endet für uns der X 17, der nach rechts abbiegt. An dieser Stelle aber finden wir den X 4, der uns nun für knappe fünf Kilometer – vorbei an einem Bauerncafé – begleitet. Nach dieser besagten etwa fünf Kilometer langen Wegstrecke will der X 4 nach rechts und wir stoßen am sogenannten „Dreiländereck“ auf den X 23, der nach links abbiegt. Den nehmen wir. Denn er führt uns geradewegs nach sechs Kilometern zurück zum Startpunkt.

Am Dreiländereck

Grenzdreieck
Wo die Kreise Gütersloh, Warendorf und Osnabrück aneinander stoßen, war früher das Grenzdreieck zwischen der Grafschaft Ravensberg, dem Bistum Münster und dem Hochstift Osnabrück.

Das Wörtchen Dreiländereck bedarf hier noch einer kurzen Aufklärung. Hier gibt es keine drei Länder. Bekannt ist wohl, dass dort die Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verläuft. Früher waren es Preußen und Hannover, wofür noch heute das „P“ und „H“ auf den alten Grenzsteinen zu finden ist. Aber welches ist das dritte Land? Allein ein Blick in die ältere Vergangenheit kann diese Frage klären. Wo heutzutage die drei Kreise Gütersloh, Warendorf und Osnabrück aneinander stoßen, da war früher das Grenzdreieck zwischen den drei selbstständigen Territorien Grafschaft Ravensberg, Bistum Münster und Hochstift Osnabrück - der unbekannte Dritte ist also das Ravensberger Land.

Puh. Eine lange Wanderung ist geschafft. Wenn sie Ihnen gefallen hat, sagen Sie es weiter. Wenn nicht, sagen Sie es uns. Weitere Informationen rund um das Wandern im Münsterland gibt es beim Westfälischen Heimatbund in Münster.

 
 

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Alternativer Startpunkt

Schloss Harkotten
Harkotten 2
48336 Sassenberg
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