Alte Häuser, alte Eisenbahnen, alte Keramik, alte Puppen

 
 

 
 
 

Wir bieten mit diesem Wander-Tipp gleich zwei Vorschläge an. Zum einen eine rund 19 Kilometer lange Tour, zum anderen eine acht Kilometer lange Tour. Wir starten in Burgsteinfurt und wandern über den X 6, den X 12 und den X 7 über Metelen bis Ochtrup. Wer die acht Kilometer lange Tour bevorzugt, macht bereits in Metelen Halt. Zurück geht es in beiden Fällen bequem mit der Bahn.

Schloss Steinfurt aus der Vogelperspektive
Schloss Steinfurt aus der Vogelperspektive. Foto: Heribert Schwarthoff

Wir starten unsere Tour an der Radstation unmittelbar neben dem Bahnhof Burgsteinfurt, an dem der Hauptwanderweg X 6 entlang läuft. Wir könnten den X 6 aber vorab in die andere Richtung gehen, dann können wir kurz einen Blick auf das Schloss Burgsteinfurt werfen.

Schloss Steinfurt und weiter nach Metelen

Schloss Steinfurt
Schloss Steinfurt macht uns den Abschied nicht eben leicht. Foto: Heribert Schwarthoff

Die Wasserburg „Stenvorde“ wird bereits 1129 erstmals erwähnt, ist somit eine der ältesten im Münsterland. Die Wasseranlage mit Elementen aus Romantik, Rokoko und Klassizismus liegt auf zwei Inseln im Flusslauf der Aa. Die romanische Kapelle ist der älteste Bau (12. Jahrhundert), der Rittersaal ist spätromanisch und stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Es gibt auch Führungen durchs Schloss, zu denen allerdings eine Anmeldung erforderlich ist (Tel.: 02551/1383, Verkehrsverein Steinfurt).

Zurück zur Radstation am Bahnhof: Von hier führt uns der Hauptwanderweg X 6 über die Fußgängerbrücke zur anderen Seite der Bahngleise. Über die Eichendorffstraße und die Hachstiege werden wir aus der Stadt herausgeführt und bleiben auf dem Wanderweg X 6. Durch das herrliche Waldgebiet Metelener Heide kommen wir zum ehemaligen Vogelpark Metelen.

Am ehemaligen Vogelpark treffen wir auf den Wanderweg X 12, dem wir in nördlicher Richtung, also rechts abbiegen, folgen. Wer jetzt eine Pause einlegen möchte, findet an dem reetgedeckten Pilz eine gute Gelegenheit. Auch die Gaststätte „Heidecafé“ ist nur 100 Meter entfernt.

Der Wanderweg X 12 führt uns bis an die Bahngleise und geht ist östliche Richtung weiter. Wir können an dieser Stelle nach links gehen und sehen schon den Bahnhof Metelen-Land.

Das alte Bahnhofsgebäude ist zum Eisenbahnmuseum geworden, betrieben von der Eisenbahn-Interessengemeinschaft. Sie gründete sich im Juli 1986 und ist Nachfolgerin der Bürgerinitiative „Rettet den Bahnhof Metelen Land“, die im Juli 1985 gegründet wurde. Sie unterhält den Bahnhof und betreibt das Bahnhofsmuseum, in dem eine Uniform- und Mützensammlung, das erhaltene, voll funktionsfähige, mechanische Stellwerk des Bahnhofs, eine Gleisanlage mit Weiche, eine selbstgebaute Handhebeldraisine, Werkstattwagen, Bauzugwagen, eine Industriediesellok und eine Modellbahnanlage zu sehen sind. Das Museum ist von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Weiter oder zurück?

Das Haupthaus von Haus Welbergen bei Ochtrup.
Das Haupthaus von Haus Welbergen bei Ochtrup.

So, jetzt haben wir die Wahl. Wir können ab hier nach Burgsteinfurt mit der Bahn zurückfahren, wir können aber auch dem X 12 weiter folgen, um die gesamte 19 Kilometer lange Tour zu meistern. Wandern wir weiter, kommen wir nach etwa drei Kilometern an Haus Welbergen an und befinden uns auch schon auf Ochtruper Gebiet.

Haus Welbergen ist ein Kleinod. Von den Wegen entlang der Gräften ergeben sich immer reizvolle Blicke auf die Wasserburg. Die Gartenanlagen auf der Vorburginsel sind das attraktivste Ausflugsziel. Nach historischen Vorbildern wurde eine stimmungsvolle Gartenanlage am ehemaligen Standort zweier Wirtschaftsgebäude errichtet. Ein gestalterisch an die Formen der Renaissance angelehnter Brunnen gibt dem Garten Ruhe. Auf der Vorburginsel, jenseits der Marienkapelle, befindet sich noch ein bis in die Renaissancezeit nachzuvollziehender kleiner Gartenbereich. Haus Welbergen mit seinen Gartenanlagen ist besonders zur Stauden- und Rosenblüte während der Sommermonate ein reizvolles Besucherziel. Park und Garten sind während des Tages geöffnet. Durch das Haus selber sind nach Anmeldungen Gruppenführungen möglich (Tel. 02553 / 972728).

Nach weiteren zwei Kilometern kommen wir in Welbergen an. Das Vechtedorf hat eine 1000-jährige Geschichte. Auffallend sind die beiden Kirchen im Ortskern. Die alte Kirche, ein einschiffiger romanischer Bau aus dem 11. Jahrhundert, zählt zu den ältesten romanischen Dorfkirchen des Münsterlandes. 1900 wurde die neugotische Dionysiuskirche gebaut und löste die alte Kirche als Pfarrkirche ab. Welbergen mit seinen historischen Ensembles und stimmungsvollen Gaststätten nimmt seit etlichen Jahren erfolgreich am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil. 2002 wurde Welbergen als schönstes Dorf im Kreis Steinfurt gekürt. Auf Landesebene ging ein Jahr später die Silbermedaille nach Welbergen.

In der Töpferstadt

Gut ein Kilometerchen weiter stoßen wir auf den Wanderweg X 7, der uns nach links abbiegend bis Ochtrup geleitet. Die 20.000-Einwohner-Stadt bezeichnet sich selber als Textil- und Töpferstadt. Textilstadt ist ja klar. Warum Ochtrup auch eine Töpferstadt ist, zeigt uns das Töpfereimuseum in der ... na? Jaaa, Töpferstraße. Untergebracht ist es in dem 1678 erbauten Ackerbürgerhaus der Töpferfamilie Eiling. Das Museum ist in mehrere Ausstellungseinheiten aufgeteilt und vermittelt einen interessanten Überblick über das Schaffen der heimischen Töpfereibetriebe in den vergangenen Jahrhunderten. Die ältesten Objekte stammen aus dem 14./15. Jahrhundert (Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 9 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr; samstags von 15 bis 17 Uhr in den Monaten Mai bis Oktober; und sonntags von 15 bis 17 Uhr).

Villa Winkel und die Lambertikirche

Villa Winkel in Ochtrup
Mitten im Stadtpark von Ochtrup hat die Villa Winkel ihren Platz.

Ochtrup hat an der Gronauer Straße auch ein Puppen- und Spielzeugmuseum mit Celluloid-Puppen der Firmen Schildkröt, Minerva, Celba oder Storch. Geöffnet hat es dienstags, mittwochs und donnerstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 15 bis 17 Uhr. Es lohnt auch noch einen Abstecher in den Stadtpark. Mittendrin steht die Villa Winkel, ein zweigeschossiger Backsteinmassivbau mit Zierelementen in Sandstein und Stuckwerk auf unregelmäßigem Grundriss mit schiefergedecktem Dach.

Wenn wir in Ochtrup die Lambertikirche passiert haben, biegen wir links ein in die Gronauer Straße, dabei verlassen wir den X 7, und dann wieder links in die Metelener Straße. Dort liegt der Bahnhof. Unsere Wanderung ist hier zuende. Wir warten auf den Zug, der uns zurück nach Burgsteinfurt bringt. Hat Ihnen die Wanderung gefallen, sagen Sie es weiter, wenn nicht, sagen Sie es uns.

 
 

Online-Routenplaner Bus & Bahn

Planen Sie bequem Ihre Route von der Haustür bis zum Ziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie müssen nur noch Ihre Startadresse eingeben.

Anreise planen

 
 


Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
Website besuchen
 

Hier starten die Touren!

Loading...
Loading...