Wind- und Wassermühlen im Münsterland

 
 

 
 
 

Mühlen, sowohl Windmühlen als auch Wassermühlen, haben im landwirtschaftlich geprägten Münsterland stets eine große Rolle gespielt. Auch heute stehen die Mühlen noch als stumme, teils aber auch als beredte Zeugen dieser Vergangenheit vielerorts am Wegesrand. Einige von den Windmühlen und Wassermühlen beherbergen heute ein Museum, einige Mühlen dienen völlig neuen Zwecken und wieder andere sind sogar noch in Betrieb! Die schönsten Windmühlen und Wassermühlen im Münsterland stellen wir an dieser Stelle vor.

Ahaus: Haarmühle

Kurz vor dem Übertritt der Ahauser Aa ins niederländische Gebiet, kaum 300 Schritte von der Grenze entfernt, steht an ihrem linken Ufer die über 390 Jahre alte historische Wassermühle, nach dem altdeutschen Haar - hügelige Waldlandschaft - „Haarmühle" genannt. Hier wird die Ahauser Aa durch zwei Wehre gestaut.

 

Ahaus: Quantwicker Mühle

Die Quantwicker Windmühle wurde um 1835 erbaut. Die Achteckmühle zeigt die bekannte holländische Bauart: Der achteckige Unterbau steht fest.

 

Altenberge: 300-jährige holländische Achteckwindmühle

Bei einer Wanderung oder Radtour durch das Altenberger Umland, lohnt sich ein Abstecher zur Holzholländerachteckwindmühle in der Bauernschaft Hansell. Bei der Windmühle handelt es sich um eine Holzholländerachteckwindmühle auf gemauertem Untergeschoss.

 

Ascheberg: Wassermühle Brügge

Rund 500 Jahre alt ist die Wassermühle Brügge in Ascheberg und stets wurde sie angetrieben vom Wasser des Emmerbaches. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Mühle im Jahre 1568, anlässlich eines Besitzerwechsels. Vor diesem Wechsel gehörte die Mühle Brügge zum adeligen Rittergut Brügge.

 

Beckum: Mühle Höxberg

"Fliegender Holländer" – so nennt man ein geheimnisvolles Geisterschiff, das übers Meer segelt. Ein "Erdholländer" hingegen ist zwar kein Schiff, doch Segel hat er trotzdem. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um eine Windmühle, deren Flügel so nahe an den Boden reichen, dass sie von dort aus mit Segeltuch bespannt werden können. Bei anderen Mühlen macht man das von einer Galerie aus, weshalb sie folgerichtig "Galerieholländer" heißen.

 

Borken: Bockwindmühle bei Weseke

Die Bockwindmühle in Borken-Weseke hat schon eine Menge erlebt, ist viel herum gekommen, schon reichlich alt und doch – praktisch brandneu. Denn an ihrem jetzigen Standort in Weseke steht sie erst seit dem Jahr 2014.

 

Coesfeld: Bischofsmühle

Die Bischofsmühle an der Daruper Straße gehört zu den historischen Kleinoden Coesfelds. Ihre Geschichte reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Als Mühle des Bischofs von Münster war sie ein Lehen und gehörte zu seinen Tafelgütern.

 

Coesfeld: Letter Windmühle

Die Letter Windmühle aus dem Jahr 1812/13 ist das Wahrzeichen des Ortsteils Lette. Sie wurde als Ersatz für die ehemals zum Rittersitz Lette gehörende Wassermühle errichtet. Dieser Aufbau wurde durch die Aufhebung des Fürstbischhöflichen Mühlenregals, kurz zuvor durch Napoleon, ermöglicht.

 

Ennigerloh: Windmühle auf dem „Mühlengeist“

Auf eine bewegte Geschichte blickt der „Mühlengeist“ zurück, auf dem auch heute noch die Windmühle Ennigerloh zu finden ist. Zum ersten Mal erwähnt wurde an dieser Stelle eine Mühle im Jahre 1498. Die Mühle, die sich hier damals dreht, steht allerdings schon lange nicht mehr. Ein Schmuckstück Ennigerlohs ist sie dennoch.

 

Havixbeck: Klostermühle Hohenholte

Die alte Klostermühle in Hohenholte, das zu Havixbeck gehört, gehört zu den „Urgesteinen“ der Mühlen in der Region und stammt noch aus dem Jahre 1225. Damit ist die ehemalige Stiftsmühle eine der ältesten ihrer Art im Münsterland.

 

Havixbeck: Stapelsmühle

Unmittelbar an der Poppenbecker Aa liegt die ehemalige Mühle von Haus Stapel in Havixbeck. Errichtet wurde sie im 17. Jahrhundert, der Mühlenbetrieb wurde wahrscheinlich um 1678 aufgenommen.

 

Heek-Nienborg: Bischöfliche Kornwassermühle

Im Mittelalter entstand die bedeutendste Mühle der Gegend, die Fürstbischöfliche Kornwassermühle zu Nienborg. Zwischen 1397 und 1400 entstand gegenüber der Kornmühle eine Wassermühle zum Ölschlagen.

 

Hörstel: Klostermühle Gravenhorst

Die Gravenhorster Klostermühle wird 1262 erstmals urkundlich erwähnt. Der Graf von Ravensberg verkauft sie an das 1256 gegründete Zisterzienserinnenkloster. Nach dem 30jährigen Krieg werden 1651 umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt. Seit dieser Zeit besteht der untere Teil des Mühlengebäudes aus Bruchsteinmauerwerk und der obere Teil aus Fachwerk.

 

Hörstel: Knollmanns Mühle

Die Entstehungsgeschichte der heutigen Doppelmühlenanlage auf dem Hofe Noje-Knollmann an der Hörsteler Aa lässt sich bis 1796 zurückverfolgen. Ursprünglich von zwei unterschlächtigen Wasserrädern angetrieben, wurde 1914 das Wasserrad der Korn- und Ölmühle durch eine 35 PS starke Turbine ersetzt.

 

Hörstel: Levedags Mühle

Der untere Teil der ehemaligen Öl- und Walkemühle dürfte ein früherer Bastions- und Geschützturm gewesen sein. Er ist mit kleinen Bruchsteinen gemauert. Der Mittelteil besteht aus sorgfältig behauenen Werksteinquadern, vermutlich aus dem Abbruchmaterial der 1680 geschleiften Burg.

 

Horstmar: Wind- und Wassermühlen

Der Schöppinger Berg (158 m) ist die nördliche Fortsetzung der Baumberge. Aus ihm entspringt "Janning's Quelle" , die nach dem alten Hof Janning benannt ist. Der aus dieser Quelle entstandene Bach wird allgemein als Leerbach bezeichnet. Er trieb die Mühle am Hofe Janning an, deren Betrieb seit 1939 eingestellt ist.

 

Isselburg: Vehlinger Windmühle

Wer aus Millingen Richtung Vehlingen kommt, der sieht sie schon von Weitem: Stolz erhebt sich das örtliche Wahrzeichen, die Vehlinger Windmühle, mit ihren großen Windrädern hier über die münsterländische Parklandschaft.

 

Isselburg: Werther Mühle

Die Werther Mühle ist eine Turmwindmühle im Ortsteil Werth der Stadt und liegt nahe dem Fluss Issel. Die Mühle stammt aus dem Jahr 1498. Ursprünglich war sie als Wehrturm Teil der Festungsanlage der Stadt Werth.

 

Ladbergen: Getreidemühle Erpenbeck

Bei der Getreidemühle Erpenbeck handelt es sich um ein Baudenkmal. Es liegt auf einem Teil der Ländereien des Guts Erpenbeck, das sich in unmittelbarer Nähe der Mühle befindet. Es handelt sich um eine 1840 fertig gestellte Oel-,Boke- und Zichorienmühle, deren Restaurierung 1991 ihren Abschluss fand.

 

Legden: Düstermühle

Die Düstermühle ist eine alte Mühle im Legdener Ortsteil Wehr. Sie liegt am Fluss Dinkel und wird zum ersten Mal im Jahre 1151 erwähnt. Neben einer Funktion als Gerichtsstätte entwickelte sich dort im Laufe der Jahrhunderte die Tradition des Düstermühlenmarkts. Dieser findet immer am letzten Montag im August statt.

 

Lotte: Wassermühle Bohle

In der über 300 Jahre alten Mühle Bohle (Mühlenstandort sogar seit dem 13./14. Jahrhundert) wurde das Mahlen von Getreide 1968 eingestellt, jedoch die Sägemühle noch bis 1975 betrieben, dann stand auch hier das Wasserrad still.

 

Metelen: Plagemanns Mühle

Wie bei vielen Wind- und Wassermühlen im Münsterland war auch bei Plagemanns Mühle in Metelen der letzte Besitzer Namensgeber der Kornwassermühle.

 

Münster: Bockwindmühle auf dem Mühlenhof

Ganzjährig geöffnet ist das Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster, das mit ca. 30 historischen Gebäuden den Besucher in 400 Jahre Vergangenheit führt. Darunter auch die mehr als 250 Jahre alte Bockwindmühle, der heimliche Star auf dem Mühlenhof.

 

Nottuln: Wassermühle Schulze Westerath

Die Wassermühle Schulze Westerath in Nottuln-Stevern wurde in jahrelanger, liebevoller Kleinarbeit restauriert und so vor dem Verfall gerettet. Ein im Jahr 2006 entwickeltes Sanierungskonzept hat nicht nur dafür gesorgt, dass das auch "Steinspeicher" und "Bauernburg" genannte Gebäude erhalten wurde sondern es auch für kulturelle Veranstaltungen und Besucher zugänglich gemacht.

 

Ochtrup: Bergwindmühle

Die Kornwindmühle auf dem Ochtruper Berg ist eine der letzten im holländischen Stil errichteten Windmühlen vom Typ "Wallholländer". Wallholländer bedeutet, dass die Windmühle auf einem Wall steht, der Rumpf starr ist und nur die Kappe mit den Flügeln in den Wind gedreht wird. Sie ist als Denkmal unter Schutz gestellt und trägt Wahrzeichencharakter für die Stadt Ochtrup.

 

Olfen: Füchtelner Mühle

"Fürstbischof Otto III., Graf von Rietberg (1301-1306), ließ die Füchtelner Mühle als Landesmühle erbauen. Sie gehörte zur Wasserburg Haus Füchteln, die Stammsitz der Ritter von Kukelshem war.

 

Reken: Heimatmuseum Windmühle / Rekener Turmwindmühle

Auf einem Hügel erhebt sich weiterhin sichtbar die Rekener Turmwindmühle. Sie gehört zu den schönsten und ältesten ihrer Art in Westfalen.

 

Rhede: Habers Mühle

Eine auf niedrigem Hügel errichtete Turmwindmühle mit konisch verjüngtem Backsteinturm. Im Mühlenturm Flachbogenfenster. Der Mühleneingang, die Mühlenhaube, das Turminnere, die Böden sowie die Flügelanlage wurden restauriert.

 

Rheine: Emsufer mit Mühle und Wehr

Wie die Hochwassermarken zeigen, steht die Mühle an sehr gefährdeter Stelle. Aber in Verbindungen mit dem Wehr, seit 1550 ein Bauwerk aus Stein, war das Stauwasser ein begehrter Antrieb für die Mühlräder.

 

Rosendahl: Windmühle Höpingen

Schon von Weitem imponiert die Höpinger Windmühle mit ihren mächtigen Windrädern und lässt erahnen, dass hier in früheren Zeiten einst reger Betrieb geherrscht haben mag.

 

Saerbeck: Sinninger Mühle

Weithin sichtbar ist die zum Hof Eilers in Saerbeck-Sinningen gehörende Windmühle. Der aus Emsdetten stammende Müller Theodor Eilers ließ 1866/67 in der Bauerschaft Sinningen die 22 Meter hohe Holländerwindmühle mit drehbarer Haube und zwei Mahlgängen zum Kornmahlen errichten.

 

Steinfurt: Hollicher Mühle

Die herausragende Sehenswürdigkeit der Bauerschaft ist die Hollicher Windmühle, eine 1859 auf dem Hollicher Esch errichtete Holländer-Mühle mit zwei Mahlgängen, die zuvor bereits im Osnabrücker Raum gestanden hatte.

 

Steinfurt: Niedermühle

Die Mühle wird erstmals im Jahr 1352 als „neue Mühle“ urkundlich genannt, dürfte aber schon vorher bestanden haben. Steinfurt hat zwei Wassermühlen, neben der Niedermühle auch noch die Schlossmühle.

 

Südlohn: Menke Mühle

Die Achtkant-Holländer-Mühle wurde 1812 erbaut. 1865 erwarb Johann Bernhard Menke die Mühle mit dem Müllerhaus. Der Mühlenantrieb ändert sich im Laufe der Jahrzehnte angesichts der technischen Entwicklung mehrfach. Auf die Windkraft folgte die erste Dampfmaschine 1876 und schließlich der Dieselmotor im Jahr 1951.

 

Velen: Mühle am Thesingbach

Bis zum Jahre 1910 wurde die Wassermühle ausschließlich als Kornmühle betrieben. Zur besseren Ausnutzung der Wasserkraft richtete die Landsberg'sche Verwaltung ein Elektrizitätswerk ein, welches auch den Ortskern und Teile des Außenbereichs mit Strom versorgte.

 

Vreden: Huning’sche Wassermühle

Die Mühle vom Hof Huning aus Vreden-Ammeloe wurde im Jahr 1811, also in dem Jahr, in dem die Gewerbefreiheit in Preußen eingeführt wurde, von den Eheleuten Hermine Huning, geb. Eßling, und Johann Bernhard Huning errichtet. Sie lag bis 1978 am Huningsbach, der im Zuge der Flurbereinigung verlegt wurde. Es handelt sich hier um die letzte Wassermühle in Vreden.

 

Westerkappeln: Wassermühle Velpe

Die Wassermühle Velpe in Westerkappeln ist eine ehemalige Gutsmühle, die 1560 von der Familie von Velpe erbaut wurde. Seit knapp 100 Jahren ist die Mühle im Besitz der Familie Görtemöller. In den Jahren 1980 - 1990 wurde die Mühle grundlegend restauriert und 1990 als funktionstüchtige Mahlmühle wieder eingeweiht.