Greven: Die Grevener Emsaue

 
 

 
 
 

Die Emsaue ist Grevens größtes Naturschutzgebiet. Insgesamt rund sieben Prozent der Grevener Stadtfläche stehen unter Naturschutz. Diesen vergleichsweise hohen Wert verdankt Greven vor allem dem Fluss, der auch die Geschichte der Stadt entscheidend geprägt hat - der Ems.

Wie im gesamten Regierungsbezirk Münster steht auch die Emsaue in Greven mit einer Fläche von rund 850 Hektar seit 1998 unter Naturschutz. Bis dahin gab es mit dem NSG Schöneflieth und dem NSG Emsaltarm an der Hassel lediglich zwei kleinere geschützte Teilgebiete.

Schwanenblume
Die schöne Schwanenblume wächst vereinzelt an der Ems in Greven.

Doch längst nicht alle Bereiche der Ems entsprechen streng genommen den Anforderungen eines Naturschutzgebietes. Denn es gab Zeiten, in denen der Fluss nicht gerade schonend behandelt wurde. Bis in die 1970er Jahre wurde die Ems fast überall begradigt und in ein enges Korsett gezwängt. Die Folgen für die Natur waren immens. Typische Elemente eines natürlichen Flusslaufes wie Steilufer, Sandbänke und Ufergehölze verschwanden, und mit ihnen viele Tier- und Pflanzenarten. Durch die Kanalisation erhöhte sich die Fließgeschwindigkeit und die Ems grub sich bis zu zwei Meter tiefer in den sandigen Untergrund ein. Folge ist, dass der Grundwasserspiegel in der Aue stark gesunken ist.

Seit einigen Jahren wird unter Federführung des Staatlichen Umweltamtes versucht, im Rahmen des Emsauenschutzkonzeptes dem Fluss wieder mehr Freiräume zu geben, in denen er seine eigene Dynamik entfalten kann. Allerdings sind die Möglichkeiten dazu in Greven begrenzt, da die Bebauung an vielen Stellen bis dicht an den Fluss heranreicht und der Hochwasserschutz erhalten bleiben muss. Was viele nicht mehr wissen: Noch vor etwas mehr als 50 Jahren floss die Ems dort, wo heute ein Baumarkt und Grevens Kulturzentrum stehen. Erst nach dem verheerenden Hochwasser 1946 entschloss man sich, den Fluss weiter nach Westen zu verlegen und einzudeichen.

Ein Beispiel für eine kleine Renaturierungsmaßnahme ist die Sohlgleite westlich der Emsbrücke an der B 219. Sie ersetzt seit einigen Jahren den ehemaligen Sohlabsturz, der von Fischen und andere Organismen nicht überwunden werden konnte.

Insgesamt haben Wissenschaftler der Biologischen Station des Kreises Steinfurt über 40 gefährdete Pflanzenarten in der Grevener Emsaue festgestellt. Dazu gehören der seltene Froschbiss oder die prächtige Schwanenblume. Zu den schönsten Emsabschnitten in Greven gehören die Aue im Bereich des Landhauses Oeding bei Gimbte und nördlich der Alten Spinnerei. Wer die Ems über Greven hinaus im Regierungsbezirk Münster "erfahren" möchte, sollte sich am besten auf das Rad schwingen. Der 2004 eröffnete Ems-Auen-Radweg von Warendorf bis Rheine bietet an vielen Stellen interessante Einblicke und Einsichten über den Fluss und seine Geschichte. Hierfür sorgen ein Begleitbuch sowie Informationstafeln und Aussichtsplattformen.

 
 

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Info

Emsaue Greven
Brüggenmersch
48268 Greven
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