Von Riesenbeck nach Bevergern und zurück

 
 

 
 
 

Auf auf, den Wald genießen. Und zwar zwischen Riesenbeck und Bevergern, das sind zwei Ortsteile von Hörstel im Altkreis Tecklenburg. Etwa zehn Kilometer schönster Natur sind auf einem Rundwanderweg angesagt.

Surenburg
Die Surenburg liegt in Riesenbeck, einem Stadtteil von Hörstel. Es ist das bekannteste Wasserschloss im Tecklenburger Land. Foto: www.wehrbauten.de

Sofern wir denn mit dem Auto anreisen, nähern wir uns dem Schloss Surenburg und suchen uns den Parkplatz an der großen Reitanlage. In der Tat ist diese Reitanlage mit 20 000 Stehplätzen und 5 000 Sitzplätzen nicht gerade klein und von internationaler Bedeutung. Der Zucht-, Reit- und Fahrverein Riesenbeck lädt dort stets zu hippologischen Großereignissen in den Disziplinen Dressur, Springen und Fahren ein. So waren die Riesenbecker bereits Ausrichter der Zweispänner-Weltmeisterschaften 1987 und 1997 sowie der Vierspänner-Weltmeisterschaften 1992.

Wir aber wollen wandern und suchen uns den Hauptwanderweg X 7 des Westfälischen Heimatbundes, auf den wir an der nahgelegenen Gaststätte treffen. Der X 7 führt uns – westlich – in das Waldgebiet. Was dem Naturliebhaber mit Kennerblick alsbald auffallen wird, ist das Auf und Ab der Geländeoberfläche. Und die kann von keinem Punkt im Ganzen überblickt werden, da Busch- und Waldparzellen den Blick versperren.

Etwa 2,5 Kilometer weiter bringt uns der X 7 an eine Lichtung. Wir lassen den Blick schweifen und suchen als Wegemarkierung nun ein H. Dieses H steht für Hermannsweg. 156 Kilometer lang ist dieser Wanderweg, benannt nach Hermann dem Cherusker. Er beginnt in Rheine und führt bis zur 441 Meter hohen Felsgruppe des Lippischen Velmerstot. Er gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands. Und ein wenig „Hermannsluft“ wollen wir schnuppern, indem wir rechts abbiegen und fortan dem H folgen. Einen besonders schönen Abschnitt finden wir an der Bevergerner Aa.

Achtung, Exkurs: Immer wieder stoßen wir auf den Namen Aa. In Münster gibt es den Aasee, in Ibbenbüren komischerweise auch. Aa (im Alpenraum sagt man Ache) entspringt dem Altdeutschen Aha und ist verwandt mit dem lateinischen Aqua. Aha!

Mal auf der einen, mal auf der anderen Bachseite der Aa führt uns der Weg nach Bevergern. Die Bevergerner Aa in ein Bach mit vielen Namen. Mal wird er Hemelter Bach genannt, in Riesenbeck heißt er Flötte, was dann wiederum einen alten Ursprung hat und nichts anderes heißt als Fließendes oder Fluss. Immerhin ist die Aa, die Flötte oder auch der Hemelter Bach 34 Kilometer lang, hat leider leider Begradigungen und Kanalisation erleiden müssen, und ist abschnittweise ein kleines Paradies für Libellen.

Nahe dem Stadtgebiet, dort wo Sandsteinpfeiler den Weg über die Brücke in den Ort säumen, verlassen wir den „alten Cherusker“ und gehen weiter der Aa entlang. Und was guckt uns dort an? Das vertraute X. Diesmal ist es der X 13, der uns zum Startpunkt führen wird. Da wir ja genügend Zeit mitgebracht haben, sollten wir uns aber erst Bevergern ein wenig widmen.

In Bevergern

Heimathaus Bevergern
Das Heimathaus Bevergern ist einen Beuch wert. Foto: Verkehrsverein Hörstel

Das vormalige Ackerbürgerstädtchen beherbergt eine spätgotische katholische Pfarrkirche mit wertvollem Schnitzwerk und zwei bedeutenden Marienskulpturen. Auf die Kirche stoßen wir zwangsläufig, wenn wir an dem Sandsteinpfeiler den Hermannsweg nicht verlassen, nach etwa 250 Meter.

Neben der Kirche liegt das Bevergerner Heimathaus von 1742 mit Sammlungen aus Geschichte, Brauchtum, Handwerk und sakralen Kunstgegenständen. Und dort findet sich die sprachwissenschaftliche Bibliothek von Prof. Dr. Anton Hilckman. Im Jahr 1964 schenkte der Professor für Vergleichende Kulturwissenschaften (1900 – 1970) sein Geburtshaus der Stadt Bevergern. Es sollte der Pflege des Heimatgedankens dienen. Das hat sich der Heimatverein nicht zweimal sagen lassen und ab 1966 in langjähriger Arbeit dieses gelungene Museum eingerichtet.

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Schloss Surenburg
Am Schloss Surenburg schauen wir uns noch einmal etwas genauer um - es lohnt sich. Foto: Stefan Herringslack

Nun ist es aber schon spät und wir haben ja noch „was zu gucken“. Nämlich die Surenburg, leider nur von außen, denn bewohnt ist der Adelssitz von der Familie Heereman von Zuydtwyck. Wir folgen dem X 13, der uns durch das Waldgebiet bis zur Rückseite der Surenburg führt. Es ist ein kleineres Wasserschloss, ist aber das bedeutendste weltliche Bauwerk des Tecklenburger Landes und gehört nach Lage und Gestalt zu den besonders malerischen Schlössern des Münsterlandes.

Dieses Herrenhaus lag zunächst auf einer eigenen Insel, von der eine Brücke auf die Vorburg führte, die an drei Seiten von niedrigeren Wirtschaftsgebäuden umschlossen war. Um das Jahr 1752 entstand der große Französische Garten im Westen. Wohl wenig später, ebenfalls vor 1808, wurden die Gebäude der Vorburg abgerissen und der Graben zur Hauptburg zugeschüttet. Dabei erfolgten auch eine Vergrößerung des Nordflügels und ein fast völliger Neubau des Westflügels. Auf der eingeebneten Vorburg entstand später das Renteihaus; die Wirtschaftsgebäude auf dem Vorwerk im Südwesten wurden erheblich umgestaltet.

Beim Weitergehen fallen die vielen unterschiedlichen Baumarten auf. Sie gehören zu der ehemals umfangreichen Anlage des Französischen Gartens, der um 1752 geschaffen und später im Stil eines Englischen Gartens verändert wurde.

Wir sind am Ziel. Hat Ihnen dieses schöne Stück Natur gefallen? Dann empfehlen wir wärmstens den Download unserer Beschreibung des Rundwanderweges durch die südlichen Bereiche von Riesenbeck, in Fachkreisen „Spurensuche im Münsterland Nr. 1“ bekannt.

Kurzportrait

 
 

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Startpunkt

Reitanlage bei Schloss Surenburg
Surenburg
48477 Hörstel
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015