Drensteinfurt: Haus Venne

 
 

 
 
 

In der Bauernschaft Mersch, etwa vier Kilometer südlich des Hauptortes Drensteinfurt, liegt das Wasserschloss Haus Venne.

Dabei handelt es sich um eine symmetrisch angelegte Schlossanlage aus dem frühen 18. Jahrhundert, die aus einem Haupthaus aus Backstein sowie vier symmetrisch zugeordneten Nebenbauten besteht. Darüber hinaus liegt hinter dem Haupthaus eine Parkanlage mit einem von Schlaun errichteten Gartenhaus. In unmittelbarer Nähe der Landstraße im südlichen Teil des Parks steht ein zugehöriges Gartenhaus mit angebautem Wirschaftsteil.

Über einen Weg, der von Alleepappeln flankiert wird, erreicht man eine Backsteinbrücke. Diese führt über die Gräfte und gibt den Blick auf das Herrenhaus frei.

Es ist ein zweigeschossiges Gebäude aus Backstein mit einem Krüppelwalmdach. Insgesamt besteht die dem Schlosshof zugewandte Traufseite aus 11 Achsen. In der Mitte liegt die Haustür, die über eine Freitreppe beidseitig erreicht werden kann. Über der Eingangstür befindet sich eine Inschrift, die das Jahr der Errichtung des Hauses anführt, nämlich 1710.

Die Schlichtheit und Nüchternheit des Hauses wird durch glasierte Ziegelsteine aufgelockert; auch die Fensterrahmungen aus Werkstein tragen optisch zur Gliederung bei.

Den zum Teil noch mit alter Pflasterung ausgestatteten Schlossplatz begrenzen beidseitig 2 giebelständige Backsteingebäude mit Krüppelwalmdächern. Diese bilden den nicht abgegrenzten Vorburgbereich und sind streng symmetrisch auf das Herrenhaus ausgerichtet.

Drei dieser Bauten sind mit Einfahrtstoren ausgestattet und unterstreichen eine landwirtschaftliche Funktion, der vierte bildet eine Kapelle.

Das rechte Gebäude in der nach Norden ausgerichteten Zweiergruppe beinhaltet die katholische Kapelle Mariä Himmelfahrt. Über der Eingangstür in der Giebelseite befindet sich ein Tympanonfeld mit Girlandenornamentik und der Jahreszahl 1716. Ein Dachreiter mit einer Haube aus Schiefer und einer Glocke läßt schon von außen die Funktion dieses Gebäudes sichtbar werden. Die Innenausstattung im Stil des Rokoko stammt aus dem Jahr 1771. Stuckornamente und Deckengemälde stehen in ihrer opulenten Machart im krassen Gegensatz zur einfachen Architektur des Gebäudes.

Das linke Nebengebäude der Nordgruppe wurde in ähnlicher Machart errichtet und dient heute als Wohnung. Die beiden gegenüberliegenden Gebäude an der Südseite sind symmetrisch angelegt, haben an den Giebelseiten Tennentore und dienen als landwirtschaftliche Nebengebäude. 

In der Parkanlage westlich des Schlosses steht ein kleines Gartenhaus. Es wurde zweigeschossig von Johann Conrad Schlaun 1767 angelegt und diente der Familie von Ascheberg als Gruftstätte.

An der Südseite der Parkanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Landstraße noch ein einfaches zweigeschossiges Backsteingebäude, das wohl als Gärtnerhaus diente. Angebaut wurde ein Wirtschaftsgebäude, das eingeschossig und mit Dachhaus und Aufzugsluke ausgestattet ist.

Ursprünglich befand sich das Haus Venne im Besitz der Herren von Galen, nach 1574 gelangte es an die Herren von Karthausen, ehe es 1611 Sitz der Herren von Ascheberg wurde. Bis zum Jahre 1710 handelte es sich bei dem Haus Venne um ein Gräftenhaus in Fachwerkbauweise mit einem niederdeutschen Hallenhaus als Haupthaus.

Nach Entwürfen von Lambert Friedrich von Corfey wurde die neue regelmäßige Anlage mit Herrenhaus, Nebengebäuden und Parkanlagen zwischen 1710 und 1716 für Johann Matthias von Ascheberg errichtet. Das Gartenhaus folgte 1767, die Rokokoausstattung der Schlosskapelle 1771.

Zwischen 1830 und 1860 gab es einen Umbau, der den Bereich der Nebenbauten verbindliche Bauprogramm fortfallen ließ.

Der in der Gegenwart sichtbare Zustand der Schlossanlage hat sich seit 1860 nicht verändert. Durch umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen wird seit einigen Jahren der Erhalt der Anlage gesichert.

 
 

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Adresse

Haus Venne
Mersch 84
48317 Drensteinfurt
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