Drensteinfurt: Haus Steinfurt schmiegt sich an die Altstadt

 
 

 
 
 

Drensteinfurt - Unmittelbar nördlich der Altstadt Drensteinfurts angelehnt liegt am Südufer der Werse die Schlossanlage des Hauses Steinfurt. Bereits aus der engen Anbindung an den Ort wird die siedlungsbildende und -fördernde Bedeutung des Aldelssitzes erkennbar.

Schloss Drensteinfurt
Unmittelbar nördlich der Altstadt Drensteinfurts angelehnt liegt am Südufer der Werse die Schlossanlage des Hauses Steinfurt. Foto: www.wehrbauten.de

Geschichte und Architektur

Die Anlage setzt sich im gegenwärtigen Zustand aus dem Herrenhaus, den beiden zugeordneten Nebengebäuden, zwei Torhäuschen rechts und links des Schlosshofes, einer Wassermühle und einer Remise sowie dem Park zusammen. Die Schlossanlage ist eine Zweiinselanlage. In die Umgräftung wurde der Flußlauf der Werse integriert. Die Hauptinsel wird von der Bausubstanz mit Ausnahme der Wassermühle eingenommen, die zweite Insel nimmt den Schlosspark auf.

Schloss Drensteinfurt
Die Anlage setzt sich im gegenwärtigen Zustand aus dem Herrenhaus, den beiden zugeordneten Nebengebäuden, zwei Torhäuschen rechts und links des Schloßhofes, einer Wassermühle und einer Remise sowie dem Park zusammen. Foto: Agnes Schulte (www.agnes-welt.de)

Im Mittelpunkt der Schlossanlage liegt das Herrenhaus, das ursprünglich von einer eigenen Gräfte umgeben war. Es wurde 1707-1709 von Lambert Friedrich von Corfey für Johann Matthias von der reck errichtet. Es handelt sich dabei um ein zweistöckiges symmetrisch angelegtes Backsteingebäude mit zwei kurzen vortretenden Seitenflügeln an der Schaufassade. Ein Mittelrisalit an beiden Traufseiten lockert die Fassade auf. Der Giebel ist durch ein Wappenrelief aus Sandstein beidseitig zugeordneten Löwen, die das Wappen derer von Reck halten, ornamental gestaltet. Der Entwurf für dieses Giebelrelief stammt von dem münsterischen Bildhauer Heinrich Ansum (1710).

Mit der Errichtung des Herrenhauses schuf Johann Matthias von der Reck eine repräsentative Schlossanlage, bei der eine klare geometrische Gestaltung und der klassizistische Gesamteindruck im Vordergrund standen. Bestehende Bauteile wurden bei der Gestaltung berücksichtigt und integriert.An der Zufahrt von der Mühlenstraße steht am Südrand der alten Werse die Wassermühle. An der Zufahrt von der Mühlenstraße steht am Südrand der alten Werse die Wassermühle.

Der älteste Teil des Hauses Steinfurt ist das mit der Traufseite zum Ort gerichtete Nebengebäude, das sogenannte Torhaus. Es wurde zwischen 1585-1591 errichtet und ist ein gutes Beispiel der Renaissancearchitektur. Die Ansicht wird durch farbig gemusterte Backsteinflächen aufgelockert, die in Form von Rauten angeordnet wurden und den nordwestlichen Teil des Gebäudes optisch hervorheben. Ein vortretender Giebel nimmt die Tordurchfahrt auf, die lange Zeit bis ins 19. Jahrhundert den einzigen befahrbaren Zugang zum Haus Steinfurt darstellte. Die Tordurchfahrt weist noch die aus „Kattenköppen“ bestehende Pflasterung auf. Muschelaufsätze, Backsteinornamentik und ein Wappen über der wuchtigen wehrhaften Toreinfahrt von 1583 geben einen repräsentativen Vorgeschmack auf die Gesamtanlage.

Unter Johann IV von der Reck wurde dieses lang gezogene Nebengebäude errichtet, das funktionell als Torkammer, Durchfahrt, Rentmeisterei, Molkenhaus und Reisigstube Verwendung fand. 1709 wurde dieses Gebäude im Zusammenhang mit der Errichtung des Herrenhauses verlängert.Dem Renaissancetorhaus gegenüber steht auf der anderen Seite des Schloßhofes ein zur gleichen Zeit entstandenes Nebenhaus, das sich in seien Proportionen an das o.a. Gebäude anlehnt, jedoch weniger aufwendig gestaltet ist. Die Nordwestseite weist noch Bombenschäden aus dem zweiten Weltkrieg auf. Beide Nebengebäude dienen heute als Wohnungen.

Schloss Drensteinfurt
Die Schlossanlage ist eine Zweiinselanlage. In die Umgräftung wurde der Flußlauf der Werse integriert. Foto: Agnes Schulte (www.agnes-welt.de)

An der Zufahrt von der Mühlenstraße steht am Südrand der alten Werse die Wassermühle, ein Backsteinbau mit einem Krüppelwalmdach. Das Mühlengebäude wurde im Laufe der Geschichte mehrfach durch Feuer und Kriegseinwirkung zerstört, auch das Mühlrad mit dem hölzernen Überbau verschwand im Laufe der Zeit. 1882 wurde der Mühlenbetrieb mit Hilfe des Mühlrades eingestellt, dafür entstand eine Dampfmühle, die der Pächter aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit installieren ließ.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Mühle (1958) dient gegenwärtig zu Wohnzwecken. Auf der Brücke, direkt nördlich der Mühle, befindet sich auf der Schlossanlage zugewandten Seite eine Statue des hl. Nepomuk aus Sandstein.

Das Gebäudeprogramm des Hauses Steinfurt wird ergänzt durch zwei symmetrisch angelegte kleine Torhäuschen. Diese wurden um 1830 an der Nordseite der Anlage angelegt und flankieren eine gewölbte Backsteinbrücke, über die die Hauptzufahrt zum Wasserschloss ermöglicht wird und die in der Mittelachse der Anlage liegt und direkt auf das Herrenhaus ausgerichtet ist.

Zu dem Haus Steinfurt gehört eine nördlich gelegene Parkanlage, die von zwei Armen der Werse umgräftet ist und als Barockgarten neu hergerichtet wird. Die alte Parkmauer weist zwei Tore auf, die von Backsteinpfeilern flankiert werden und die von Deckelamphoren aus Sandstein nach oben abgeschlossen werden. Die Baugeschichte des Hauses Steinfurt ist dadurch gekennzeichnet, dass ständig um- und neu gebaut, abgewandelt und hinzugefügt wurde.

Der entscheidende architektonische Einschnitt erfolgte zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Nachdem das neue Herrenhaus von Corfey an der Stelle des mittelalterlichen vom Verfall gekennzeichneten Hauses 1709 errichtet worden war, wurde das Renaissancetorhaus von 1590 um einen Kutschenstall verlängert, das Brauhaus wurde ebenfalls umgebaut und zwischen dem Mühlentor der Stadt Drensteinfurt und dem Torhaus entstand der sogenannte Krautgarten.

Bereits 1715 wurde wiederum der baufreundliche Bauherr Johann Matthias Freiherr von der Reck tätig südlich des Herrengartens entstand im Garten eine Orangerie.

 
 

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Haus Steinfurt
Mühlenstraße 18
48317 Drensteinfurt
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