„Dat iserne Krüs“

 
 

 
 
 

Dass die im Borkener Land bekannten Sagen nicht in Vergessenheit geraten sind, ist in erster Linie der Sammelleidenschaft von Hermann Büscher zu verdanken, der von 1903 bis 1935 Lehrer in Westenborken war und leidenschaftlich die alten Überlieferungen, die selbst ihm nur in Teilen vorlagen, sammelte. Eine davon erklärt den Hintergrund des eisernen Kreuzes an der Weseler Landstraße in Borken.

Es geschah vor langer Zeit, dass eine Bauersfrau aus Westenborken sich mit einer Kuh auf den Weg nach Borken machte, um das Tier dort einem Metzger zu verkaufen. Nachdem der Metzger die Kuh begutachtet hatte, wurden sich die Beiden schnell handelseinig und der Metzger zahlte der Bauersfrau sogleich den vereinbarten Preis bar in die Hand.

Diese freute sich über den gelungenen Handel und steckte das Geldbündel kurzerhand in ihre Mütze, empfahl sich dem Metzger und machte sich schnell zurück auf den Heimweg nach Westenkirchen, um ihrer Familie, die auf das Geld dringend angewiesen war, von dem gelungenen Handel berichten zu können. Weder der Metzger noch die Bauersfrau hatten die finstere Gestalt bemerkt, die hinter einem Busch verborgen ihr Gespräch und ihren Handel genau verfolgt.

Der habgierige Tagedieb schlich der Bauersfrau hinterdrein und in einem günstigen Moment in der Nähe der „Zwei Linden“, als er sich mit der Frau alleine auf weiter Flur wähnte, nutzte der skrupellose Geselle die Gelegenheit, erschlug die arme Frau und stahl das Geld.

Doch ein Müller hatte aus einiger Entfernung die Tat beobachtet, kam jedoch zu spät, um der Frau noch zu helfen. Aber durch seinen Hinweis konnte der Mörder wenig später gefasst und von einem Femgericht zum Tode verurteilt werden. Selbst nach seinem Tod durch den Strick allerdings soll der Strolch keine Ruhe gefunden haben und so heißt es noch heute, dass seine arme Seele des Nachts auf dem Weg zwischen Westenkirchen und Borken spuke…

Zum Gedenken an die Mordtat errichteten die Bürger der Bauersfrau ein hölzernes Kreuz, auf dem zu lesen stand:

1680
Wenn das Herz auf dieser Welt
auch alles hat, was ihm gefällt,
so kann es doch nicht ruhig sein,
bis daß es ruht in Gott allein,
denn Gott allein, das höchste Gut,
des Menschen Herz vergnügen tut.


Das ursprüngliche Kreuz wurde wegen Baufälligkeit Ende des 19. Jh. durch ein eisernes ersetzt, das außer der oben zitierten Inschrift noch die Worte trug:

Bete für eine arme Seele,
die allhier ermordet ist


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