Borken-Weseke: Pfarrkirche St. Ludgerus

 
 

 
 
 

Alles überragender Mittelpunkt des Stadtteiles Weseke ist die 1893/94 im neugotischen Stil von A. Hertel erbaute Ludgeruskirche. Schon von Weitem erkennbar prägt sie das Stadtbild von Weseke.

Die Pfarrkirche, ein dominanter Hallenbau mit zentralisierendem Mitteljoch, polygonal geschlossenen Chören und  dominantem  Kirchturm (70 m bis zur Spitze + 5 m Turmkreuz), bietet ein für das Westmünsterland typisches Bild. Von den aus der Vorgängerkirche noch übernommenen mittelalterlichen Ausstattungsgegenständen sind besonders hervorzuheben: Kruzifix (frühes 15. Jh.), Kreuztragungsrelief mit der hl. Veronika (um 1520), Anna Selbtritt  (spätgotisch um 1500).

Das Langhaus besteht aus einer dreijochigen Halle mit zentralisierendem Mitteljoch sowie polygonal (Vieleckig) geschlossenen Chören. Der Kirchenraum ist ruhig und klar gegliedert. In weiten Abständen stehen die mit Wulstkapitellen versehenen runden Stützen, die das Kreuzrippengewölbe tragen, das seine Last über die Kreuzrippen im Chorbereich in die sogenannten Dienste, die durch Strebepfeiler verstärkten Außenwände, ableitet. Im übrigen Langhaus enden die Kreuzrippen auf Konsolen. In den schmaleren Seitenschiffen sind die Gewölbe des Querhauses hinaufgerückt (gestelzt), um die gleiche Scheitelhöhe wie im Mittelschiff zu erreichen.

Mit den sehr hohen 3- bzw. 5- teiligen Fenstern, deren hochgotisches Maßwerk die klassischen Stilelemente Paß- und Blattformen aufweisen, ist der Raum von den Seiten hell durchlichtet - eine echte westfälische Hallenkirche. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges werden die Kirchenfenster zuerst mit einer Notverglasung geschlossen, die alsbald durch neue, von verschiedenen Weseker Familien gestiftete Fenstern ersetzt werden, was auch als Beweis eines tief verwurzelten Glaubens-und Frömmigkeitsgefühls gelten mag. Mit der Liturgiereform des 2. Vatikanums werden diese dann 1963 - 1966 durch die jetzigen modernen Fenster von Jupp Gesing aus Herne ersetzt.

Das äußere Erscheinungsbild der mächtigen 3- schiffigen Hallenkirche im Stil norddeutscher Backsteingotik wird bestimmt durch ihren trutzigen mit vier polygonalen Ecktürmen versehenen Westturm, der in einen oktogonalen (achteckigen) Turmhelm mündet und sich weithin sichtbar (Turmhöhe 75 m), gleichsam als Zeigefinger Gottes über die westmünsterländische Parklandschaft erhebt. Die Ausmaße mit einer Länge von 37 Metern und einer Breite von 19,5 Metern werden deutlich, wenn man sich die verarbeiteten Massen veranschaulicht. Die verwendeten Materialien sind dem hiesigen Raume entnommen.

Das Langhaus ist geprägt durch ein betonendes Querhaus mit Quergiebeln. Über den Maßwerkfenstern der Querschiffgiebel mit Kreuzblume befindet sich eine reichhaltige Spitzbogengliederung im Sinne der Backsteingotik. In den Zwickeln von Längs- und Querschiff eingebaute Seitenkapellen unterstreichen noch den Charakter einer mächtigen Gottesburg. Durch Kaffgesimse gestufte Strebepfeiler, sowie die vier Ecktürmchen am Hauptturm, betonen die Vertikale, wobei letztere den Übergang vom viereckigen Hauptturm in den achteckigen Turmhelm verdecken.

Die Betonung der Vertikalen und der durch diesen Baustil besonders erzielte Triumph des Raumes über die Körperlichkeit des Steines wiederspiegeln die geistige Potenz der Gotik (und damit auch der Neugotik), nämlich, das Sehnen und Streben nach Gott" (Himmlisches Jerusalem).

 
 

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Adresse

Pfarrkirche St. Ludgerus
Kirchplatz 2
46325 Borken
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