Borken: Der Quellengrundpark

 
 

 
 
 

Borken/Weseke – Der Quellengrundpark des Heimatvereins Borken-Weseke ist nicht nur für alle handwerklich Interessierten eine Reise wert. Doch Letztere kommen in diesem lebendigen "Museum" besonders auf ihre Kosten.

Apothekergarten am Heimathaus
Rund um das Heimathaus in Borken-Weseke ist eine Anlage entstanden, die ihresgleichen sucht und jede Menge Wissenswertes und Abwechslung zu bieten hat. Fotos: Heimatverein Borken-Weseke

Am Feldbrandmeiler können sie die uralte Handwerkstechnik des Steinebrennens und am Rennofen die der Eisenherstellung nachvollziehen, während die Holzschuhmacherwerkstatt ebenfalls Einblicke in altes Handwerk gewährt. Der Feldbrandmeiler in der Schirmscheune am Quellengrundteich wurde mit Hilfe der Europäischen Gemeinschaft, eingebettet im Agri-Cultura-Programm, aufgebaut und abgebrannt am 28./29. September 1999. Im Rahmen einer Vielzahl von Projekten sollen dem Besucher auf einem kulturhistorischen Pfad beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze regionale Besonderheiten nähergebracht werden.

Der Abbrand dieses historischen Meilers ist ein reiner Schaubrand und dient als solcher nur der museumspädagogischen Information. Bei einer relativ geringen Ausbeute an hochwertiger Qualität werden heute aus wirtschaftlichen Gründen industriell gefertigte Ziegel vorgezogen.

Der Feldbrandmeiler ist in der Schirmscheune am Quellengrundteich ausgestellt. Ein Teil der selbst gebrannten Ziegel ist im Toilettenanbau des Heimathauses verarbeitet worden.

Der Rennofen

Weiterhin ist der funktionsfähige Nachbau eines Rennofens in der Schirmscheune am Quellengrundteich zu sehen. Es ist ein Schmelzofen, der in der Eisenzeit zur Herstellung von Eisen diente.

Das Wort "Rennofen" ist dem Begriff "rinnen" entlehnt. Das geschmolzene teigige Roheisen rinnt durch den Ofenschacht und kühlt dort zu einer "Luppe" aus. Rennofen ist eine Sammelbezeichnung für alle Herd- und Ofenkonstruktionen, die schwammig-luppiges Roheisen ausbrennen können. Der Rennofen ist eine Eisenschmelze, die als Schachtofen betrieben wurde. Als Schmelzmaterial diente Raseneisenerz oder Brauneisenstein, wie er in den hiesigen Sandgebieten häufig anzutreffen ist.

Die Holzschuhmacherwerkstatt

In der Schirmscheune ist unter anderem auch eine Holzschuhmacherwerkstatt zu sehen. Das Holzschuhgewerbe ist ein Landhandwerk mittelalterlichen Charakters. Es ist zweifelhaft, ob man früher das Handwerk oder die Landwirtschaft als Nebengewerbe zu bezeichnen hat. Neben einigen industriell betriebenen Holzschuhfabriken ist das Handwerk in unserer Gegend weitgehend ausgestorben.

Der Holzschuhmacher kaufte den Rohstoff auf dem Stamm. Er besaß daher eine in der Erfahrung gewachsene Kenntnis vom Holz. Die Qualitäten des "guten" Holzes sind:
1. das geringe Gewicht
2. das möglichst geringe hygroskopische Verhalten (= möglichst geringe Verformung durch wechselnde Luftfeuchtigkeit) und
3. eine schlechte Wärmeleitfähigkeit

Jeder Holzschuhmacher weiß, dass Holz sehr langsam lufttrocken wird. Eineinhalb bis zweieinhalb Monate vergehen nach dem Schälen des Holzes mit der Trocknung. Nach dem Fällen des Baumes lässt der Handwerker den Stamm bis zum Schälen einige Monate liegen, damit sich das Gewicht verringert. Der Stamm wird mit der Bogensäge in Blöcke geschnitten, die der Länge der Holzschuhe entsprechen.

Ein Axthieb spaltet den Block im "Herzen", wie man den toten, meist dunkler gefärbten Kern des Blockes bezeichnet. Das Herz kommt wegen der leichten Reißmöglichkeit nicht zur Verarbeitung. Aus dem Spaltholz, das vom "Herzholz" getrennt wird, formt der Holzschuhmacher auf dem Hauklotz mit dem Beil den Rohling, der schon den rechten oder linken Schuh, sein Oben oder Unten erkennen lässt.

Danach beginnt die eigentliche Schnitzarbeit mit dem Pfahlmesser, das mit dem unteren Ring auf der Holzschuhbank eingehakt ist und nach dem Hebelgesetz angesetzt wird. Hiernach wird der Holzschuh mittels Keilen in die Holzschuhbank eingespannt und mit einem Hohlmeißel vorgearbeitet, damit die Löffelbohrer zum Einsatz kommen können.

Auf diese Arbeit folgt die Formgebung der Innensohle durch den Räumhaken und das Fersenmesser. Durch Kantenmesser lassen sich die scharfen Kanten des Schuhinneren beseitigen. Am Schluss der Fertigung steht das Abrunden, Ausbördeln, Trocknen und Schleifen.

 
 

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Besichtigung

Schirmscheune des Heimatvereins Borken
Quellengrund
46325 Borken
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Weitere Informationen

Weseker Heimatverein
Bogenstraße 23
46325 Borken Weseke
 
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