Herrenhäuser – aufgereiht wie auf einer Perlenschnur

 
 

 
 
 

Wir wollen ausgiebig wandern: von Billerbeck nach Dülmen. Auf 22 Kilometern. Nur auf dem Hauptwanderweg X 12 des Westfälischen Heimatbundes. Zurück geht es mit der Bahn. Umsteigen in Coesfeld mit zehnminütigem Aufenthalt.

Bahnhof Billerbeck
Wir starten unsere Wanderung am Bahnhof Billerbeck - der zählt noch nicht als erstes Herrenhaus...

St. Ludgerus-Dom in Billerbeck

Ludgerus-Dom Billerbeck
Die Propsteikirche St. Ludgerus, auch Ludgerus-Dom genannt, ist eine katholische Wallfahrtskirche in der Stadt Billerbeck.

Folgerichtig parken wir, wenn wir denn überhaupt mit dem Pkw anreisen, in Billerbeck am Bahnhof. Von dort gehen wir Richtung Dom, der mit seinen 100 Meter hohen Türmen nur sehr schwer zu übersehen ist, und zwar über die Bahnhofstraße. An der Kreuzung mit der Straße Richtengraben kommt von rechts der Hauptwanderweg X 12 des Westfälischen Heimatbundes, der uns bis zum Ziel – Bahnhof Dülmen – begleiten wird.

Die hochragenden Türme des Ludgerus-Domes sind für Billerbeck zu einem Wahrzeichen geworden. Das Gotteshaus wurde 1892 bis 1898 von dem Münsteraner Wilhelm Rincklake (1851-1927) erbaut, ist 56 Meter lang und 26 Meter breit. Es hat die Form einer Kreuzkirche mit hohem Mittel- und Querschiff und niedrigen Seitenschiffen. Die mächtigen Türme geben von allen Seiten einen großartigen Anblick. Sie haben einen quadratischen Grundriss.

Im Südturm befindet sich die Sterbekapelle des heiligen Liudger, der 805 von Karl dem Großen zum ersten Bischof von Münster ernannt wurde. Begraben liegt er im Kloster Werden. Der Nordturm trägt die fünf Glocken des Domes. Das Geläut wurde in Gescher gegossen und gilt als hervorragend gelungen. Die Kirche steht an der Stelle, an der nach der Überlieferung der heilige Liudger am 26. März 809 gestorben ist.

Weiter zur Kolvenburg

Kolvenburg Billerbeck
Das Haus Kolvenburg wurde im 13. Jahrhundert von den Rittern von Billerbeck errichtet.

Wir gehen weiter südwärts, überqueren die Berkel und sind auf der Straße „An der Kolvenburg“. Und was sehen wir dort linker Hand liegen? Richtig. Die Kolvenburg Billerbeck. Sie ist charakteristisch für die früher zahlreichen Wohnsitze des niederen Adels. Nach neueren Forschungen heißt die Burg erst seit dem 16. Jh. „Kolvenburg“, vorher wurde sie „Voetshues“ und „Burg Overwater“ genannt. Die Burganlage bestand aus einem Burghügel und einem von Wasser umflossenen Platz. Die Erbauer waren Ritter aus der Familie von Billerbeck.

In den Jahren 1958 bis 1976 wurde die Burg in mehreren Bauabschnitten vom Kreis Coesfeld mit einem Kostenaufwand von einer Million Mark restauriert. Dabei wurde peinlichst genau darauf geachtet, dass alle Bauspuren sichtbar blieben und so die nicht ganz einfache Baugeschichte des Hauses ablesbar ist. Seit dieser Zeit ist das Gebäude als eines der beiden Kulturzentren des Kreises Coesfeld zugänglich. Das Ausstellungsprogramm bestimmen wechselnde Ausstellungen zu Themen aus Kunst- und Kulturgeschichte.

Vorbei an Haus Hamern

Die Wasserburg Hamern
Die Wasserburg Hamern liegt auf zwei rechteckigen Inseln. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts war der Besitz für mehr als 200 Jahre in zwei Burghäuser geteilt. Foto: www.wehrbauten.de

Ob wir überhaupt noch mal in Dülmen ankommen, ist so langsam fraglich. Denn: Wir folgen dem X 12 weiter und kommen alsbald schon zum nächsten „point of interest“, zu Haus Hamern, eine Wasserburg auf zwei rechteckigen Inseln. Wohlgemerkt: Wir haben Billerbecker Boden noch nicht verlassen. Haus Hamern oder Hameren haben wir schon bei anderen Wander-Tipps beäugeln dürfen. Wir fassen uns daher kurz: Turmspeicher von 1593, barockes Wirtschaftsgebäude und neugotische Burgkapelle von 1869. Der jüngste Teil beeindruckt durch den um 1600 in Specklagenmauerwerk gebauten Rundturm. Ebenfalls in Specklagen-Technik: das zweiflügelige Wirtschaftsgebäude mit dem quadratischen Eckturm.

Wir kommen durch die Nottulner Ortsbauerschaft Hastehausen. Im Ort lag in grauer Vorzeit einmal die Hauptdingstätte einer der größten Gogerichte des Münsterlandes. Die Gografen von Hastehausen waren unter anderem jahrhundertelang die Herren des Hauses Hameren. In Hastehausen biegen wir mit dem X 12 links ab und erreichen Darup.

Nach Nottuln zu Haus Darup

Haus Darup
Haus Darup ist ein Herrenhaus im Ortsteil Darup der Gemeinde Nottuln.

Darup ist ein Ortsteil von Nottuln mit einer Pfarrkirche, die bereits 1188 erwähnt wurde. Noch heute birgt sie eine Kostbarkeit der mittelalterlichen Malerei: die Mitteltafel eines Flügelaltars mit figurenreicher Kreuzigung und Passionsdarstellungen um 1430. Zu den Kleinoden Darups zählt auch Haus Darup an der Coesfelder Straße. Das Herrenhaus ist an drei Seiten von einer Gräfte umgeben, lediglich die vordere Gräfte gibt es seit 1826 nicht mehr. Die Gesamtanlage steht seit 1987 unter Denkmalschutz und wurde 1956, 1987 und 1999 umfassend renoviert. Noch heute wird das Anwesen landwirtschaftlich genutzt.

Nun wartet ein fünf Kilometer langer Abschnitt „ohne besondere Vorkommnisse“ auf uns, ehe wir uns Rorup zuwenden. Mittlerweile haben wir Dülmener Gebiet betreten. Rorup war nicht immer ein Ortsteil von Dülmen, erst 1974 verlor das Dörfchen mit seinen heute 2390 Einwohnern seine Selbständigkeit. Auch Rorup hat sein Herrenhaus, etwas abseits unserer Wanderstrecke. Erbaut um etwa 1387 ist heute lediglich das Gesindehaus erhalten geblieben, das heute als Jugendfreizeitstätte genutzt wird.

Haus Empte und weiter nach Dülmen

Haus Empte
Haus Empte war der Stammsitz der Herren von Empte, die bereits 1450 ausstarben. Foto: www.wehrbauten.de

Nachdem wir Rorup über die L 580 verlassen haben, drei Kilometer weiter gewandert sind und wieder kurz auf die L 580 stoßen, sind wir ganz in der Nähe von Haus Empte. Die Herrensitze wollen kein Ende nehmen bei diesem Wander-Tipp. Das heute noch erhaltene Herrenhaus, dessen Zuwegung von der Straße kaum zu erkennen ist, wurde nach Abbruch des Vorgängerbaus 1767 errichtet. Anfang des 19. Jahrhunderts fiel das Obergeschoss den Spitzhacken zum Opfer. Heute ist das Herrenhaus nur noch eingeschossig. Das Torhaus ist noch älter, den früheren doppelten Grabenring gibt es nicht mehr.

Die nächsten drei Kilometer sind schnell bewältigt: Wir verlassen die L580, wandern weit ab von ihr, aber parallel, überqueren die K 49, queren die Autobahn A 43, überqueren die B 474 und stoßen wieder auf die L 580, mit der wir nun nach Dülmen einwandern. Über die Billerbecker Straße und dem Alten Ostdamm kommen wir zum Bahnhof, wo nicht nur hochoffiziell der Hauptwanderweg X 12 endet, sondern auch unsere Wanderung. Natürlich könnten wir noch die Stadt Dülmen besichtigen. Zu sehen gäbe es wahrlich genug. Doch das heben wir uns für ein anderes Mal auf. Wenn Ihnen die Wanderung gefallen hat, sagen Sie es weiter; wenn nicht, sagen Sie es uns.

Rückfahrt planen

Fahrpläne sind im Internet unter anderem unter www.westfalenbus.de einzusehen oder unter der Service-Nummer 01803 – 50 40 30 telefonisch abzufragen. Da auch die „schlaue Nummer“ sparen muss, erreichen die Anrufer nachts und sonntags eine computergestützte automatisierte Auskunft. Nur an Werktagen zwischen 10 und 20 Uhr sind weiterhin noch persönliche Auskünfte möglich.

 
 

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Startpunkt

Bahnhof Billerbeck
Am Bahnhof 1
48727 Billerbeck
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Weitere Informationen

Westfälischer Heimatbund
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Tel.: 0251 20381015
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