Radtour: Sagenhafte Teufelseichen-Tour

 
 

 
 
 

Mit dieser Tour tauchen wir auf insgesamt 23,5 Kilometern tief in die münsterländische Sagenwelt. Zu mehreren Stationen gibt es teils schaurige Sagen aus alten Zeiten. Das hält uns aber natürlich nicht ab und wir steigen auf’s Rad.

Teufelseiche
Ihr werden wir auf unserer Tour erst spät begegnen: Die Teufelseiche ist einer der ältesten Bäume in der Davert. Foto: Agnes Schulte

Start am Burgturm

Burgturm
Der Burgturm wurde in drei Ebenen angelegt, ganz oben das Kaminzimmer, in der Mitte ein Gefängnis und darunter das Verließ.

Das tun wir mitten in Davensberg, wo wir nach vollendeter Radtour auch wieder ankommen werden. Und schon unser Startpunkt wartet mit einer Geschichte auf, die es in sich hat und uns hoffen lässt, vor Einbruch der Dunkelheit zurück zu sein: der verbliebene Burgturm der Davensburg. Die ganze Geschichte gibt es hier zum nachlesen: Die geisterhafte Jagdgesellschaft.

Davon lassen wir uns aber freilich weder ins Jagd- noch ins Bockshorn jagen und radeln nun endlich los – auf der Burgstraße hinaus aus Davensberg und biegen schon bald nach rechts ab in die Byinkstraße. Nach etwa 400 Meter sollten wir einen kleinen Abstecher machen, denn rechts geht es dann zum Namensgeber der Straße: Haus Byink.

Abstecher zu Haus Byink

Haus Byink bei Ascheberg
Haus Byink bei Ascheberg ist in Privatbeseitz und nur von außen zu besichtigen. Foto: www.wehrbauten.de

Haus Byink wurde 1558 von Heinrich von Ascheberg als westfälisches Bauernhaus im Renaissance-Stil erbaut und ist heute im Privatbesitz, daher leider nur von Außen zu besichtigen. Die Giebel sind geziert mit Halbkreisaufsätzen, die Giebelwände zeigen figürliche Verzierungen mit bunten glasierten Ziegeln: bewaffnete Männer, Rautenmuster und Jahreszahlen.

Auffällig ist das mächtige Torhaus von 1561 in zweigeschossiger Bauweise: Es weist zwei halbrunde turmartige Vorbauten auf. Der gesamte Bau ist aus Ziegelmosaik, verziert mit ein paar ballspielenden Landsknechten. Mit Ballspielen halten wir uns nicht weiter auf, sondern radeln das kurze Stück Straße zurück und sind wieder auf unserer Sagenroute durch die Ascheberger Ortsteile.

Haus Romberg ganz nah

Das Torhaus von Haus Romberg.
Das Torhaus von Haus Romberg.

So reich ist das Ascheberger Umland an Sehenswürdigkeiten, dass wir sogleich wieder abbiegen könnten – dieses Mal nach links, wo uns Haus Romberg erwarten würde. Haus Romberg ist ein kleiner Rittersitz, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammend. Man sieht an den Schießscharten im Torhaus und an den Gräben und Wällen, dass es sich um eine ehemalige Ritterburg handelt. 

Das im Renaissancestil erbaute Herrenhaus liegt gegenüber vom Durchgang des Torhaus. An das Herrenhaus schließt sich ein achteckiger Turm mit Eckquaderungen aus Sandstein an. Allerdings ist auch Haus Romberg heute in Privatbesitz und außer dem schönen Torhaus ist von der Straße aus nicht furchtbar viel zu sehen…

Wir könnten uns daher auch mit dem Wissen begnügen, das wir an Haus Romberg vorbei gekommen sind. So oder so führt uns unsere Strecke nun zunächst westwärts, ein ganz kurzes Stück über die Lüdinghauser Straße, ehe wir uns nun wieder nördlich halten. Wir radeln nun schnurstracks auf Ottmarsbocholt zu – hin und wieder liebevoll auch „Ottibotti“ genannt.

Vorbei an der Korndwindmühle

In Ottmarsbocholt passieren wir die schöne Kornwindmühle. Das  heutige,  in  Form  einer Holländerwindmühle  errichtete  Gebäude stammt  aus  dem  Jahr  1858,  als  ein starker  Sturm  die  alte  Mühle  zum Einsturz brachte, die bei diesem Unglück zwei Menschen unter sich begrub. Die Geschichte der  der  Windmühle von Ottmarsbocholt  lässt  sich  aber bis  ins  16. Jahrhundert zurück verfolgen. Noch bis ins Jahr 1965 war diese Mühle übrigens in Betrieb – wenn auch am Ende mit einem Dieselmotor.

Ganz unmotorisiert geht es für uns nun wieder aus „Ottibotti“ hinaus und schließlich gen Osten, wo uns der lauschige Rastplatz Hartz Büschke erwartet, an dem wir uns die Zeit für ein kleines Picknick nehmen könnten…

Zur Teufelseiche

Teufelseiche
Wenn wir die Teufelseiche passiert haben, sind wir schon auf der Zielgeraden. Foto: Agnes Schulte

Vorbei an Saalmanns See zu unserer Linken geht es schließlich über die A1 und wir erreichen die Davert, die noch heute das größte zusammenhängende Waldgebiet Westfalens ist. In früheren Zeiten war dieser Wald noch ungleich dichter, größer und dunkler und so wundert es kaum, dass es hier vor Sagengestalten geradezu nur so wimmeln soll. Die ganze Geschichte gibt es hier zum nachlesen: Unheimliches Treiben in der Davert.

Am helllichten Tage jedoch sollten wir von all diesen Gestalten völlig unbehelligt die Davert durchqueren und uns an der Natur erfreuen können. So auch an der Teufelseiche, die wir erst kurz vor Ende unserer Tour, bevor wir den Wald wieder verlassen, erreichen. Die Teufelseiche ist vermutlich einer der ältesten Bäume in der Davert. Woher ihr nicht ganz geheuerlicher Name stammt, ist allerdings heute nicht mehr ganz gewiss. Von hier an ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ausgangspunkt in Davensberg.

Zauberhafte Kapelle am Wegesrand

Kapelle auf Hof Schulze Pellengahr
Die Kapelle auf Hof Schulze Pellengahr. Foto: Agnes Schulte

Wer nun noch ein kurzes Dankgebet sprechen möchte, dass wir es trotz der zahllosen ungeheuerlichen Gestalten, die am Wegesrand angeblich ihr Unwesen treiben sollen, zurück geschafft haben oder wer einfach noch nicht genug Schönes gesehen hat, für den kommt nun noch ein besonderes Schmankerl: Denn wir passieren nun noch das ehemalige Haus Steinhorst, das heute der Hof Schulze Pellengahr ist. Ein der schönsten Kapellen der Umgebung findet sich hier und macht den kleinen Abstecher zu einen besonderen Erlebnis, ehe wir uns dann aber wirklich auf den Rückweg nach Davensberg machen, wo sich auch noch die ein oder andere Möglichkeit zur Einkehr und für eine wohl verdiente Jause anbietet.

Kurzportrait


Ausgangspunkt

Burgturm Davensberg
Burgstraße 55A
59387 Ascheberg
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