Tatort Münster: Dauerzoff mit Thiel und Boerne

 
 

 
 
 

Seit inzwischen über 15 Jahren hat der Münsteraner Tatort einen festen Platz in der Krimi-Reihe der ARD und sichert sich – aller Kritik zum Trotz – immer neue Zuschauerrekorde und Bestquoten. Zweimal pro Jahr strahlt die ARD einen neuen Fall aus, inzwischen wurden 32 Folgen gedreht.

Der Münsteraner Tatort lebt dabei viel mehr von den Spannungen zwischen den beiden Protagonisten als von einer spannenden Handlung. Der Dauerzoff zwischen Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan-Josef Liefers) bietet immer wieder Anlass für humorvolle Dialoge und Szenen. Diese prägen die Tatort-Folgen aus Münster in besonderem Maß, ebenso wie die vielen liebevoll gezeichneten und nicht weniger ausgefallenen Nebencharaktere, von denen der kiffende Taxifahrer, der Thiels Vater ist, die kleinwüchsige Boerne-Assistentin sowie die kettenrauchende Staatsanwältin nur drei Beispiele sind.

Auch die Geschichten selbst sind an Skurrilität selten zu überbieten. Sei es die Mumie, die Vater Thiel entdeckt, ein abgetrennter Männerfuß, der neben einer anderen Leiche auftaucht oder der tote Stadtrat, der in eine Skulptur eingearbeitet wurde… Bei Thiel und Boerne ist das Absonderliche der Normalfall. Das führt nicht selten zu schwer nach vollziehbaren Handlungssträngen und der ein oder anderen Lücke in der Erzählweise und genauso regelmäßig reichlich Kritik nach sich. Doch der Erfolg gibt dem Münster Tatort Recht, denn schließlich soll er vor allem anderen eines: unterhalten. Und das tut das Münsteraner Duo wie kein zweites Tatort-Team.

Kleiner Wermutstropfen: Ein Großteil der Szenen wird aus Kostengründen gar nicht in Münster sondern in Studios in Köln gedreht. Nichtsdestotrotz ist Münster immer mit einigen bekannten Schauplätzen und Szenen vertreten. Die Folge „Höllenfahrt“ war gar eine Art Roadmovie aus dem ganzen Münsterland und gehört bis heute zu den besten Fällen des Münsteraner Duos.

Neben vielen bekannten Schauspielgrößen hatten auch schon einige weitere Größen Gastauftritte im Münsteraner Tatort. In der Folge „Wolfsstunde“ war Moderator Jörg Pilawa zu sehen, in „Summ, summ, summ“ spielte Sänger Roland Kaiser, der ebenfalls aus Münster stammt, sich mehr oder weniger selbst und mit Frank Zander spielte in der Jubiläumsfolge „Der Hammer“ ein weiterer Sänger eine Rolle.

Ein kleines Spin-Off hat es inzwischen übrigens auch schon gegeben: Im Jahr 2009 produzierte der Norddeutsche Rundfunk eine Sendung unter dem Titel Zwei Kommissare auf Spurensuche. Axel Prahl und Jan Josef Liefers schlüpften in ihre Tatort-Charaktere Thiel und Prof. Boerne, behielten dabei jedoch ihre bürgerlichen Namen. In fünf Episoden / Etappen erwanderten sie Mecklenburg-Vorpommern (mecklenburgische Ostseeküste um Kühlungsborn, Usedom, Rügen, Fischland-Darß-Zingst, Schweriner See), wobei sie auf Land, Leute und Gepflogenheiten der jeweiligen bewanderten Regionen eingingen und die aus dem Münsteraner Tatort bekannten Zwistigkeiten austauschten.


 
 

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