Neue Linie zwischen Gronau und Bocholt soll "echte" Schnellbuslinie werden

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 26.01.2019 archiviert.
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Westmünsterland - Der "BaumwollExpress" von Gronau nach Bocholt, über Alstätte, Vreden, Oeding, Burlo und Rhede kann eine Alternative zum Pkw-Verkehr werden. Einstimmig haben die Gremien der beteiligten Kommunen bislang alle ihre Beschlüsse gefasst. Sie unterstützen die Einführung der neuen Schnellbuslinie, die möglichst auch noch bis Bad Bentheim verlängert werden soll.

"Es muss sich um eine echte Schnellbuslinie mit einer dem Pkw-Verkehr vergleichbaren konkurrenzfähigen Reisezeit handeln", so Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch. Die Zahl der Fahrten, die Taktung, die Preisgestaltung und die Ausstattung, auch mit funktionierendem WLAN, müsse optimal sein, um den Öffentlichen Nahverkehr konkurrenzfähig zu machen: darin waren sich die drei Bürgermeisterinnen und die drei Bürgermeister bei der Vorstellung der Idee des "BaumwollExpresses" einig.

Der Kreis Borken erstellt aktuell den 3. Nahverkehrsplan und das formale Beteiligungsverfahren hat dazu gestartet.

In diesem Zusammenhang hat sich die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Kreistag Borken mit Schreiben vom 12. September an die Bürgermeister/-innen und Räte der Städte und Gemeinden Gronau, Ahaus, Vreden, Südlohn, Borken, Rhede und Bocholt gewandt, um für die Einführung einer Schnellbuslinie "BaumwollExpress" von Gronau nach Bocholt (über Alstätte, Vreden, Oeding, Burlo und Rhede) zu werben. Hierfür werden im Wesentlichen folgende Argumente benannt:
- Bestehen neuer Anforderungen an einen längerfristig attraktiver zu entwickelnden ÖPNV
- Ergänzung der bisherigen Schnellbuslinien S70 (Vreden-Münster) und S75 (Bocholt-Münster) als Alternative zum Individualverkehr
- deutliche Reduzierung der ÖPNV-Fahrzeiten zwischen den beiden größten Städten des Kreises Borken und entlang der Strecke für einen erheblichen Teil der Kreisbevölkerung (Berufs- und Ausbildungs- sowie Freizeitverkehr)
- direkte und schnelle ÖPNV-Anbindung der Westfälischen Hochschule in Bocholt an den Nordkreis (Studierendenverkehr)
- bessere ÖPNV-Erreichbarkeit der bedeutenden Kultureinrichtungen in Bocholt (Textilmuseum), Vreden (kult) und Gronau (Rock´n´Pop-Museum)
- bessere ÖPNV-Erreichbarkeit der Krankenhausstandorte in Bocholt, Rhede, Vreden und Gronau
- bessere ÖPNV-Verbindung des Einzelhandelsstandortes Bocholt aus dem Nordkreis (weniger Kaufkraftabfluss nach Münster)

Der aktuelle Entwurfsstand des 3. Nahverkehrsplanes von Juli 2018 enthält zwar bereits die Idee des "BaumwollExpress", allerdings lediglich in einer eingeschränkten Form, die hinter der Vorstellung einer zeitnah einzuführenden durchgehenden Schnellbuslinie zurückbleibt:
- Zwischen Bocholt und Vreden sollen zum Fahrplanwechsel Winter 2020 zusätzliche Fahrten auf der Linie 731 eingerichtet werden (58 min).
- Zwischen Vreden und Gronau sollen die Einrichtung zusätzlicher Fahrten auf der Linie 782 (1 h 7 min) oder die Einrichtung einer neuen Linie geprüft werden.

Die von der Idee des "BaumwollExpress" betroffenen Bürgermeister/-innen bzw. Verwaltungen haben das Schreiben der Kreistagsfraktion Bündnis90/Die Grünen am 29. Oktober bei einem Treffen in Vreden thematisiert. Die Verwaltungen der Städte und Gemeinden Gronau, Ahaus, Vreden, Südlohn, Borken, Rhede und Bocholt halten die bisherige Berücksichtigung des "BaumwollExpress" im Entwurf des 3. Nahverkehrsplans aus den Gründen, die auch von der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen angeführt werden, für unzureichend. Sie favorisieren ebenfalls eine zeitnah einzuführende echte Schnellbuslinie "BaumwollExpress" zwischen Bocholt und Gronau, wofür sie ergänzend noch folgende Argumente sehen:
- attraktive ÖPNV-Anbindung für die Bewohner beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze im Grenzraum
- ÖPNV-Direktverbindung der von Bocholt und Gronau aus startenden Bahnlinien in unterschiedliche Richtungen
- ÖPNV-Direktverbindung der bisherigen Schnellbuslinien S70 (Vreden) und S75 (Bocholt)
- Potential zur Verlängerung der Linie bis Bad Bentheim mit dem dortigen überregionalen Bahnanschluss (Amsterdam-Berlin). 

Die Verwaltungen betonen dabei, dass sie sich den "BaumwollExpress" als echte Schnellbuslinie vorstellen, also mit sehr wenigen Zwischenstopps (zur Erzielung einer Pkw-konkurrenzfähigen Reisezeit) sowie hinreichend dichter Taktung und gehobener Busausstattung.

In der Bürgermeisterkonferenz am 31. Oktober wurde diese Einschätzung dem Kreis Borken und den anderen Kreiskommunen bereits mitgeteilt. Die Finanzierung des ÖPNV läuft über den Kreis Borken und ist von den kreisangehörigen Kommunen über die Kreisumlage mitzufinanzieren. Schon deshalb ist den potentiellen Anliegerkommunen des "BaumwollExpress" eine gute Kommunikation mit den anderen Städten und Gemeinden im Kreis Borken wichtig. Ihnen ist bewusst, dass eine solche Strecke dauerhaft nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich darstellbar sein muss.

Die politischen Gremien der Städte und Gemeinden Gronau, Ahaus, Vreden, Südlohn, Borken, Rhede und Bocholt wurden jeweils für die Sitzungen Mitte Dezember 2018 mit ähnlichen Vorlagen informiert – mit dem Ziel, durch die jeweiligen Beschlüsse im Beteiligungsverfahren zur Fortschreibung des Nahverkehrsplanes des Kreises Borken auf eine entsprechende Verbesserung des ÖPNV hinwirken zu können. Diese Beschlüsse sind inzwischen erfolgt bzw. stehen unmittelbar bevor.

Aktiv unterstützt wird das Vorhaben des "BaumwollExpress" nicht nur von den Städten und Gemeinden Gronau, Ahaus, Vreden, Südlohn, Borken, Rhede und Bocholt, sondern auch von der niederländischen Regio Achterhoek (BM Joris Bengevoord, Winterswijk) und der Stadt Bad Bentheim (BM Dr. Volker Pannen).


 
 

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