Landwirtschaftsmodule für weiterführende Schulen

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 23.10.2016 archiviert.
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Kreis Borken - Das Bildungsbüro des Kreises Borken sowie die Kreisverbände von Landfrauen- und Landwirtschaftsverband in Westfalen-Lippe (WLLV und WLV) haben eine Kooperation gestartet. Gemeinsam mit Schulvertretern und landwirtschaftlichen Betrieben wollen die Akteure ein Netzwerk bilden.

Auf seinem Hof brachte Bernhard Icking-Haselhoff (Mitte) den Teilnehmer der Auftaktveranstaltung "Landwirtschaft und Schule im Kreis Borken" am eigenen Beispiel nahe, wie viele Facetten Landwirtschaft heutzutage hat. Foto: Stephan Wolfert, WLV 
Auf seinem Hof brachte Bernhard Icking-Haselhoff (Mitte) den Teilnehmer der Auftaktveranstaltung "Landwirtschaft und Schule im Kreis Borken" am eigenen Beispiel nahe, wie viele Facetten Landwirtschaft heutzutage hat. Foto: Stephan Wolfert, WLV 

Ziel ist die Entwicklung von Landwirtschaftsmodulen für den Einsatz an weiterführenden Schulen. Diese sollen konkrete Inhalts- und Kompetenzfelder des Lehrplans abdecken und gleichzeitig Bauernhöfe als außerschulischen Lernort in den Unterricht einbinden.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung auf dem Hof der Familie Icking-Haselhoff in Borken-Grütlohn haben 40 Landwirte, Landfrauen, Lehrkräfte, Verbandsvertreter und Bildungsakteure ein erstes Ausrufezeichen für einen erfolgreichen Prozess gesetzt, freute sich Projektkoordinatorin Marie-Christine Schweers, pädagogische Mitarbeiterin im Bildungsbüro: „Schulen haben heute den Auftrag, kompetenz- und handlungsorientiert zu unterrichten. Die Schülerinnen und Schüler sollen ganzheitlich angesprochen werden. Hierfür bietet ein Bauernhof beste Möglichkeiten. Hier können sie mit Kopf, Herz, Händen und allen anderen Sinnen Zusammenhänge kennenlernen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft, Ernährung, Natur und Umwelt."

Der stellvertretende Vorsitzende des WLV-Kreisverbandes, Markus Weiß, beschrieb in seinem Grußwort die Motivation für den nun begonnenen Netzwerkprozess: „Als Verbraucher und Bewohner des Kreises Borken kommt jeder jeden Tag mit Landwirtschaft in Kontakt: Wenn wir essen, wenn wir durch die Landschaft fahren, ja sogar wenn wir zu Hause das Licht anmachen oder den Wasserhahn aufdrehen. Gerade wenn in der Schule über Nachhaltigkeit gesprochen wird, bietet die Landwirtschaft viele Anknüpfungsmöglichkeiten." Mit Kindergärten und Grundschulen im Kreis funktioniere der Austausch häufig noch recht gut, konstatierte Weiß: „Danach verlieren wir oft den Kontakt und es wird eher über uns gesprochen und nicht mehr mit uns." Die stellvertretende Vorsitzende der Kreislandfrauen, Regina Schulze Icking, sah ihren Verband auch als möglichen Akteur für die Vermittlung von Alltagskompetenzen und Ernährungsfragen: „Wir starten da nicht bei Null, da von speziell geschulten Landfrauen schon seit Jahren verschiedene Projekte in Kindergärten und Schulen durchgeführt werden." Dabei seien sowohl Unterrichtsbesuche von Landwirten und Landfrauen denkbar als auch Bauernhoferkundungen mit lehrplanbezogenen thematischen Schwerpunkten.

Im Stationenlauf über den Gemüse-, Bullen- und Biogas-Hof Icking-Haselhoff eröffnete Betriebsleiter Bernhard Icking-Haselhoff an beispielhaften Stationen, wie so etwas aussehen kann. Bei einem Rundgang gab der Landwirt unter anderem für die Fächer Erdkunde oder Sozialwissenschaften Einblicke in die komplexen Herausforderungen und Entscheidungsprozesse im „Unternehmen Bauernhof". Vor einem seiner Ställe hatte der 51-Jährige einen Info-Tisch mit den zehn Einzelkomponenten seines Bullenfutters aufgebaut, an dessen Beispiel moderne arbeitsteilige Wirtschaft und Globalisierung (be)greifbar wurden. Benedikt Winking und Christof Jürgen-Schellert, beide produktionstechnische Berater im kooperativen Gewässerschutz bei der Borkener Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW, eröffneten Fragestellungen für den Chemie- und Biologieunterricht mit einem Vortrag und verschiedenen Experimenten zu Beschaffenheit des Bodens, Düngung und Ackerbau.

In nach Regionszugehörigkeit gebildeten Kleingruppen tauschten Lehrer und Landwirte im Anschluss Kontakte aus und fachsimpelten bereits über erste Projekt- und Modulideen. Projektkoordinatorin Schweers bedankte sich in ihrem Schlusswort für die rege Mitarbeit: „Leben wird das Netzwerk vor allem durch den Austausch vor Ort. Der heutige Tag hat gezeigt, dass es da Potentiale gibt, die wir besser nutzen können." Sie sah dabei die Rolle ihres Hauses auch darin, dass die passenden Ansprechpartner künftig besser zueinander finden: „Aus der konkreten Kooperation vor Ort sollen im nächsten Schritt ausgearbeitete Module mit regionalisierten Inhalten entstehen, die auch andere Schulen im Kreis Borken unkompliziert umsetzen können." Das Bildungsbüro wird diesen Prozess federführend und in Zusammenarbeit mit den Verbänden moderieren und die Aktivitäten und Ausarbeitungen in eine gemeinsame Form bringen. Geschäftsführerin Ingrid Gertz-Rotermund vom Verein und Bildungsanbieter „Stadt und Land in NRW e.V." sprach den Beteiligten ein Kompliment aus: „Was Sie hier gemeinsam angehen, ist nicht nur unheimlich spannend, sondern in dieser konzeptionellen Form auch modellhaft."


 
 

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